Fachbereiche: Geschichte, Sowi, Philosophie; Sprachen; Wirtschaft, Recht; Nawi, Biologie, Technik und Blödsinn.
Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik (und Realienkunde) hervorgegangen, die sich dann in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt hat.
Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch; Latein, Altgriechisch; Russisch, Japanisch, Chinesisch; Mittelägyptisch etc.
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Mittwoch, 30. Dezember 2015

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PHÄNOMENONOLOGIE

Die Phänomenologie ist nach allgemeiner Definition einfach die Lehre von den Erscheinungen (Phänomenen).
In der Philosophie bedeutet die Phänomenologie speziell den Ansatz für eine Theorie der Erscheinungen, die die Trennung von Wahrheit und Schein ermöglicht und dadurch das (alles) empirische Wissen fundiert. Sie wird damit eine den empirischen Wissenschaften vorausgehende Kategorienlehre.

Im speziellen Sinne meint Phänomenologie die von Edmund Husserl (nach Vorarbeiten) begründete Philosophie, die auf der Ausarbeitung des Konzepts der phänomenologischen Methode beruht.

Nach der phänomenologischen Methode gerät man erst durch eine Folge immer radikalerer Reduktionsschritte zu gültigen Aussagen.

  • Zu den Phänomenen selbst gelangt man durch die phänomenologische Reduktion (ἐποχή/epoché - Zurückhaltung). Das bedeutet die Enthaltung gegenüber einer "naiven Gegenstandsetzung der Welt".
    Das Bewusstsein erweist sich jetzt als "Bewusstsein von..."
    Der Stoff dieses Vorganges der Noese ist das Noema (;das Gedachte, der Denkinhalt). Das ist der am Bewusstsein aufweisbare und ihn ihm (durch Noese) erscheinende Gegenstand, mithin das "Reich der Phänomene".
    [Das Reich der Phänomene enthält die vom Weltbezug befreiten Erlebnisse.]

  • In der eidetischen Reduktion werden die bildhaften Vorstellungen (→ Eidos) ausgeklammert.
  • In der transzendentalen Reduktion wird als dritter Schritt das Übersinnliche ausgeklammert. Welt und Sinn des Bewusstseins als konstituierender Funktion werden untersucht.





FOUCAULT

LATEINISCHE INSCHRIFTEN

(NEU)LATEIN IM INTERNET(ZEITALTER)

Antiker Computer (Mechanismus) von Antikytheria,
wahrscheinlich zu astronomischen Berechnungen eingesetzt

Es wurde schon viel gestritten über die Bedeutung von Latein. In der Antike war es eine gesprochene Sprache, wobei das klassische Latein nur in einer bestimmten Phase gesprochen wurde und auch dann eher von einer gehobenen Schicht. Das Volk sprach tendenziell verschiedene Arten von Vulgär- und Provinzlatein. Das klassische Latein konnte aber wegen seiner Ausstrahlung noch lange nach seinem Tod verstanden werden.

Als Sprache der Gebildeten hielt sich Latein bis in die frühe Neuzeit. Entsprechend entwickelte sich also aus dem antiken Latein ein Mittellatein und dann ein Neulatein, das aber schon lange keine gesprochene Sprache mehr war, wenigstens keine Volkssprache.

Mit fortschreitender Neuzeit wurde die Bedeutung des Lateins immer wieder kritisch hinterfragt und spätestens mit Beginn des 20. Jhd.s ganz in Frage gestellt.
Hier liegt auch das Problem der Sprache: Wenn man Latein als "Antikenveranstaltung" betracht, wie es viele Anhänger der Sprache tun, verblasst die Bedeutung immer mehr - einmal durch die wachsende zeitliche Distanz und dann durch die zunehmende Ökonomisierung der Gesellschaft.

Eine Lösung wäre, wenn man überhaupt Latein als "aktive" Sprache bewahren wollte, diese als vereinfachte Verkehrssprache einzusetzen, also ein vereinfachtes Neulatein inklusive Internetvokabeln zu schaffen.
Die andere Alternative wäre, es einfach sterben zu lassen.

Ein Hauptproblem neben den genannten - Fortschreiten der Geschichte und Ökonomisierung der Gesellschaft - ist auch die Abgehobenheit vieler seiner Fachvertreter. Latein galt lange Zeit als Sprache der Gebildeten, mithin der Eliten, quasi als "Krone des Abendlandes". Und genau das ist sie nicht mehr!
In der heutigen Zeit kann man die meisten Ziele im Leben ganz ohne Latein erreichen. Und diejenigen, die Latein in der Schule noch wählen, machen es auch nicht mehr aus Liebe zum Fach, sondern weil sie es für ihr Studium nachweisen müssen oder aber, weil man ihnen eingeredet hat, dass sie das müssten.

In Wirklichkeit kann man in den meisten europäischen Ländern Arzt und Anwalt werden, ohne Latein nachweisen zu müssen, vielleicht bis auf einige kleine Ausnahmen.
Bei den modernen naturwissenschaftlich-technischen Fächern ist die Lage noch viel extremer. Viele Menschen dort haben noch nie einen lateinischen Satz gehört oder gelesen.
In den USA ist der Niedergang des Lateinischen noch viel extremer, in den Ländern Asiens findet Latein oft nicht einmal statt.
Wäre Latein notwendig, um ein erfolgreicher Mensch zu sein, wäre der Aufstieg vieler asiatischer Länder nicht erklärbar.
In diesem Zusammenhang sind auch die vielen "Lateinermythen" zu kritisieren, die immer wieder benutzt werden, um Schüler bzw. deren Eltern für den Lateinunterricht zu gewinnen. Da wird behauptet, Latein fördere das logische Denken und deshalb seien Lateiner auch in Mathematik besser oder wer Latein könne, könne automatisch auch die romanischen Sprachen in Windeseile lernen. Empirische Tests haben diese Aussagen widerlegt. 
De facto dienen auch diese pseudo-idealistischen Argumentationen materialistischen Zwecken: Die humanistischen Bürokraten fürchten um ihre Planstellen! 

Wenn man denn Latein in der Moderne "nutzbar" machen wollte, müsste man also auf ein Vokabular und eine Grammatik zurückgreifen können. Dazu liegen Arbeiten des Vatikans vor, auf die auch säkular gesinnte Lateinfreunde zurückgreifen. Man sollte das Vokabular aber stärker auf das Weltliche und stärker auf die Computerwelt hin orientieren. Trotzdem sind gewisse Ansätze in diese Richtung gemacht.

z. B.

bomba atomica                                      - Atombombe
computator/computatrum                    - Computer, Rechner
ex rete prehendere                               - herunterladen, "downloaden" 
pagina domestica                                  - Homepage, Heimseite
partes programmationis                       - Software
plagiarius electronicus                         - Hacker
(auch: effractarius e.)
Tela Totius Terrae                                 - World Wide Web


Wichtig ist auch, dass man eine (im Vergleich zum klassischen Latein) deutlich vereinfachte Grammatik verwendet. Konjunktionalsätze mit ..., daß ... sollten ähnlich wie im Mittellatein auch mit ..., ut... wiedergegeben dürfen und nicht nur mit dem AcI. Wer natürlich einen AcI verwenden will, der darf das gerne tun.

Problematisch ist auch die Schreibweise das Lateinischen. Üblicherweise verwendet man heute die Kleinschreibung und bei Eigennamen die Großschreibung des ersten Buchstabens. Umstritten ist auch die Handhabung ("Handling") von Halbvokalen wie [v] und [j]. Während "videre" (sehen) nämlich mit v- geschrieben wird, wird "eius" mit -i- geschrieben, obwohl es [j] gesprochen wird. In lateinischen Urtexten steht/stünde VIDERE ([u] und [v] beide V geschrieben) und EIVS.


QUELLEN/LITERATUR

Davidova, Tatiana: Vorsicht Latein(!). Latein, wie es wirklich gesprochen wurde
Fink, Gerhard: Laetare Latine. Spaß mit Latein
Traupman, John C.: Conversational Latin for Oral Proviciency
-
Sabine Etzold: Das Latein der Zukunft (ZEIT ONLINE)


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/81/Roman_forum_sketch_up_model.png
Forum Romanum (Computer Aided Design/CAD)


LATEINISCHE WERBUNG II

LATEINISCHE WERBUNG

MISHIMA, YUKIO

Yukio Mishima.jpg



* 14.01.1925
+ 25.11.1970

Yukio Mishima (三島 由紀夫; eigtl. Hiraoka Kimitake) war ein japanischer Schriftsteller und rechtsgerichteter politischer Aktivist.
Mishima verfasste Kurzgeschichten, Romane, Dramen, Gedichte und ein Libretto. Mishima gilt als Vertreter der japanischen Nachkriegsliteratur, als Liebhaber von Extremen, die ihn schließlich zu einem Ultranationalismus geführt haben und er ist bekannt wegen seines ungewöhnlichen Todes. Nach einem spektakulären, aber missglückten Umsturzversuch in seiner Heimat beging er Selbstmord.

Yukio Mishima wuchs in einer sozial hochstehenden Familie auf und besuchte eine entsprechende Schule. Dort war er ein gelehriger Schüler, fühlte sich aber auch eingeengt. Entgegen seiner späteren Größenphantasien war er als Junge klein und schmächtig. Mishima musste aufgrund einer Erkrankung nicht am Zweiten Weltkrieg teilnehmen. Es ist umstritten, ob er die Krankheit gezielt einsetzte oder gar übertrieb, um nicht am Krieg teilnehmen zu müssen. Mishima erlebte den Krieg auf den japanischen Inseln als intensives Bombardement auf die japanischen Städte.

Mishima bei der Einschulung 1931


Familiär hatte Mishima das "Problem", dass er einen unterkühlten und in gewisser Weise todessehnsüchtigen Vater hatte, der in der Administration entsprechend seiner Herkunft Karriere machte. Der Vater soll ihn als kleinen Jungen dicht an einen fahrenden Schnellzug gehalten haben, damit er den Hauch des Todes wahrnehmen konnte. Zu seiner Mutter hatte er eine engere Beziehung.
Einflussreich auf Mishimas Erziehung war aber besonders seine Großmutter Natsu. Diese isolierte ihn geradezu von seiner Familie und potenziellen Spielkameraden und führte ihn in die Welt der Kunst und des Kabuki-Theaters ein. Dadurch wurde, wie er selber in autobiographischen Aussagen unterstrich, einerseits seine Kreativität gefördert, andererseits war Mishimas Großmutter weltfremd.

Mishima folgte zunächst pflichtbewusst dem Willen seines Vaters und studierte Jura. Den anschließenden Posten im Finanzministerium behielt er aber nicht einmal ein Jahr, weil er sich lieber dem Schreiben, der Fotographie und der Schauspielerei widmete.
Seine Werke waren einerseits traditionsorientiert, ja geradezu nationalistisch, andererseits übernahmen sie auch westliche Literatureinflüsse und einen frühen Körperkult der Populärkultur.
Mishimas Auftreten war geprägt von geistiger und körperlicher Kraftmeierei, der Darstellung von Neurosen, einem gewissen ästhetischen Bewusstsein und auch von seiner hervorkommenden Homosexualität.
Dabei verstrickte er sich auch in Widersprüche: Japanische Traditionsaffinität standen westlichen Einflüssen gegenüber, sein Kult der Stärke seiner körperlichen und vielleicht auch seelischen Schwäche und schließlich auch sein idealistischer vorgeblicher Anti-Materialismus seinem wachsenden Reichtum.

Besonders eskalierend wirkten in den 1960er-Jahren die Studentenunruhen. Diese traten in Japan sehr früh auf und verliefen sehr gewaltsam, was vielen Menschen in anderen Teilen der Welt vielleicht nicht bewusst ist.
Für Mishima waren dies jedoch katastrophale "Hundejahre", trat er doch für eine andere innere Ordnung und eine Aufrüstung nach außen auf.
So baute er die Tatenokai ("Schildgesellschaft") auf, eine kleine Privatarmee von wahrscheinlich noch nicht einmal 100 Mann. Mishima segelte gegen den Zeitgeist, aber immerhin bewiesen er und seine Kameraden, dass in den "roten Jahren" auch an den Universitäten nicht alle (jungen) Menschen links waren.

Nichts desto trotz endete Mishimas Lebensweg schon 1970 tödlich. Als er eine Armeekaserne stürmte, um die Soldaten von seinem Weg für Japan zu überzeugen, wurde er am Balkon stehend ausgebuht. Zum Tragen kam auch, dass der Coup schlecht geplant und die Lautsprecheranlage nicht ausreichend stark war. Schließlich beging er mit einem guten Freund rituellen Selbstmord.
Der theatralische Mishima leistete sich aber noch einen spektakulären Abgang: Da der designierte Masakatsu Morita auch nach mehreren Anläufen nicht in der Lage war, Yukio Mishimas Kopf abzuschlagen, nachdem sich dieser bereits den Bauch aufgeschlitzt hatte, musste ein anderer Kamerad, Hiroyasu Koga, diese Arbeit erledigen. Nach getaner Arbeit schlitzte sich auch Morita seinen Bauch auf und ließ sich wieder (wie Mishima) von Koga den Kopf abschlagen.


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/a/a2/MishimaCoupSpeech.jpg
Mishima beim versuchten Staatsstreich





KROPOTKIN

BAKUNIN, MICHAIL ALEXANDROWITSCH




* 18.05.1814 in Torschok
+ 01.07.1876 in Bern

Bakunin war ein russischer Anarchist und Revolutionär. Für viele Anarchisten ist er "der Anarchist" schlechthin. Bakunin stammte aus einer russischen Adelsfamilie. Er wurde zunächst Mathematiklehrer und wurde zum Artillerieoffizier ausgebildet. Bakunin studierte an der Lomonossow-Universität. Bakunin hielt sich längere Zeit in Westeuropa auf. Dort geriet er in die Wirren des Revolutionsjahr 1848 und nahm an mehreren Aufständen teil. 1848 war er in Paris und Prag zugegen und 1849 in Dresden. In Dresden war er als "Rädelsführer" tätig und wurde nach dem Dresdner Maiaufstand verhaftet. Nach 8 Jahren Gefängnisaufenthalt und 4 Jahren sibirischer Verbannung gelang ihm die Flucht. Bakunin blieb aber seinen anarchistischen Idealen weiterhin treu und kämpfte v. a. im (neugegründeten) Italien und im noch geteilten Polen. Bakunin entwickelte die Idee des kollektivistischen Anarchismus bzw. des anarchistischen Kollektivismus' [?]. Bakunin unterstrich auch seinen Materialismus und Atheismus (stärker als Kropotkin). In der Internationalen Arbeiterorganisation ("Erste Internationale", IAA) gehörte er zur Fraktion der Antiautoritären. Seine Konflikte mit Karl Marx (Generalratsmitglied) sind legendär. Schließlich kam es zur Spaltung der Internationale. Die anarchistische Bewegung trennte sich von Kommunisten und Sozialdemokratie.


Werke:
 - Gott und der Staat
- Staatlichkeit und Anarchie (der Staat wird von den Deutschen verkörpert)


ANARCHISMUS

Unter Anarchismus versteht man einen Denkansatz (oder mehrere Denkmodelle), nachdem jede Art von Herrschaft von Menschen über Menschen abzulehnen ist. Dieses Denken richtete sich dann insbesondere gegen Autoritäten wie Staat und Kirche, z. T. auch Familie. Stattdessen soll das menschliche Individuum in unbegrenzter Freiheit mit anderen Individuen zusammenleben. Die Prinzipien dieses Zusammenlebens sollen dann Gerechtigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit (Solidarität) sein. Anarchistische Ansätze gibt es seit der Antike. Der politisch-philosphische Begriff aber stammt aus dem 19. Jhd., in dem man ihn gleichzeitig auch in die Tat umsetzen wollte. Philosophische Begründungen für den Anarchismus finden sich bereits in der Aufklärung. Dort tritt er als eine extreme Form des Liberalismus auf und wird auch mit der Theorie des Gesellschaftsvertrages begründet. Demnach gründen freie Menschen eine freie Gemeinschaft und können diese auch wieder auflösen.

ABSOLUTISMUS


Die Lehren der Aufklärung (und Frühaufklärung) schwächten dann die Ideologie des Absolutismus wieder ab. Man muss aber einschränken, dass die Aufklärung selber auf Grundlagen aufbaute, die der Absolutismus erst geschaffen hat. Das gilt zumal für Frankreich, wo der Absolutismus ein relativ einheitliches und nach innen (mit viel Gewalt) befriedetes Land geschaffen hat. Die neuen Thesen der Aufklärung, die den Absolutismus einschränkten oder gleich ganz in Frage stellten, waren die der Volkssouveränität, des Gesellschaftsvertrages und der Gewaltenteilung. Die Idee des Gesellschaftsvertrages kann aber für und wider den absoluten Herrscher verstanden werden. Sie geht davon aus, dass ein Gemeinwesen nicht "einfach so" naturgegeben ist oder von einem Gott geschaffen wurde, sondern dass es auf einem freiwilligen Übereinkommen der Bürger beruht. Der Absolutismus setzte einen Verstaatlichungsprozess in Gange bzw. beschleunigte schon vorhandene Prozesse seit der frühen Neuzeit, der nach Meinung einiger Betrachter bis heute nicht abgeschlossen ist. Grundlagen des Verstaatlichungsprozesses des Absolutismus sind die Aufstellung stehender Heere, der Aufbau einer allein vom Fürsten abhängigen Beamtenschaft, die Etablierung von Staatswirtschaftssystemen (Merkantilismus, in D Kameralismus), die Aufstellung einer Staatskirchenherrschaft, der Aufbau eines einheitlichen Staatsbewußtseins und die Ausrichtung der Regierungspolitik an den Maximen der Staatsräson (vgl. Meyers Großes Taschenlexikon).

CORNELIUS NEPOS

* 100 v. Chr. 
+ 28 v. Chr.

Cornelius Nepos ist ein römischer Historiker und Biograph.


Nepos stammt aus Oberitalien (Gallia cisalpina) und gehörte wahrscheinlich dem Ritterstand an. Er war befreundet mit dem Dichter Catull (Neoteriker) und den Politikern und Philosophen Marcus Tullius Cicero und Titus Pomponius Atticus. 

Von Nepos' zahlreichen Werken (u. a. Geschichtsdarstellungen und eine Erdbeschreibung) sind uns nur einige Biographien aus De viris illustribus erhalten, nämlich die über die nichtrömischen Feldherren sowie die zum Buch der lateinischen Historiker gehörigen über Cato den Älteren und Atticus.

In den Nepos-Handschriften sind auch zwei Fragmente eines Briefes der Cornelia enthalten, der Mutter der Gracchen, in denen sie ihren Sohn Gaius Sempronius Gracchus heftig angreift. Die Echtheit des Briefes ist allerdings umstritten.
Wegen ihres schlichten Stils waren und sind die Werke des Nepos eine verbreitete Schullektüre.

Neben Fragmenten sind folgende Lebensgeschichten erhalten:

  • Miltiades
  • Themistokles
  • Aristeides
  • Lysander
  • Pausanias
  • Kimon
  • Alkibiades
  • Thrasybulos
  • Konon 
  • Dion
  • Iphikrates
  • Chabrias
  • Timotheos
  • Datames
  • Epominondas
  • Pelopidas
  • Agesilaos
  • Eumenes
  • Phokion
  • De regibus
  • Timoleon  
  • Hamilkar
  • Hannibal
  • M. Porcius Cato 
  • T. Pomponius Atticus

AUSGABEN UND ÜBERSETZUNGEN: 

Peter K. Marshall (Hg.):
  • Peter K. Marshall (Hrsg.): Cornelii Nepotis Vitae cum fragmentis, Leipzig 1977.
  • Cornelius Nepos: De viris illustribus/Biographien berühmter Männer. Lateinisch/Deutsch, hrsg. und übers. von Peter Krafft und Felicitas Olef-Krafft, Stuttgart 1993.
  • Cornelius Nepos: Berühmte Männer/De viris illustribus. Lateinisch - Deutsch, hrsg. und übers. von Michaela Pfeiffer und Rainer Nickel, Düsseldorf 2006.
QUELLEN:

Wikipedia 
Meyers Großes Taschenlexikon


ERNST JÜNGER

* 29.03.1895 in Heidelberg
+ 17.02.1998 in Riedlingen



Ernst Jünger wurde als ältestes von sieben Kindern des Apothekers Ernst Georg Jünger (1868 – 1943) und dessen späterer Ehefrau Karolina Lampl (1873 – 1950) in Heidelberg geboren. Jünger ging in Hannover zur Schule, weil sein Vater dort beruflich tätig  war. In der Schule war Jünger nur mäßig motiviert, interessierte sich aber für Naturphänomene und trat 1911 mit seinem Bruder Friedrich Georg dem Wandervogel-Klub in Wunstorf bei. Prägend war auch, dass Jünger schon früh von seinem Vater einen Kasten mit entomologischen Präparaten geschenkt bekam. Jüngers Schulmüdigkeit ging so weit, dass er 1913 von zu Hause ausriss und sich für fünf Jahre bei der französischen Fremdenlegion verpflichtete. Sein Vater war nicht amüsiert und wandte sich an das Auswärtige Amt, das ihn nach sechs Wochen auf Betreiben seines Vates aus dem Ausbildungslager in Algerien zurückholte. Doch die politische Lage wollte es anders: Durch den sich anbahnenden Ersten Weltkrieg führte Jünger dann aber Krieg gegen und nicht für Frankreich.
 Am 1. August 1914 meldete Ernst Jünger sich als Kriegsfreiwilliger und kam nach Absolvierung eines Notabiturs an die Westfront. Jünger erlebte den Krieg wie viele als Befreiung aus dem langweiligen Philisterleben. Heute würde man von Spießertum reden.
Als er dann aber die Härte der Front mitbekam und merkte, dass der Krieg nicht wie angekündigt bis Weihnachten zu Ende sein würde, bekam er leise Zweifel, stellte aber dennoch bis zum Kriegsende 1918 einen großen Enthusiasmus zur Schau. Nach vierzehn Verwundungen wurde Ernst Jünger 1918 der Orden "Pour le Mérite" verliehen. Und zwar nicht - wie er gerne betonte - von Hindenburg, sondern vom Kaiser selbst!

"Den Beginn des Ersten Weltkrieges erlebte er als eine Befreiung, die eine ungeliebte Idylle erlösend außer Kraft setzte." (Klaus Podack, Süddeutsche Zeitung, 18. Februar 1998)

Nach dem Ersten Weltkrieg betätigte sich Jünger als Schriftsteller und war damit Teil einer großen Literatenszene. Diese teilte sich grob in zwei Gruppen: Diejenigen Schriftsteller die durch den Weltkrieg zu Kriegsgegnern geworden waren und diejenigen, die nicht mit seinen Ergebnissen einverstanden waren und sich oft nach einer Revanche sehnten.
Zur ersten Gruppe gehörten Schriftsteller wie Erich Maria Remarque und Ludwig Renn (Arno Friedrich Vieth von Golßenau). Zur zweiten gehörten Ernst Jünger und Edwin Erich Dwinger.
1920 erschien Jüngers Kriegstagebuch "In Stahlgewittern", das neben dem Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque als bekannteste Darstellung der Materialschlachten im Ersten Weltkrieg gilt.
Jünger zeigte darin einen kühlen Blick auf die Kriegsvorgänge an der Front, ohne die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe genauer zu analysieren und pries gleichzeitig die Kameradschaft der Frontsoldaten.
Jüngers Kritiker, die ihm eine geistige Nähe zu faschistoiden Denkweisen attestieren, sehen hierin ein vorweggenommenes Lob der deutschen Volksgemeinschaft, wie sie später unter den Nazis beschworen werden sollte.

Ernst Jünger war vom für die Mittelmächte negativen Ausgang des Krieges zunächst völlig niedergeschlagen und sann wie sein Bruder Friedrich Georg auf Revanche. Er blieb noch bis 1923 Berufssoldat, und studierte dann Naturwissenschaften und Philosophie. Doch der innerlich unruhige Jünger brach sein Studium 1926 ab. Am 3. August 1925 heiratete er Gretha von Jeinsen, die am 1. Mai 1926 in Leipzig mit dem ersten von zwei Söhnen niederkam.


(...)

Samstag, 21. November 2015

EXKURSION 1990er: LANGUEDOC

In der Dekade fuhren wir auch nach Béziers im Languedoc. Die Anreise erfolgte mit der Bahn, z. T. per Nachtfahrt. Dafür waren Umstiege notwendig, der erste am Bahnhof von Straßburg. Bei einem Bahnhof schlichen zwielichtige Gestalten umher (ein Besoffener quatschte uns an), bei einem anderen stand ein Fremdenlegionär am Bahnsteig.

Als wir in Südfrankreich waren, genossen wir das gute Wetter, wunderten uns über die wilde Fahrweise im Straßenverkehr und die gute Zweirad-Motorisierung der Jugend. Das damalige französische Gesetz erlaubte den einheimischen Jugendlichen etwas mehr als den deutschen.

Wir besuchten dort Schulen, spannende Läden, das Mittelmeer und historische Gebäude. Was die Läden betrifft, so kauften wir allerhand Tand, einige gute Bücher und inspizierten ein paar schöne Waffen. Auch hier war das französische Gesetz etwas liberaler: Nunchakus waren erlaubt!
Wir beließen es aber nicht bei einer Stadt, sondern sahen uns auch die weitere Umgebung an.

Besonders spannend waren Narbonne, Carcassonne und Perpignan sowie der Canal du Midi, ein früher Versuch, Südfrankreich zu durchstechen und den Atlantik mit dem Mittelmeer zu verbinden.

Von der Topographie her ist das Languedoc um das Rhonetal und entlang der Mittelmeerküste recht eben, nach Westen zum Zentralmassiv und nach Süden hin zu den Pyrenäen deutlich gebirgiger. 


Beziers (mit St. Nazaire und Pont Vieux)

Narbonne (mit Canal de la Robine)


Carcassonne
 
Cité de Carcassonne


Perpignan ist eine Stadt im Roussillon (katalan. Rosselló), das früher zu Spanien gehört und erst im 17. Jhd. vollständig vom Königreich Frankreich einverleibt wurde. Besonders berühmt ist das in der Nähe gelegene Fort von Salses, das die noch zu Spanien gehörende Gegend gegen Frankreich schützen sollte und als Festungstyp den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit darstellt. Prinzip: "Von der Burg zur Festung."
Mit der Verfügbarkeit wirksamer Kanonen musste man die Festungsmauern "tieferlegen", damit sie nicht direkt beschossen werden konnten. Andererseits war die Festung noch nicht so weit entwickelt wie die späteren komplett sternförmigen Festungen. (Der sternförmige Bau hatte den Zweck, dass die Festungsartillerie das Vorfeld der eigenen Mauern besser schützen konnte.) 

Perpignan

Fort von Salses

Gleichzeitig haben wir in dieser Zeit gute Bergfahrten gemacht und gute Feste gefeiert. Die Musik war auch gut.


Show must go on!


BILDQUELLEN:

Wikipedia
Eigene Aufnahmen


EXKURSION 1990er: SÜDTIROL

Eines unserer beliebtesten Ziele der Dekade war Südtirol. Wir waren da in der Umgebung von Sterzing (Vipiteno) zugegen und besuchten auch Brixen, Bozen und Meran.

Daneben wanderten wir auf einige Berge und durch einige Schluchten (Klamm).

Ein schönes Besuchsziel war auch die Burg Reifenstein.

Sterzing aus der Luft (SW, 2014)

Ober- und Untertelfes zur Einwanderung


Burg Reifenstein (bei Sterzing)


 
Gilfenklamm (bei Sterzing)
 
Bozen aus der Luft (SO)

Rathaus Bozen


Freitag, 20. November 2015

KRÄUTERWANDERUNG: ESSBARE WILDPFLANZEN

Viele essbare Kräuter können nicht nur im Kräutergarten kultiviert werden, sondern wachsen auch bei uns in Feld, Wald und Flur.
Sie enthalten viele wichtige Wirkstoffe, von denen wiederum viele in die Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe eingeteilt werden. Diese heissen so, weil sie für die Pflanzen nicht lebensnotwendig sind und ausserhalb des "regulären" Stoffwechsels in speziellen Zelltypen hergestellt werden.

Dazu gehören Alkaloide, ätherische Öle, biogene Amine (Synthesevorstufen für wichtige Körperstoffe), Bitterstoffe, Cumarin (aromatischer sek. Pflanzenstoff; würzig), Furocumarine, Fette und fette Öle, essentielle Fettsäuren, Flavonoide, Gerbstoffe, Glucosinolate, Iridoide, Lektine, Phytoalexine, Polyine, Saponine und Schleimstoffe.
Besondere Bedeutung kommt folgenden Stoffen zu: Allantoin, Anthrachinone, Arbutin, Blausäureglykoside (Cyanwasserstoff), Fructane, Inulin, Erucasäure, Kieselsäure, Oxalsäure, Phytosteriine (Beta-Sitosterin), Pyrralizidinalkaloide.

Einige dieser Wirkstoffe können eine positive und negative Wirkungen auf den Organismus haben. Das ist selbstverständlich auch von der Dosis abhängig ("Dosis facit venenum./Die Dosis macht das Gift").
Man kennt die unterschiedliche Wirkung von Alkaloiden bspw. von Koffein, Nikotin oder Cannabinoiden.
Cumarin kann in höheren Dosen die Blutgerinnung hemmen.

Wir haben solche Pflanzen in mehreren Kräuterwanderungen erwandert.


Hier eine kleine Liste:
(Quellen: Eigenaufnahmen und Wikipedia)

Brennessel (Urtica)



Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys)



Giersch (Aegopodium podagraria)



Kriechender Günsel (Ajuga reptans)




Mädesüß (Filipendula ulmaria)




[Echte] Nelkenwurz (Geum urbanum)



Rainkohl (Lapsana communis)



Schöllkraut (Chelidonium majus)




Stinkender Storchenschnabel/Ruprechtskraut (Geranium robertianum)



Wald-Ziest (Stachys sylvatica)




Labkraut (Galium):
Wiesenlabkraut (G. mollugo) und Klettenlabkraut (G. aparine)




Kräuterwanderung: Eigene Bilder

ALL ON DRUGS? - DIE LANGE GESCHICHTE DER DROGEN


Wir haben lange überlegt, ob wir auch einen Artikel zum Thema Drogen veröffentlichen sollen. Dieses Thema ist ja bekanntermaßen heikel, allerdings wabern dazu immer wieder seltsame Informationsfetzen durch das Internet. Wir wollen die Sache weder verteufeln noch glorifizieren, sondern nur informieren - auch eingedenk unseres vergangenen Schulunterrichtes (Biologie, Chemie) und der Tatsache, dass wir die Jubiläumsausgabe der Zeitschrift grow! neulich in der Auslage sahen.

Rauschmittel wurden ursprünglich für magische Zwecke und "religiöse" Rituale durch "heilige Männer" (Priester) eingesetzt und waren ein Weg zur Ekstase und Bewußtseinserweiterung. Sie kamen in vielen Kulturen auf diversen Kontinenten vor.

Wir wollen hier nicht genauer auf die chemische Wirkung der Inhaltsstoffe eingehen, obwohl das sicher Stoff für ein Extrakapitel gäbe. 
Grundsätzlich kann man sagen, dass die Wirkung pflanzlicher Drogen meist auf den in ihnen enthaltenen Alkaloiden beruht. Dabei handelt es sich um "alkaliähnliche Pflanzenstoffe" (alkalisch und stickstoffhaltig). Streng wissenschaftlich gesehen ist der Begriff aber ungenau.
Drogen haben aber, kurz gesagt, drei Haupt-Wirkformen:
  • beruhigend 
  • anregend
  • bewusstseinsverändernd 
Bei einer weiteren Differenzierung könnte man noch viel weitergehen, aber das führt hier vom Kernthema weg.


RAUSCHPFLANZEN IN HISTORISCHER PERSPEKTIVE

Schon in  der Antike kannte man HANF und MOHN, zwei der bis heute bekanntesten Drogenpflanzen.
Beide wurden kultisch, aber auch therapeutisch eingesetzt, fast wie auf Rezept. Und beide hatten den gleichen Ursprungskontinent: Asien.
Die Hanfpflanze (Cannabis) und damit das aus ihr hergestellte Haschisch (Harz) und Marihuana (Blätter und Blütentrauben) stammte ursprünglich aus China. Die Mohnpflanze (Schlafmohn: Papaver somniferum) mit ihrem milchigen Saft, auf dem das Opium gewonnen wird, aus Indien.
Von dort aus wanderten diese Kulturpflanzen dann über die Kontinente. Hanf drang von China aus in Zentralasien und dann während der frühen Hochkulturen in Mesopotamien ein, bevor es in die Mittelmeerregion und andere Weltgegenden gelangte.
Mohn  gelangte aus Indien stammend auf Druck der Engländer nach China. England wollte damit seine schlechte Handelsbilanz aufbessern und führte zwei Opiumkriege. Es ist deshalb nur teilweise richtig, wenn man Mohn als "typisch chinesisch" ansehen will.
Der Krieg ließ das Opium auch danach weiterwandern. Der chinesische Bürgerkrieg und die Indochinakriege brachten es nach Südostasien, die Kriege in Afghanistan und den angrenzenden Ländern wieder nach Zentral- und Südasien (zurück).

Eine besondere Bedeutung hat auch die Kokapflanze in den Anden. Der Kokastrauch (Cocastrauch) stammt aus der Familie der Rotholzgewächse (Erythroxylum coca) und wuchs ursprünglich allein an den Osthängen der Anden. Die Pflanze war nicht so früh "weltbekannt" wie einst Hanf und Mohn. Sie wurde aber schon im 18. Jhd. nach Europa gebracht und dann im 19. Jhd. in vielen Weltgegenden kultiviert.
Früher wurden die Blätter des Kokastrauches von Indios gekaut oder ähnlich konsumiert, um eine leichte Stimmungsaufhellung im anstrengenden Bergklima zu erhalten. Sie hatte selbstverständlich auch eine kultisch-rituelle Bedeutung.
Die heutige Form der chemischen Herauslösung der Wirkstoffe, die dann das hochpotente Kokain ergab, war den Inkas noch nicht bekannt.

Doch es gab noch viele weitere natürliche Drogen: 

So bedienten sich die Schamanen Eurasiens des FLIEGENPILZES, die Azteken und Maya nahmen TEONANACATL und OLODIUQUI (klingt gefährlich) und die Indigenen Mexikos PULQUE.
Schamanen galten als Vermittler zur (angeblichen) Geisterwelt. Der Begriff stammt wahrscheinlich aus dem Tungusischen. Die Substanzen sollten dabei das "transzendentale" Bewusstsein anregen. Eine ähnliche Bedeutung hatten Drogen bei den Indigenen.
Wir sehen hier aber auch, dass Drogen nicht nur aus Pflanzen, sondern auch aus Pilzen gewonnen werden können. Pilze sind nämlich biologisch keine Pflanzen (auch wenn man das früher dachte), sondern bilden ein eigenes Reich zwischen Tieren und Pflanzen. In einigen Eigenschaften stehen sie sogar den Tieren näher.
Was die Indianer betrifft, so gewannen sie ihre Heil- und Rauschmittel nicht nur aus Pflanzen und Pilzen, sondern darüber hinaus auch aus Tieren, z. B. Amphibien wie Pfeilgiftfröschen.
Auch in Afrika und Asien war man natürlicher Arzneien nicht abhold: In Indonesien verschaffte man sich mit KAWA Dröhnung, während die Neger/Schwarzen in Afrika sich die KOLANUSS einwarfen, um fröhliche Menschen zu werden. In Südostasien, Neuguinea, Melanesien und Ostafrika "knallte" man sich mit BETEL zu. Bekannt für Ostafrika und Südarabien ist bis heute auch der Strauch KATH.
Schließlich nahmen noch die Mongolen (vergorene) STUTENMILCH, um "happy mongols" zu sein.


VERBINDUNGEN ZUR MODERNE

Die Verbindungen zur Moderne sind offensichtlich: Noch heute spielen Hanf und Mohn (Opiate) als Arznei und Rauschdrogen eine große Rolle.
Kokain ist auch weit verbreitet, aber in der Heilwirkung umstrittener. 
Allerdings gibt es inzwischen viel mehr Alternativen, was sowohl für die "legale Medizin" z. B. im Bereich der Schmerzbehandlung gilt wie auch für den illegalen Markt.
Pflanzliche Stoffe sind weiterhin weit verbreitet und können oft besser als früher extrahiert werden. Die moderne Chemie hat aber auch viele künstliche Wirkstoffe entwickelt. Ein Beispiel dafür sind die aktivierenden Amphetamine (früher im Deutschen auch Weckmittel genannt), die chemisch dem körpereigenen Adrenalin ähnlich sind.
Heute glaubt man kaum noch, dass viele Drogen im 19. Jhd., dem Jahrhundert, in dem die Chemie viele Substanzen analysierte, ein reger Experimentiergegenstand waren. Das galt besonders für Kokain, das damals von Sigmund Freud empfohlen und als Mariani-Wein auch vom Papst geschätzt wurde. Mit der Zeit wurde man aber ein bisschen vorsichtiger.
Am Vorabend des Ersten Weltkrieges war dann durch sog. Opiumgesetze "der Spaß vorbei". Viele bekannte Drogen wurden verboten - nicht so allerdings das Sterben in den Schützengräben.
Der Nachteil der ganzen Aktion war aber, dass die Waren dann, ähnlich wie nach dem Krieg der Alkohol in den USA (Prohibition), im Untergrund gehandelt wurden und sich so mafiöse Strukturen aufbauten.
Das merkte man in diversen Kriegen, in den Goldenen Zwanzigern und dann in den 1960ern bei den Protestbewegungen, die vereinfachend als "Hippies" bezeichnet werden. Aus anfänglichen kleinen Regelverstößen entstanden so leicht riesige kriminelle Netzwerke, von denen einige bis heute wirksam sind!


Aber auch weniger bekannte historische pflanzliche Wirkstoffe sind noch "am Start":
Die Kolanuss  war neben Kokain eine Zutat der frühen Coca-Cola (Name!), wobei man heute mehr auf die Wirkung von Koffein setzt (auch ein Alkaloid).


Kawa bzw. Kava (auch: Kava-Kava) meint den indonesischen/westpazifischen Rauschpfeffer, eine Strauchpflanze, der heutzutage auch in Tablettenform erhältlich ist und als angstlösend gilt. Die EU hat dem freien und Gebrauch inzwischen aber einen Regel vorgeschoben, weil das Präparat bei übermäßigem Gebrauch angeblich leberschädigend sein soll. Eine bis heute umstrittene Entscheidung.

Und Betelnüsse sind heute v. a. in Taiwan durch die Betelnuss-Mädchen bekannt (Betelnut Girls), die diese Ware an vorbeifahrende Autofahrer verkaufen.


Es ist klar, dass solche Inspirationsquellen, wenn auch gefährlich, immer wieder die Dichter und Denker inspirierten. Sie benutzten Drogen nicht nur zum Anregen oder Beruhigen, sondern v. a. zur Steigerung der Kreativität:  So stand z. B. S. T. COLERIDGE oft unter Drogeneinfluß, und THOMAS DE QUINCEY verfaßte sogar eine Schrift mit dem Titel "DIE BEKENNTNISSE EINES ENGLISCHEN OPIUMESSERS"! Mahlzeit!


CH. BAUDELAIRE verfaßte auch ein nettes Traktätchen dieser Machart: DU VIN ET DU HASCHISCH! Er glaubte nämlich, daß die Drogen "the way to paradise" seien. Das Paradies blieb ihm nämlich hienieden im täglichen Leben versagt. Weitere berühmte Drogenleichen waren: BALZAC, MAUPASSANT, LORRAIN, unser aller HEINE, POE (kein Wunder!) und der schwule Dandy OSCAR WILDE (es war halt nicht einfach, im Viktorianischen England ein schwuler Dandy zu sein).

Ein weiteres prominentes Beispiel ist GOTTFRIED BENN: Er glaubte, daß ihm sein Ich hinderlich im Wege stünde, also müsse er es zerstören, wenn er zum wahren Sein (Urgrund) kommen wolle (warum eigentlich?). Da das aber recht unangenehm ist, nahm er den Umweg über KOKAIN. Auch TRAKL war rauschgiftsüchtig, und JEAN COCTEAU schrieb ein Werk namens "OPIUM". Bekannt ist vor allem ALDOUS HUXLEY, THE DOORS OF PERCEPTION, was großen Einfluß auf die "psychedelics" hatte. Soweit ich weiß, hat die Gruppe DOORS sich danach benannt.

1943 "erfand" DR. ALBERT HOFMANN das LSD, als er mit MUTTERKORN, einem Pilz, experimentierte. Er machte sogar Selbstversuche und erlebte verschiedene Bewußtseinszustände: Schwindel, Konzentrationsverlust, Lachen, das er nicht unter Kontrolle hatte,, alles schwankend und verzerrt wie in Vexierspiegel, Gesichter, die farbig und grotesk erschienen, Selbstbeobachtung, Bödsinn reden, out-of-body-experience, Laute werden visuell, Töne werden zu Farben.

Weitere Wirkungen: Kälte, Hitze,Übelkeit, Brechreiz, Verzerrungen, Entfernungen werden intensiver und verrücken, Licht-und Farbeffekte, traumartige Zustände, die Gegenwart, das Jetzt dehnt sich aus, und zwar unendlich, dies werde aber distanziert erlebt, grausige, apokalyptische Höllentrips, psychotische Zustände.

Hoffmanns Experimente während des Zweiten Weltkrieges hatten vielfältige Auswirkungen, auch auf unterschiedliche politische Lager:
Wieder experimentierten Schriftsteller und andere Künstler mit ihnen. Ein bekanntes Beispiel ist Ernst Jünger, ein guter Bekannter Hoffmanns,  der LSD Schreiben und zum Aufarbeiten seiner Kriegserlebnisse nutzte.
Bei LSD ist aber besonders auffällig, dass sowohl die Vertreter des ESTABLISMENTS als auch die Vertreter der COUNTER CULTURE (Vertreter der Gegenkultur wie Hippies u. a.) ihr Gefallen an LSD fanden. Bis in die späten 60er-Jahre war der Stoff sogar legal.

Die Geheimdienste wollten LSD nutzen, um Zeugen besser befragen oder die Einstellung von Menschen manipulieren zu können. Besonders der Koreakrieg, in dem der kommunistische Norden an gefangenen US-Soldaten Experimente durchführte, ließ bei den Offiziellen die Alarmglocken klingen. Die roten Nordkoreaner haben sich die Verhörchemikalien nicht alleine ausgedacht, sondern hatten Hilfe von ihren Verbündeten, allen voran der Sowjetunion und der CSSR. Das militärchemische Vorpreschen der letzteren schon in den 30er-Jahren ist vielen bis heute nicht bekannt. Schon in vorkommunistischen Zeiten verfügten ihre Labors über viele psychotrope Substanzen.
Die aufgeschreckten US-Amerikaner forschten nun fleißig drauf los und probierten die Wirkung ihrer Entwicklungen auch an Menschen. Nicht alle waren mit diesen Versuchen einverstanden. Wie weit diese Versuche gingen, ist bis heute umstritten. Oft sind die Darstellungen verschwörungstheoretisch übertrieben. Es gilt aber als sicher, dass sie stattgefunden haben.
Besonders bekannt ist der Name MK ULTRA, einem Projekt der CIA zur Verbesserung der Verhörtechnik und zur Gedankenkontrolle, das 1953 nach dem Koreakrieg begonnen wurde und an tausenden Patienten durchgeführt wurde. Als Wirkstoffe gab es u. a. LSD und Meskalin. Dabei kam es auch zu einigen Todesfällen. Das Projekt dauerte mindestens bis in die 1970er-Jahre.
Auch der spätere "UNABomber" Ted Kaczynski war ein Opfer dieser Versuche.

Die Aktivisten der Gegenkultur wollten scheinbar das Gegenteil, agierten aber strukturell ähnlich. Die Hippies und andere Oppositionelle wollten sich mit Hilfe des LSD von gesellschaftlichen Zwängen und innerpsychischen Verkrampfungen lösen und die "westlich-materialistische" Industriegesellschaft überwinden. Sie übersahen dabei, dass diese Gesellschaft durch ihre Produktivität auch Vorteile brachte und dass auch asiatische Philosophiesysteme wie die der Inder, Chinesen und Japaner Schulen haben, die sich einer materialistischen Lebensweise verschreiben.
Theodore Roszak beschrieb diese Wahrnehmungsprobleme in seinem Buch "The Making of a Counter-Culture" (dt. Gegenkultur), mit dem er auch den Begriff prägte. Roszak war selber ein linksliberaler Geschichtsprofessor, erkannte unter den oppositionellen Gruppen der 60er-Jahre aber auch Ansätze, die auf dem Holzweg waren.
In der Praxis führte ein moderater Drogenkonsum tatsächlich zur Entkrampfung und Bewusstseinserweiterung, ein hoher Konsum aber - und der wurde häufig praktiziert - zu Bewusstseinsverfälschung, Psychosen, Verarmung und manchmal zum Tode. Somit spielte der LSD-Konsum der Gegenkultur wieder dem Establishment, also den Herrschenden in die Karten!
Die Hippies schwächten sich selber oder wurden sogar durch gezielte Anlieferungen durch Geheimdienste zersetzt. Besonders wirksam war dieses Vorgehen als Cointelpro-Maßnahme gegen die "Black Panther Party".
Schon kurz nach dem Summer of Love 1967 war man in Machtkämpfe verstrickt. Einige Dealer starben. Zum Durchsetzen ("enforcen") der eigenen Claims bediente man sich Bikergruppen wie der "Hells Angels", also eigentlich rechter Rebellen. Darüber hinaus bildeten sich neue Netzwerke, bei denen der Unterschied zwischen politischer Rebellion und kriminellem Habitus nicht immer ganz klar war: Ein berühmtes Beispiel ist die Brotherhood of Eternal Love (BEL), die es immerhin schaffte, zusammen mit den Weathermen (Weather Underground Organisation/WUO) den sog. Drogenpapst Timothy Leary aus dem Gefängnis zu befreien.
Am Ende machte jedoch das FBI der Organisation ein Ende.


Bleibt die Frage: WILL MAN DAS?-Der "Sänger" MARILIN MANSON soll mal gesagt haben: I don't like the drugs, but the drugs like me. Sehr geistreich, aber eine gefährliche Verharmlosung!-Dennoch: Es hat den Anschein: Ohne Drogen geht es nicht. Wahrscheinlich hat der Mensch, diese gigantische Fehlkonstruktion der Natur, die es besser nicht gäbe, die sprunghafte Entwicklung der Großhirnrinde in seinem "Oberstübchen" nicht ganz verkraftet. Daher: Hopp in der Kopp! Das Dasein ist ja auch-wie man mal wieder an den Anschlägen in Paris gesehen hat-nur allzu grausig. Und die Realität?
--- Welcome to your nightmare! ---


QUELLEN:
Wikipedia
Meyers Großes Taschenlexikon

JOHANNES VON BUTTLAR: ZEITSPRUNG-AUF DER JAGD NACH DEN LETZTEN RÄTSELN UNSERES LEBENS.


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by collegae

Montag, 16. November 2015

FICHTE, JOHANN GOTTLIEB (EINSCHL. ATHEISMUSSTREIT)






* 19.05.1762 in Rammenau (Oberlausitz)
+ 29.01.1814 in Berlin 


Johann Gottlieb Fichte war ein deutscher Philosoph. 


Fichte war der Sohn eines Bandwirkers. Er studierte seit 1780 Theologie und dann Philosophie in Jena und später in Leipzig. Im Anschluss war er zum Broterwerb lange Zeit als Hauslehrer tätig, u. a. auch zwei Jahre in Zürich.
Nach der Rückkehr 1791 beschäftigte sich Fichte mit der Philosophie Kants und publizierte 1792 anonym "Versuch einer Kritik aller Offenbarung".
Dieser Text wurde zunächst für die allgemein erwartete Religionskritik Kants gehalten (→ "Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft", erschienen 1793) und verschaffte Fichte, als seine Autorschaft bekannt wurde, den ersten literarischen Ruhm. Ihm wurde ein Lehrstuhl für Philosophie in Jena angeboten. 1794 trat Fichte seine Professur an: Seine Schwerpunkte waren Wissenschaftslehre, theoretische Philosophie, Rechts- und Moralphilosophie.
In den Jahren 1798 und '99 entwickelte sich der sog. Atheismusstreit zwischen Friedrich Karl Forberg, Fichte und der herzöglichen Regierung in Weimar. Nach dem Erscheinen der Streitschrift "Atheismusstreit" 1799 wurde Fichte vom Fürstenhof in Weimar zum Rücktritt gezwungen.

Fichte ließ sich nicht beeindrucken und publizierte weiter. 1805 erhielt er einen Lehrstuhl für Philosophie in Erlangen. 1806 hielt sich Fichte eine Zeit lang in Königsberg, der Geburtsstadt Kants, auf.
1806 löste sich auch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation auf, was nicht zuletzt durch den Druck Napoleons geschah. In der Folgezeit sollte sich die Überlegenheit des napoleonischen Frankreichs immer mehr als Thema für Politik und Philosophie erweisen. 
Im Winter 1807/08 forderte Fichte in seiner/n "Rede(n) an die Deutsche Nation" eine geistige Erneuerung durch eine allgemeine deutsche Nationalerziehung.
1810 wurde Fichte Dekan der auf Initiative Wilhelm von Humboldts neu gegründeten Universität Berlin (später: Friedrich-Wilhelms-Universität) und 1811/12 ihr erster gewählter Rektor.
Fichte rief weiterhin zum Widerstand gegen die französischen Expansionsbestrebungen auf und forderte ein deutsches Nationalbewusstsein ein. Im Kriegswinter 1813/14 erkrankte er am grassierenden Fleckfieber und starb Anfang 1814 an der Krankheit.



DER ATHEISMUSSTREIT: Vorüberlegungen

Fichte setzte sich im Vorfeld des Atheismusstreits in seinen Abhandlungen und Vorlesungen mit der Metaphysik des Aristoteles auseinander:

- A <> A
=
- entweder A oder non-A
- Grundsatz des Widerspruchs und des ausgeschlossenen Widerspruchs
=
- Grundsatz vom ausgeschlossenen Dritten
  (tertium non datur) [Zweideutigkeit/Bivalenz]

Des weiteren setzte er sich mit der Ontologie von Wolff und Leibniz (Vgl. Spinoza) auseinander:

- Fundamentales über Seiendes
  (wenn Widerspruch ausgeschlossen)
- Aufgliederung bei Leibniz/Wolff/Spinoza:
  Psychologie, Theologie (rationale) und Kosmologie

Fichte kritisierte dabei den Begriff der Offenbarung und zieht Vergleiche zur Philosophie Feuerbachs:
- Bsp.: Moses (steigt auf den Berg), Johannes, „Jungfrau“ Maria
→  einfach glauben?

- Religion im Menschen vorhanden
- diese „Externalisierung“ sollte von der Philosophie rückgängig gemacht werden
- praktische Vernunft = Göttliches?
- psychologischer Begriff der Projektion (beim Dozenten) umstritten

Es werden weitere Fragen aufgeworfen:
Sind die Glaubensinhalte beweisbar?
Ist die Religion ein angemessenes Mittel für diejenigen, die anders nicht moralisch werden können?

Beweislage:
- es gibt keinen Beweis a priori oder a posteriori, dass etwas auf ein Vorgang göttlicher Kausalität beruht (auch laut Fichte)
- stattdessen gilt ?


Beispiele für Wunderglauben bei der katholischen Kirche:
- Papst Johannes Paul II. akzeptierte Wunder ausdrücklich
- der süditalienische Kapuzinerpater Padre Pio soll wundersame blutende
  Wundmale gehabt haben;
  später wurde Manipulationsverdacht erhoben:
  man sprach vom "Säurenheiligen“!


DER ATHEISMUSSTREIT: Verlaufsabriss

Der sogenannte Atheismusstreit entwickelte sich während Fichtes Lehrtätigkeit in Jena. Die Universität Jena unterstand damals dem Hzgt. Sachsen-Weimar-Eisenach (kl. Staat im noch existierenden Heiligen Römischen Reich Dt. Nation).
Der Atheismusstreit war eine religionsphilosophische Auseinandersetzung in den Jahren 1798 und '99 zwischen Friedrich Karl Forberg und Johann Gottlieb Fichte auf der einen und der herzoglichen Regierung auf der anderen Seite. Gegen Forberg und Fichte wurde eine Anklage wegen Asebie (Gottlosigkeit) erhoben.
Während seines Ärgers mit den Behörden drohte Fichte „unklugerweise“ mit Rücktritt, was Herzog Carl August dann als Gelegenheit nutzte, ihn zu entlassen. Gleichzeitig stieg die kontinentalpolitische Bedrohung durch Napoleon. Viele Gelehrte dachten daraufhin an Wegzug, darunter Philosophen, Mediziner, Theologen. Einige gelehrte Emigranten sind dadurch heute im Ausland sehr berühmt: z. B. Krause (Südamerika).

Andere Beispiele für Gelehrtenstreite ungefähr aus dieser Zeit sind:
- Ludwig Sand (vs. Kotzebue)
- Bruno Bauer
- Kuno Fischer
 

QUELLEN:

Wikipedia
Meyers Großes Taschenlexikon
-
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/italien-bangt-padre-pio-ein-saeurenheiliger-1488980.html



Sonntag, 8. November 2015

JUSTINIAN I.

File:Meister von San Vitale in Ravenna.jpg
Mosaikdetail, San Vitale (Ravenna)



* ca. 482 in Tauresium (bei Justiniana Prima)
+ 14.11.565 in Konstantinopel

Flavius Petrus Sabbatius Iustinianus (Ἰουστινιανός; Justinian) war vom 01.08.527 bis zu seinem Tod am 14.11.565 römischer Kaiser im Osten des Reiches. In einigen Quellen wird er auch als Justinian der Grosse bezeichnet, in orthodoxen Kirchen als Heiliger verehrt.

Justinian gilt als einer der bedeutendsten Herrscher der Spätantike, seine Herrschaft markiert aber auch den Übergang zum Mittelalter, in dem man das oströmische Reich auch Byzantinisches Reich nannte. Viele antike Traditionslinien wurden schwächer und der griechische Kultureinfluss stärker. Man betrachtete sich selbst aber immer noch in der Nachfolge des antiken Römischen Reiches.

Justinian versuchte entsprechend seiner Reichsauffassung den Westen des Römischen Reiches, der vorher während der Völkerwanderung untergegangen ist, zurückzuerobern, was ihm teilweise gelang.
Justinian führte erfolgreiche Kriege gegen die Vandalen (Vernichtung des Vandalenreiches in N-Afrika), gegen die West- und Ostgoten im Westen, wobei die Ostgoten in Italien völlig vernichtet wurden, gegen die Slawen im Norden und die Perser im Osten. Damit stellte er in gewissem Ausmaß das römische Weltreich wieder her.

Justinian war auch im Inneren bestrebt, seine Herrschaft zu stabilisieren und auszubauen. Dabei waren seine beiden Hauptstoßrichtungen die Durchsetzung des Christentums als "Staatsideologie" und der Kampf gegen aufständische Gruppierungen.
Im Kampf gegen das Heidentum schloss Justinian 529 die Athener Philosophenschule, die auf eine lange Tradition zurückblicken konnte.
In der innerchristlichen Debatte nahm er schriftstellerisch an dogmatischen Auseinandersetzungen teil und trat später kirchenpolitisch trotz Sympathien für die Monophysiten als Verteidiger der Orthodoxie auf (5. ökumenisches Konzil 553). 
Im Kampf gegen Aufständische bleibt besonders die brutale Unterdrückung des Nika-Aufstandes in Erinnerung, die er im Jahre 532 nach anfänglichem Zögern angeblich auf Anraten seiner Frau Theodora und angesichts der Rückkehr des Feldherrn Belisar durchführte. Dieser Aufstand war der schwerste Zirkusaufstand (Circusunruhe) der Spätantike. Der Zirkus galt nicht nur als Sportstätte und Rennbahn, sondern auch als Artikulationsort für politische Belange - vergleichbar moderner Auseinandersetzungen im Sportstadien. Dieser Aufstand griff dermaßen aus, dass erhebliche Teile der Stadt zerstört wurden. Beim finalen Gemetzel im Hippodrom wurden rund 30.000 Gegner Justinians hingeschlachtet.
Die Drahtzieher der Aufstände konnten nie ganz ermittelt werden. Wahrscheinlich spielten neben einer Volksempörung noch Oppositionsgruppen unter den Senatoren und dynastische Konkurrenten eine Rolle.

Justinian ist auch für seine rege Bautätigkeit bekannt. Besonders bekannt ist die später so genannte Hagia Sophia. Sie blieb aber nicht das einzige architektonische Zeichen seiner Macht.

Justinian gilt der Nachwelt nicht nur als politischer Stabilisator (wenn auch brutal agierend) und als Bauherr, sondern auch als wichtiger Gesetzgeber und Gesetzesreformer. Die Sammlung des "Corpus Juris Civilis" gilt als wegweisend für das römische Recht.


QUELLEN/LITERATUR:

Wikipedia
Meyers Großes Taschenlexikon
-
Prokop(ios) von Caesarea: Geschichtswerke über Kriege, Architektur und die sog. "Geheimgeschichte" (Anekdota)
-
Leppin, Hartmut: Justinian. Das christliche Experiment; Stuttgart 2011
Meier, Mischa: Herrschaft, Reich und Religion; München 2004



SANDRA GOOD (ENGLISH)

→ Virginia Good (Sister)
→ Manson Family (German)




*20.02.1944

Sandra "Sandy" Collins Good is a US-American political activist, ecologist and supporter of the Manson Family who tried to enforce her goals by all means.
Charles Manson gave her the nickname "Blue".

---

Sandra Good was born on Febuary 20th, 1944. She is the youngest of three sisters. Her older sisters are Deborah Good and Virginia Good. Virginia Good was a famous hippie activist in her region.

Sandra Good comes from a well-off banker's family. But this family was at odds in the inside. Her parents were divorced shortly after the Second World War (maybe 1946). The father was quiet and career oriented her mother was described as affectatious, who didn't care mush about her children. Therefore the education lay in the handy of the Latin-American nanny. In Sandy's case there has to be added that she was often ill as a child and almost died of a lung damage when she was a baby. Her mother was called back while leaving the hospital when Sandy finally survived.
Later when Sandra Good was politically active and stated in interviews she now was even capable of killing her own mother, her mother commented in a newspaper interview in the 1970s: "Why did she have to pull through?" (and meant her daughters struggle as a baby).





angebliche Schulbuchfotos von Sandra Good



Sandra Good visited Point Loma High School like her sister Virginia Good and was a member of the Student Opinion Club with Margaret Avery there. Here interests at school were Spanish, drama and music. She was viewed as quite a good student what may have been connected to the pressure of her home. 


In an interview in the 1990s she once said that she resented her social environment of these times and was annoyed that her mother expected a doctor's degree of her. Goods academic interests were biology and English. In the 1960s she got into the political conflicts of that time and changed her universities several times. It's not yet clear whether she did a bachelor's degree or not. Some biographers say no, the movie "Manson" of 1973 says yes.

Sandra Good (oben, 1. Reihe links; www.eviliz.com)

The turning point in her life was in the 60s when Sandra Good met the political movements and ... Charles Manson.
It's said that she only got to know by friends about his commune but then she caught fire. In 1968 she flew in a private plane from San Francisco to Topango and then visited the Commune. She felt a warm welcome there and from then on she was one of Mansons most zealotic supporters. With time the commune was called the "Manson Family".

The Family was at first driving around in a black school bus and then joined the house(hold) of Beach Boy Dennis Wilson. Later they went to the Spahn Movie Ranch and try to discover the surrounding territory directing to Death Valley.
As soon as Mai 1968 she got into trouble with police because of the possession of marihuana. On August 8th '68 she was caught together with Mary Brunner because of credit card fraud.
But this arrest together with the fact that she was heavily pregnant were positive to her "criminal record": She was not drawn into (involved) the Tate-LaBianca-Murders!
It seems she was sympathizing with these murders (→ interviews). But there is nothing known about her participation or connivance in additional murders.

On 16 September Sandra Good gave birth to her son Ivan. Because of the polygamous sex life in the family, she did not know who the father was. Charles Manson, her former husband / husband Joel Pugh (whom she disowned as husband in some interviews), and Bobby Beausoleil. Sandra Good asked Joel Pugh to recognize paternity. He was a biologist and her acquaintance with the families and from the academic pages. Sandra Good had also brought him to the family, but he remained skeptical. Pugh, however, decided to "find himself" on a long voyage through South America. Members of the Manson Family may have been present, including Bruce Davis. On 1 December 1969, Pugh's corpse was found in a London hotel. His throat was cut twofold, but the police decided to commit suicide. Later a murder theory was developed, according to which the manson-follower Bruce Davis was the murderer. Davis visited Britain around the time to get in touch with Scientology offices there, and possibly to work with Joel Pugh to settle an inheritance.

Sandra Good und Joel Pugh Ende 1967

When the actions of the Manson Family became extinct at the end of 1969, because Susan Atkins had imprisoned the killings in jail, a murder weapon was found, and the investigators talked with the rocker about the manners of the family, a gigantic process against Charles Manson and his murderers from. The Manson Family was now no longer active only on their ranches, but acted as process influencers.

Sandra Good was one of the supporters who regularly held vigils before the process building and began singing. When Manson cut his hair out of protest and burned an X in the forehead, Good followed him as many followers.

Lynette Fromme und Sandra Good mit Sohn Ivan bei einem Prozess

But the Manson supporters were not left with symbolic protests. In August 1971, they tried, together with AB members, to attack a gun shop in Hawthorne. This coup failed, however, because the seller could trigger a silent alarm and because the arriving police appeared as a shooter. Many mansonites were injured, but no one was killed. Supposedly, the captured weapons should be used to take a jumbo jet to free Manson. If the state does not yield, a hostage should be shot at every time interval.

Sandra Good was not on the scene but was arrested in October 1971 for helping Kenneth Como escape the Hall of Justice.

During the Manson trial, Charles Manson, Tex Watson, Susan Atkins, Leslie van Houten, and Patricia Krenwinkel were lucky enough to win their death sentences in 1972 by a decision of the California Supreme Court Prison sentences. Bruce Davis and Clem Grogan were also sentenced to long prison sentences for their involvement in other murders.

N. Pitman, L. Fromme und S. Good im Film "Manson"

Sandra Good remained faithful to the Manson Family. She gave some interviews that underlined this.Good collaborated with Lynette Fromme. They were also called "Blue" and "Red". Other active followers were Nancy Pitman, Catherine Gillies, Catherine Share a.On the whole, however, changes in the group were noticeable. Manson concluded a pact with the Aryan Brotherhood for his protection in prison. At the same time the women functioned freely as messengers and slept with the free AB supporters. This, however, gave rise to another question of power.Manson had to protect his influence against that of the AB members.Sandra Good lived in this time with AB member Steve Bekins in Oregon. In July, after a supermarket attack by Bekins, Sandra Good was arrested for hiding him. Bekins tried to come to Sandra Good. When the police searched the area and also met the apartment, Good ran naked through the apartment to distract the police.Sandra Good then went to San Francisco, then had to face the allegations of hiding a wanted criminals in Oregon and moved to Sacramento after her acquittal.

Exkurs Steve Bekins:

Steve Bekins stammt aus einer Familie, die 1891 die in den USA berühmte Speditionsfirma Bekins Van Lines gegründet hat. Diese Firma half bei Umzügen zunächst mit Kutschen, stieg aber schon früh (1903) in den Transport mit Lkws ein. Die Familie expandierte zuerst national und dann international und wurde erst 2012 von einer anderen Firma, Wheaton World Wide Moving, übernommen. Die Firma arbeitete mit der Zeit sehr eng mit dem US-Militär zusammen. In der Bekins-Familie herrschten aber starke Spannungen.
Steve Bekins (* ca. 1939) ist ein Sohn von Bruce Bekins und zwei Jahre jünger als sein Bruder Marshall.
Bekins ging zwar in gute Schulen, rebellierte aber früh gegen die Familie, beging kleine Straftaten und nahm mit 17 Heroin. Leider war seine Mutter an Krebs gestorben, als er 9 Jahre alt war, so dass sie nicht mehr vermitteln konnte. Sein Vater hatte danach deren Krankenschwester geheiratet. Aufgrund der permanenten Konflikte steckte ihn sein Vater er zuerst in Heime, wo er erfuhr, was Hass bedeutete und den späteren Mörder Gary Gilmore kennenlernte (!) und danach in die Armee. Aus dieser wurde er mit 18 Jahren wegen Autodiebstahls unehrenhaft entlassen. Schliesslich wurde Bekins wegen seiner fortgesetzten Renitenz aus der Familie verstossen und enterbt. Er blieb aber stur und schlug die "Karriere" eines Berufsverbrechers ein, die er mit Familienperfektion vorantrieb.
Bekins wollte fortan das Leben eines Ausgestossenen leben und kriminellen Idealen folgen, merkte aber mit der Zeit, dass es trügerische Ideale waren. Im Gefängnis nahm er auch Kontakt zur Aryan Brotherhood auf. Während einer Haftzeit erfuhr er Anfang der 70er-Jahre durch die Medien und Bekannte von den Taten der Manson Family. Als Ronald Reagan zur Entlastung des Staatshaushaltes von Kalifornien 1972 viele Häftlinge entliess, nutzte Bekins die Chance, um die Anhängerinnen von Charles Manson zu treffen. Er hatte gerade 6 Jahre wegen bewaffneten Raubes abgesessen, war auf der Suche nach etwas Neuem und hatte von einem Freund von den Frauen gehört. Bekins begeisterte sich für die Philosophie der Family und bandelte mit Sandra Good an. Er wirkte auch gebildeter als die anderen AB-Kriminellen, mit denen die Manson Family zu dieser Zeit paktierte und wirkte recht sportlich. Da er sich aber weiterhin mit Einbrüchen und anderen kriminellen Aktivitäten finanzierte, wurde die Polizei bald wieder auf ihn aufmerksam und nahm in ihn fest. Vor dem Prozess versuchte er noch einmal, mit Good zu fliehen, wurde aber wieder erwischt.
Im Gefängnis verschlimmerte sich Bekins Lage. Als der Komplize Randall Darrien gegen ihn aussagte, wollte er sich im Oktober 1973 an diesem rächen und stach mit einem Komplizen (Paul Akins) in Darriens Zelle auf ihn ein. Der Häftling wurde für tot gehalten, überlebte aber den Anschlag knapp. Das führte zu einer deutlichen Verlängerung seiner Haft. Sandra Good besuchte Bekins mehrfach in der Haft, stellte aber fest, dass er durch die gefängnisinternen Machtkämpfe psychisch verhärtet war. Auch sein Bruder Marshall besuchte ihn in der Haft. Bekins blieb bis in die späten 80er-Jahre in Haft. Journalisten schrieben, dass er den Bau und den Fall der Berliner Mauer hinter Gittern erlebt habe.
Nachdem er wieder freigelassen wurde, begann er eine erneute Dummheit und überfiel im Dezember 1990 eine Bank. Die Flucht in einem Plymouth wurde schon kurz darauf gestoppt, als Bekins in ein Motorrad rauschte (der Fahrer überlebte) und sich herausstellte, dass er im Gefängnis das Steuern von Fluchtfahrzeugen verlernt hatte. Da der Täter eine Maske getragen hatte, war nicht ganz klar, ob es Bekins selbst oder ein Komplize war. Der Richter und die Jury sahen Bekins Schuld aber als erwiesen an. Er wurde nun zu einer Haft bis 2018 verurteilt. Er selber gab in einem Interview zu, dass er sich im Glauben an die Ganovenehre verschätzt hat und dass er zwar anfangs seinen Vater für sein Abdriften verantwortlich gemacht habe, es jetzt nach Jahrzehnten aber nicht mehr tun könne. Bekins galt aber auch in Haft als besonderer Krimineller, der wortgewandt und "prinzipientreu" war und keine Komplizen verriet.
Bekins weiterer Verbleib ist dann nicht mehr genau dokumentiert. Es ist nicht einmal klar, ob er noch lebt. Einige Menschen, die Gefangenen in Haft Briefe schreiben, bestätigten den Kontakt zu ihm. Im Internet kursieren Behauptungen, dass er 2015 freigelassen werden soll (www.mansonblog.com).

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Die Aktivistinnen in Sacramento

Während der oben genannten Ereignisse änderten die Manson-Anhängerinnen ihre ideologische Ausrichtung. Das galt v. a. für Good und Fromme. Manson gründete den "Order of the Rainbow", wo man sich jetzt stärker auf eine ökologische Ausrichtung konzentrierte und von einem polygamen zu einem fast asketischen Lebensstil wechselte. Einige Frauen nannten sich nach Regenbogenfarben und trugen bunte Nonnengewänder. Bei solchen Aktionen und Prozessionen in Nonnengewändern, bei denen die Frauen auch historische Gräber aufsuchten, war einmal auch die deutsche Boulevardzeitschrift "Neue Revue" zugegen.

Das Problem war aber, dass immer wieder Mitglieder von der Gruppe abfielen oder die Gruppe sich spaltete. Auch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit liess nach.
Neben dem "Order of the Rainbow" gründete man damals den "International People's Court of Retribution", wohl inspiriert durch politische Gruppen der Zeit wie die Weathermen (Weather Underground Organisation) oder die Symbionese Liberation Army. Laut Selbstdefinition war der IPCR eine Kampforganisation mit vielen Anhängern, die gegen Umweltverschmutzer gerichtet war. Zu dieser Kampfgruppe gehörten im Kern aber nur Sandra Good, Lynette Fromme, deren engster Umkreis sowie einige AB-Anhänger.  
Im Jahre 1974 initiierte Manson dann die Aktion "Ökokill". Der aktive Kern der Gruppe bestand noch aus Sandra "Blue" Good und Lynette "Red" Fromme. Manchmal stiess auch Nancy Pitman zu der Gruppe hinzu. Einige Frauen, besonders Mary Brunner und Catherine Share, sympathisierten inzwischen mehr mit Kenneth Como als mit Charles Manson.
Fromme und Good liefen damals mit Kapuzengewändern durch Sacramento, um einen "Ökokill" anzukündigen. Gleichzeitig besuchten sie Industrieanlagen und drohten mit Gewalt, wenn der Umweltverschmutzung nicht Einhalt geboten würde. Juristisch problematisch waren besonders die Drohbriefe, die sie an leitende Angestellte verschickten sowie die Drohanrufe, die sie tätigten. Dabei verstellten sie ihre Stimme und sprachen z. B. mit deutschem Akzent. Unterstützt wurden sie dabei von einigen für die Family neu angeworbenen Frauen und möglicherweise von einigen AB-Anhängern.
Auch die Nixon-Regierung erhielt einen Drohbrief, in dem ein Angriff mit Hackmessern erwähnt und Vergleiche mit den Tate-LaBianca-Anschlägen und My Lai gezogen wurden. Das Medienecho war trotzdem gering.
Beobachter vermuten, dass das Lynette Fromme dazu veranlasste, ein Attentat auf Präsident Ford zu verüben. Sie stürmte im September 1975 mit einer teilgeladenen Waffe auf den Präsidenten zu, konnte aber überwältigt werden. Angeblich wollte sie mit dem Präsidenten nur über die Redwood-Bäume reden.
Die Polizei ermittelte daraufhin im Umfeld von Fromme und durchsuchte ihre Wohnung. Auch Sandra Good geriet ins Visier, ihr konnte aber keine Mittäterschaft nachgewiesen werden. Für die Sicherheitsdienster war der Anschlag auf Ford ein Desaster, weil man im Vorfeld zwar mehrere linke und Rechte Gruppen im Visier hatte, aber eben nicht den IPCR.
Good gab nach dem Attentat ein berühmt gewordenes CBC-Radiointerview und stritt sich dabei heftig mit der Moderatorin Barbara Frum. Sie kündigte darin eine "wave of assassins" gegen Umweltverschmutzer an.
Lange blieb sie nicht passiv und schickte im selben Monat Briefe an eine Liste von Managern aus Wirtschaft und Politik. Dabei machte sie aber den Fehler, diese einem Freund zu übergeben, der dann das FBI informierte.

Im Dezember 1975 wurde Sandra Good dann mit der neuen Manson-Anhängerin Susan Murphy wegen der Drohbriefe in Sacramento angeklagt, im März 1976 schuldig gesprochen und im April verurteilt. Sie erhielt eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren, von denen sie dann knapp 10 absitzen musste.

Sandra Good machte in den 70er-Jahren aber noch eine weitere Bekanntschaft - neben denen mit Manson und AB-Mitgliedern, die einflussreich werden sollte: Die mit James Mason.
James Mason (nicht der Schauspieler!) war ein US-amerikanischer Nazi, der neben Hitler auch mit Lincoln Rockwell sympathisierte. Als er von den Tate-LaBiance-Morden hörte, wurde er gleich neugierig und wollte die Family aufsuchen. An sich konnte er als Rechtsextremist wenig bis nichts mit Hippies (also "Linken") anfangen, bewunderte aber deren entschiedenes Vorgehen gegen das ihm verhasste Hollywood.
Mason ist auf einigen Fotos auch als Begleiter von Sandra Good zu sehen. Er sprach sich auch mit Manson über sein weiteres politisches Vorgehen ab. Schon vorher hatte Mason mehrere rechtsextreme Gruppierungen gegründet und und konzipierte nun unter Mansons Einfluss den Universal Order. Diese Organisation war zwar rechtsextrem, aber eher revolutionär als konservativ gesinnt und in ihrer Ideologie mit spirituellen Elementen durchsetzt. Ihr von Manson entworfenes Symbol enthielt eine Swastika mit einer Waage (vgl. Justitia-Symbol). Diese Entwicklungen führten von den 70ern in die 80er und fanden z. T. während Sandy Goods Inhaftierung statt.

Sandra Good und James Mason

Im Dezember 1985 wurde Good auf Bewährung freigelassen. Sie selber verliess das Gefängnis nur ungern. Sie durfte sich in der Bewährungszeit nicht in Kalifornien aufhalten. Sofort nach dem Ablauf der Frist zog sie jedoch in die Nähe des Corcoran State Prison.


Sandra Good, mutmasslich nach ihrer Freilassung, mit Widmung (in Blau!)


Sandra Good setzte sich nach ihrer Freilassung weiter für den Umweltschutz ein und arbeitete dabei viele Jahre mit dem Aktivisten George Stimson zusammen. Sie hatte auch viele berühmte Auftritte in Talkshows, darunter auch beim Präsidentensohn Ron Reagan. Einige Talkshow-Auftritte hatte sie auch mit Stimson. Beide unterstützten auch Mansons Gruppe ATWA (Air Tree Water Animals). Im Januar 1996 stellte ATWA eine Homepage über ihre Absichten online. Diese ging einige Jahre später wieder vom Netz.
Für eine bestimmte Zeit war die ATWA-Seite später aber wieder im Netz präsent. ATWA hat auch andere virtuelle Repräsentanzen.

Sandra Good in der Ron Reagan Show


Sandra Good in der Bertice Berry Show

Nach den frühen 90er-Jahren trat Sandra Good nicht mehr im Fernsehen auf. Und die erwähnte Internetpräsenz von ihr enthält kaum neues Material. Gelegentlich sickerten aber digitale Aufnahmen von ihr durch, so dass man in etwa weiss, wie sie danach aussah.
Die Aufnahmen kamen über die Homepage ihres zeitweisen Freundes George Stimson (www.gpsjr.com) sowie über diverse Mansonblogs (z. B. www.eviliz.com/später: www.mansonblog.com und www.lsb3.com) an die Öffentlichkeit.

Sandra Good und George P. Stimson bei der Gartenarbeit

Sandra Good um 2010 bei der Hausarbeit


Sandra Good im Frühjahr 2013 bei einem Ausritt (Quelle: www.gpsjr.com) 

Das Quellenmaterial über Sandra Good ist reichlich, aber verstreut, da es an grossen Monographien fehlt.
Bei den Presseerzeugnissen liegen neben den einschlägigen Berichten der Tagespresse viele Reportagen von
Nachrichtenmagazinen wie Time, Newsweek, Der Spiegel u. a. vor.
Interessant ist auch ein Artikel Paul Krassners über einen Besuch von ihm bei Sandra Good, Lynette Fromme und Nancy Pitman in den frühen 70er Jahren, der auch beim Autor Jess Bravin erwähnt ist.
Über Sandra Good gibt es auch viele Fernseh- und Radioreportagen, in denen sie oft selbst auftrat. Diese beschäftigen sich entweder alleine mit ihr oder im Zusammenhang der Manson Family.
Seit der Verbreitung des WWW liegen auch viele Homepages (Blogs usw.) über die Family vor, die sich auch mit ihr persönlich beschäftigen.
Blogs, die sich mit der Manson Family früher und heute beschäftigen wie z. B. www.eviliz.com haben auch Fotos von Sandra Good veröffentlicht. Eine interessante Quelle ist auch www.gpsjr.com von George Stimson, mit dem sie einige Zeit zusammen war. Daneben gibt es natürlich noch viele weitere Seiten.
Auf dem Büchermarkt gestaltet sich die Suche dagegen schwieriger. Über Sandra Good liegen anders als über ihre Freundin Lynette Fromme keine Biographien vor, die sich nur mit ihr beschäftigen. In der Fromme-Biographie "Squeaky" von Jess Bravin sind aber auch viele biographische Informationen über Sandra Good erhalten. Bravin erwähnt in diesem Buch auch den Besuch Paul Krassners, der für seine Artikel über Manson und seine Anhängerinnen bekannt ist. Weitere Informationen über sie und ihre Familie findet man in "Ginny Good" von Gerard Jones, einer Biographie über ihre Schwester, die ebenfalls in den Protestbewegungen der 60er-Jahre aktiv war.
Einige Informationen über sie kann man auch in Monographien über Manson und über seine Family erhalten.
Über Good erhält man auch viele Informationen bei Paul Krassner, der sie früher besucht hat
Sonstige Informationen sind meistens aus dem Internet zusammengetragen.



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