Fachbereiche: Geschichte, Sowi, Philosophie; Sprachen; Wirtschaft, Recht; Nawi, Biologie, Technik und Blödsinn.
Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik (und Realienkunde) hervorgegangen, die sich dann in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt hat.
Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch; Latein, Altgriechisch; Russisch, Japanisch, Chinesisch; Mittelägyptisch etc.
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Freitag, 29. Mai 2015

MIKROSKOPIE

EINZELLER IN FLACHEN GEWÄSSERN


GLOCKENTIERCHEN

Glockentierchen (Wikipedia)

PANTOFFELTIERCHEN (Paramecium aurelia)

Pantoffeltierchen (Wikipedia)


BOTANIK

MAIS (Zea mays)

Maiswurzelspitze (biologie.uni-hamburg.de)
MAULBEERE (Morus)

Rote Maulbeere (Morus rubra)

Rote Maulbeere (USB-Mikroskop)


PINIE (Pinus pinea)

Pinien-Pollen (im Auflicht)
SCHRAUBENALGE (Spirogyra)

Die Schraubenalge (Spirogyra) ist eine Gattung der Grünalgen. Sie gehört zur Familie der Zygnemataceae. Die fadenförmige (trichale) Spirogyra tritt häufig im Frühjahr in ruhigen Gewässern als Ansammlung von frei schwebenden, hellgrünen Fäden auf.

Schraubenalge

Schraubenalge (USB-Mikroskop)



Donnerstag, 28. Mai 2015

LINUX & BSD (PRAXIS): FREIE BETRIEBSSYSTEME AN SICH



Wenn man ein freies Betriebssystem sucht, frei sowohl in bezug auf Kosten als auch in bezug auf Softwarefreiheit, dann bieten sich besonders Linux und BSD an. Beide stammen aus dem Umfeld von Unix, können also als Unix-Derivate ("Unixoide") bezeichnet werden.
Den Streit, ob man beide auch als Unixe/Unices bezeichnen kann oder nur BSD oder keines von beiden, schieben wir mal beiseite und überlassen ihn anderen.
Linux-Distributionen sind viel weiter verbreitet als BSD und verfügen an sich über viel mehr Software. "An sich" deshalb, weil die meisten BSD inzwischen zu Linux-Software kompatibel sind. BSD leidet aber ein bisschen daran, dass es nur wenige für den Endanwender nutzbare Distributionen gibt.
Linux ist eigentlich ein Kernel, der erst durch die Distribution zum Betriebssystem wird. Nach etwas wackeligen Anfängen kann sich Linux durchaus als ernstzunehmendes Betriebssystem bezeichnen. Probleme gibt es allerdings bei der Ausführung solch etablierter Programme wie MS Office und PhotoShop sowie bei einigen wichtigen Spielen (wichtig ist relativ).
Trotzdem ist der Funktionsumfang mitgelieferter oder auf Servern bereitgestellter Programme inzwischen enorm. Linux ist kostensparend, relativ sicher und telefoniert nicht so stark in die Welt hinaus wie Windows und (Mac) OS X.
 
Es gibt noch weitere Optionen außer Linux und BSD, z. B. das Unix-Derivat OpenSolaris/OpenIndiana auf Basis von Solaris und damit System V, Amiga-Derivate wie AROS (z. B. Icaros Desktop), BeOS-Derivate wie Haiku oder AtheOS-Derivate wie Syllable, aber das lassen wir auch mal beiseite.
Diese Entwicklungen sind ggf. für Computerfreaks interessant. Ihre Anwendungsfähigkeit im Alltag ist aber beschränkt. Das soll aber nicht heißen, dass es einzelne Systeme einmal schaffen werden, groß herauszukommen, wie es einst Linux geglückt ist.


I. Linux

Wenn man ein Linux installieren möchte, das haben wir sicher auch schon an anderer Stelle geschrieben, empfiehlt sich die Hitlist von Distrowatch.com.
Dort kann man davon ausgehen, dass mindestens die Top 10 mit Ausnahme von Arch Linux wählbar ist. Arch wird nicht deshalb ausgenommen, weil es schlecht wäre, sondern weil es etwas für Profis ist.

Zu den Top-Linuxen zählen ungefähr die Top-Distributionen in der Liste von Distrowatch.com - minus Arch Linux, das nur für Profis geeignet ist.
(Die Reihenfolge mag sich bei Distrowatch ändern):

- Linux Mint:
  beruht auf Ubuntu oder Debian

- Ubuntu und Verwandte (Kubuntu, Xubuntu, Lubuntu, UbuntuMate usw.):
  eine seit 2004 verfügbare populäre Distribution

- Debian:
  gilt als grundsolide Distribution, aber etwas "unbehauen,
  gerne als Server verwendet

- openSUSE:
  eine auf Slackware gegründete Distribution, die ihre eigene Wege geht

- Fedora:
  basiert auf RedHat

- CentOS:
  basiert auch auf RedHat, aber eher für Server geeignet

- Mageia:
  beruht auf Mandrake/Mandriva 

- Manjaro:
  beruht auf Arch, ist aber einfacher zu bedienen

- elementary:
  beruht auf Ubuntu, orientiert sich aber optisch an Apple 
 
- PCLinuxOS:
  beruht auf einer älteren Version von Mandrake (Derivat von RedHat),
  hat aber den Paketmanager von Debian

- OpenMandriva Lx:
  beruht auf Mandrake/Mandriva, geht im Design eigene Wege;
  gewisse Einschränkungen: Updates haken leicht 


Die Installation dieser Systeme ist, wenn es nicht zu gravierenden Softwareunverträglichkeiten kommt, kein Hexenwerk. Diese Systeme besitzen eine klare Menüführung (selbst getestet).


II. BSD

BSD ist eine Hauptlinie des Unix-Stammbaumes von der Universität Berkeley. Anfangs war BSD nur als Patch-Sammlung für Unix gegründet worden. Später entwickelte sich daraus ein eigenes System und wurde aus juristischen Gründen nicht mehr Berkeley Unix sondern Berkeley Software Distribution genannt.

Die BSDs lassen sich traditionell in FreeBSD, OpenBSD, NetBSD und DesktopBSD unterteilen. DesktopBSD kam erst 2003 offiziell dazu.

Diese Systeme müssen aber recht kompliziert installiert werden. Am einfachsten ist noch FreeBSD.

Es gibt leider nur wenige Populärdistributionen von den BSDs. Die meisten basieren auf FreeBSD:

- PC-BSD:
  umfangreich, aber etwas überladen und langsam

- GhostBSD:
  näher an FreeBSD gehalten, anfangs aber recht absturzgefährdet


III. System V-Derivate

Der Stammbaum von Unix hat viele Verzweigungen. Neben der BSD-Hauptlinie gibt es noch die System V-Linie. 

- OpenSolaris:
  Eine freie Version von Solaris, die aber nicht mehr weiterentwickelt wird.
  (Grund: Sun wurde von Oracle übernommen.)

- OpenIndiana:
  Eine Weiterentwicklung von OpenSolaris durch eine andere Gruppe.
  An diesem System ist aber noch einiges zu bearbeiten.


IV: Weitere Systeme mit geringerer Bedeutung:

- AROS:
  Ein Amiga-Nachbau, z. B. als IcAROS.

- Haiku:
  Ein BeOS-Nachbau, der aber noch kaum als funktionsfähig zu bezeichnen ist.












Sonntag, 3. Mai 2015

ANTIKE IN COMICS

Die Darstellung (klassisch-)antiker Themen in modernen Medien ist schon häufig Thema von Abhandlungen gewesen. Man denke an die Darstellung antiker Stoffe in Sandalenfilmen.

Die Darstellung der Antike in Comics wurde aber noch nicht so genau beleuchtet. Die meisten Menschen denken bei dem Thema zuerst an Asterix. Es gibt aber viele weitere Beispiele.


ASTERIX

Asterix ist eine sehr erfolgreiche französische Comicserie von René Goscinny (Autor) und Albert Uderzo die im von den Römern besetzten Gallien in der Regierungszeit Caesars spielt. Der Witz der Serie besteht darin, dass es noch ein gallisches Dorf gibt, dass den Römern Widerstand zu leisten wegt.

Diese Serie ist inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt. Und wenn man den antiken Flair verstärken will, dann wähle man die lateinische Ausgabe.

Dafür verantwortlich zeichnet der Lateinlehrer Graf Rothenburg, genannt Rubricastellanus. Dieser teilte in Interviews mit, dass er selber im Lateinunterricht sehr gelangweilt war und selber mit Schülern in den 70er-Jahren Motivationsprobleme gehabt habe. Die Übersetzung von Asterix-Bänden ins Lateinische deutete sich dann allmählich als Ausweg an. 






DER GALLISCHE KRIEG UND DIE METAMORPHOSEN VON RUBRICASTELLANUS

Der Übersetzer der lateinischen Asterix-Bände, Graf Rothenburg ("Rubricastellanus") hat auch andere Comics mit antikem Inhalt übersetzt. Diese Werke waren sogar viel näher am historischen Original gehalten.







FRANKOBELGISCHE COMICS


Alix der Gallier 




Atalante



Murena


Vae victis!





JAPANISCHE COMICS


Nausicaa



Ulysses 31




QUELLEN

Wikipedia
allgemeine Internetquellen
Graf Rothenburg:
- www.rubricastellanus.de/index.html

Spiegel:
- www.spiegel.de/spiegel/print/d-13528665.html





Samstag, 2. Mai 2015

DOKU-LISTE

Geheimer Krieg - Die Operationen der US-Geheimdienste in Deutschland (2013, Phoenix)
[Christian Fuchs, John Goetz, Niklas Schenck]

Die Macht der Ratings (2012, 3sat)

Der Ball ist rund - Im Zentrum der Fussballproduktion (2010, ZDF/ORF/Blackbox)

Lebend Begraben, von Werner Herzog (2010, ZDF)

Manson - Menschensohn (WDR)

Charles Manson Superstar (1989)
[Nikolas Schreck]

Manson (1973)
[Robert Hendrickson, Laurence Merrick]

Polen - Vom Aussteigen und Ankommen (2014) 

Die Schattenkrieger. Die deutsche Untergrund-Truppe "Stay-behind" (Ulrich Stoll)

Brandstifter im Staatsauftrag. V-Leute und der NSU (2014)





Freitag, 1. Mai 2015

MITTELALTERMARKT: MANNHEIM 2013 (MA)










MITTELALTERMARKT: MANNHEIM 2012 (MA)

Der Mittelaltermarkt Mannheim 2012 litt ein bisschen darunter, dass wir unsere Aufnahmen nicht sofort nach dem Reingehen geschossen haben. Wir wollten noch eine zweite Begehung bei Tageslicht machen, aber dann dauerten unsere Fechtsessions ewig und dann verquatschten wir uns noch am Stand des Waffenhändlers Anher. So gelangen uns nur ein paar Dunkelaufnahmen, was wir durch Verwenden externer Aufnahmen ausgleichen müssen. Dass wir uns beim Fechten und beim Anher-Stand so lange unterhalten haben, bereuen wir aber deshalb nicht, weil wir beim Fechten die Fechtgruppe Luyifer um Michi Eberle kennengelernt haben und durch die Gespräche mit Marktbesuchern am Stand wichtige Informationen über die Bereiche Historisches Fechten und Kriminologie erlangen konnten.


-




Im Einsatz gegen die Fechtgruppe Luyifer.


MITTELALTERMARKT: BEILSTEIN 2013 (HN)

Was soll man zum Mittelaltermarkt 2013 in Beilstein bei Heilbronn sagen? 
Wir sind schon am Samstag angekommen, aber spät. Dafür haben wir noch das Nachtkonzert von Cradem Aventure mitbekommen (Sonntags wird immer recht früh abgebaut). Dabei trafen wir ein Pärchen, von dem er, ein Metaller, aus den neuen Bundesländern kam und es hier im Südwesten ganz witzig fand. Wir rieten ihnen davon ab, vorzeitig zu gehen, weil so ein Konzert erst bei völliger Dunkelheit mit Feuershow gut wirkt. Zu Recht - er war begeistert!
Leider hatten wir in der Eile keine eigene Kamera dabei und er ein modernes Smartphone. Der Verabredung, uns seine Videos vom Nachtkonzert zu schicken, kam er leider nicht nach. Damit ist viel an Genialem dieses Marktes für die Nachwelt verlorengegangen.
So gingen wir eben am nächsten Tag, also Sonntag noch einmal hin. Das Wetter war mittelprächtig. Und leider hatten wir auch jetzt nur einen begrenzten Speicherplatz für Fotos und Filme (auf Youtube), aber es konnten schon Impressionen eingefangen werden. 2015 wurde das besser. Beim Filmen gingen wir planvoller vor als sonst und filmten gut ausgesuchte Punkte im Panorama ab. Eine Feuershow gab es aber leider nicht mehr.






















THOMAS BORN


Thomas Born in der guten NDR-Doku "Als die Killer auf den Kiez kamen" (2012)

Crime-Pool


* 23.10.1951
+ 01.05.2015


Thomas Born wuchs in Berlin auf und interessierte sich früh für Kampfsport. Mit 13 Jahren (Quelle Wikipedia) trat er in die Judo-Abteilung des Polizeisportvereins Berlin ein. Später trainierte er Karate, danach kam Kickboxen. Kickboxen kam damals erst in Mode (u. a. durch Chuck Norris). Es wurde geschaffen, um die zerfaserten Budo-Sporten mit ihren vielen Schulen und Unterschulen untereinander vergleichbar zu machen und um Elemente europäischer Kampfsportarten wie z. B. Boxen zu integrieren.
Borns Eltern zogen derweil nach Hamburg um.

Thomas Born war in der Schule kein besonders motivierter Schüler, galt aber laut Aussagen von Lehrern als sehr zweikampfstark. Das Abitur schaffte er nur knapp. Danach war er nicht motiviert, Medizin zu studieren.
Born ging zunächst zur Fallschirmjägertruppe der Bundeswehr. Er erwies sich dort zwar als Kampfsau, hatte aber Schwierigkeiten, sich unterzuordnen. Als er sich dann noch mit einem Offizier prügelte, war der Dienst für ihn gelaufen. Hier zeigen sich schon Parallelen zum späteren Zuhälter Stefan Hentschel, der einen Ausbilder, der ihn mit Toilettensteinen (Duftsteinen) bewarf, zusammenschlug.

Diese Persönlichkeitsstruktur Borns kam nicht von ungefähr. Seine Eltern waren, was damals nicht unüblich war, dem "Vorgängersystem" der Bundesrepublik Deutschland nicht gerade abhold. Sein Vater war ein Kampffliegertyp und seine Mutter begeisterte sich für die damaligen NS-Sportideale.
Born beschrieb diese Situation Jahre später in den 90ern in einer Talkshow von Jürgen Fliege. Dort erläuterte er auch seine späteren Kiez-Auseinandersetzungen und seine Filmprojekte. Interessant ist die Passage, wo er erzählt, dass sein Vater, der seine Kiez-"Karriere" nicht so gut fand, in einem Fall von Finanzstreitigkeiten gerne auf seine (Gewalt-)Hilfe zurückgriff.

Born errang den Schwarzen Gürtel in Judo und Karate und nahm erfolgreich an Meisterschaften Teil. In Judo soll er sogar zum Olympiakader gehört haben (Qu: Wikipedia). Sein Name ist auch in Kampfsportfibeln zu finden.

Da Thomas Born keine Lust hatte, Arzt zu werden, eröffnete er in Hamburg 1976 eine Kampfsportschule (ähnlich wie Stefan Hentschel im Bereich Boxen). Hierbei kam, wie Born in einem Interview sagte, nicht er zum Kiez sondern der Kiez zu ihm (Qu: Als die Killer auf den Kiez kamen, NDR 2012).
Aus Thomas Born wurde "Karate-Tommy"!
Borns Kampfsportschule war zwar nicht die größte, aber eine der besten. Er wurde dadurch regional berühmt. Eine Zeit lang war er mit der Schlagersängerin Elke Best liiert, die mehrere Auftritte in der ZDF-Hitparade bei Dieter Thomas Heck hatte.

Mit dem Übergang zu den 80er-Jahren wurde das Auftreten auf dem Kiez generell anders. Man trug nicht mehr enganliegende 70er-Jahre-Klamotten, sondern trat gerne luftig, unbescheiden und mit den heute belächelten Föhnfrisuren auf. Deutlich erkennbar ist der Einfluss von Filmen und Serien wie Miami Vice, Rocky, Rambo, Cobra (dt. Die City-Cobra) mit Schauspielern wie Don Johnson, Silvester Stallone, Jean-Claude van Damme, Dolph Lundgren, Chuck Norris und Michael Dudikoff. Nicht selten wurde dieser aufgekratzten Stimmung mit Nasenpuder (Kokain) nachgeholfen!
Dieses an sich sehr dynamische und "berufsjugendliche" Auftreten barg jedoch Gefahren: Wenn man die Actionfilmrollen in die Realität umsetzt, entwickeln sich schnell gewaltsame und oft bewaffnete und tödliche Machtkämpfe um Geld, Frauen und Einfluss.

Auf dem Kiez war die Situation verfahren. In den 60er-Jahren hatte sich der Boxer und Hafenarbeiter (Kistenträger) Wilfrid "Frieda" Schulz zum Paten von St. Pauli emporgearbeitet. In den 70er-Jahren entstanden neue Zuhältergruppen wie die GMBH und später die Nutella-Bande und das Chikago. Die GMBH hatte sich nach ihren Chefs Gerd, Mischa, Beatle, Harry benannt, die Nutella bestand aus aufsteigenden Jungluden, die amerikanische Schlitten den traditionellen deutschen Karossen gegenüber bevorzugten und von Klaus Barkowsky angeführt wurden, das Chikago (Hans-Albers-Platz-Gruppe) war benannt nach einem Musikladen und "Eis-Café" am Hans-Albers-Platz, das von Leuten gegründet wurde, die z. T. noch im Windschatten von Wilfried Schulz groß geworden waren. Anfangs wurde es von Gustav "Jonny" Burger, Janny Gakomiros und Reinhard "Ringo" Klemm geführt, aber Burger starb 1972 bei einem Unfall auf der regennassen Autobahn und Gakomiros zog sich später aus den Hamburger Geschäften nach Bayern zurück.
Thomas Born hatte sich in dieser Situation der Nutella-Gang angeschlossen und war dort zuständig für die "Abteilung Stress". Luden-Gangs müssen - wie in der "normalen" Betriebswirtschaftslehre - bei wachsendem Erfolg immer arbeitsteiliger vorgehen und über eine klare Kompetenzenverteilung in den Bereichen Anwerbung/Personal, Organisation, Buchhaltung und Sicherheit/Gefahrenabwehr verfügen.
Born hatte dabei viel zu tun: Er bekämpfte konkurrierende deutsche Gruppen wie zugewanderte Süditaliener bzw. Sizilianer und hielt die Nutten auf Linie. Born konnte bzw. musste auch hier wieder muskulös auftreten und stürmte den einen oder anderen Laden!
Die GMBH und die Nutella waren sehr auf ihr Auftreten bedacht. In renommierten Diskotheken hatten beide Gruppen ihren "Stammtisch", von dem aus sie die Szene und den jeweiligen Gegner beobachten und gegebenenfalls neue Prostituierte anwerben konnten.

Besonders heikel war dabei der 22.10.1982. Zwischen den Gruppen GMBH und Nutella deutete sich ein größerer Konflikt an, der dann durch die Schlägerei zweier Nutten am Eros-Center (um Standplätze) eskalierte. Born, der gelegentlich schon vorher Konkurrenten mal am Telefon bedroht hatte, stürmte nun mit zwei Kollegen los, um den Konkurrenten im Salon Bel-Ami im Eros Center bescheidzustossen - es ist unklar, ob er noch weitere Männer in Reserve hatte. An seiner Seite waren damals "Angie" Becker und Klaus "SS-Klaus" Breitenreicher. Doch diese Aktion war nicht unproblematisch.
Auf der gegnerischen Seite waren nämlich drei nicht weniger entschlossene Luden, die ihrerseits Geschäftspartner von Stefan Hentschel waren (Salon Mademoiselle, Bel-Ami u. a.) und lose im Umfeld der GMBH operierten. Hentschel, der später durch seine TV-Ohrfeige auf der Großen Freiheit weltberühmt wurde (Qu: Der Boxprinz, Youtube) und Born hatten in dieser Zeit einige Reibereien, später versöhnten sie sich. Zum Zeitpunkt des Überfalls war Hentschel aber nicht zugegen. 
Eskalierend wirkte, dass die Angreifer der Nutella die Herren des Bel-Ami schon im Vorfeld mit Ansage bedroht haben. Als nun die Nutella-Männer angriffen, wurden sie sofort mit mehreren Pistolensalven empfangen. Dabei starben Angie Becker und SS-Klaus sofort. Möglicherweise war auch Kokain im Spiel, das gierig macht und zu Selbstüberschätzung und Kontrollverlust führt.
Thomas Born war zwar in den Bel-Ami-Puff eingedrungen, stand jetzt aber ohne seine beiden Flügelmänner da und befand sich in einer noch schwierigeren Situation weil er aufgrund des Tür-Buzzers nicht direkt entkommen konnte (damals war in vielen Bordellen der Schutz gegen Eindringlinge und Abhauer verstärkt worden). Als Karate-Tommy nun die Streifschüsse spürte, die er gefangen hatte, ging er in Deckung, so dass weitere Schüsse ihr Personenziel verfehlten, und merkte dann, dass ein Lude gerade seine Pistole nachlud. Jetzt nutzte er die Chance und sprang direkt durch die verschlossene Tür. Mit den Wunden des Sprunges und durch vorausgegangene Unterarm- und Bauchschüsse rannte er zurück in die Garage und fuhr zum Krankenhaus, wo er gerettet werden konnte. Diese Schießerei fiel ungefähr in die Zeit des Todes von Michael Luchting, des "M" der GMBM, der bei einem Hochsitz erhängt aufgefunden wurde. Es ist bis heute unklar, ob es Mord oder Selbstmord war. Auch wenn die beiden Taten nicht direkt zusammenhingen, war klar, dass auf dem Kiez verschärfte Verteilungskämpfe anstanden. In der Folge sollten gedungene Mörder wie Werner Pinzner mehrere Milieubosse "wegräumen".

Dieser Höhepunkt der Auseinandersetzungen war aber nicht allzuweit vom Ende der GMBH und der Nutella entfernt. Beide Banden wurden schon bald von der Polizei vom Markt genommen, einige Rockergruppen folgten. Dabei konnte die Polizei den Gruppen einige Gewalttaten nachweisen, musste aber auch den Weg des Finanzstrafrechtes gehen.
Die Chikago-Bande überlebte noch etwas länger und soll auch den "St.-Pauli-Killer" Werner Pinzner eingesetzt haben. Nach den Pinzner-Prozessen, die für das Chikago mangels noch lebender Zeugen noch recht glimpflich abgelaufen waren, wurde die Bande dann in den 90ern endgültig durch Vorwürfe des Drogenhandels und die allgemeine Yuppisierung des Kiezes mit steigenden Kosten vom Markt gefegt.

Thomas Born selbst wurde durch diese Aufräumaktionen der Polizei in seinen Geschäften stark beeinträchtigt. Er stieg später in das Sicherheitsgewerbe ein. Auch gab es immer wieder Vorwürfe von Geldeintreiber-Geschäften.

Wie dem auch sei: 1987 musste Born ins Gefängnis Fuhlsbüttel (Stanta Fu) ein-/umziehen. Als er 1989 freikam und wieder im Milieu mitmischen wollte, kam angeblich ein rettender Anruf aus Los Angeles von Burkhard Driest. Der Künstler und ehemalige Bankräuber arbeitete an Büchern und Filmen über das Milieu. Da war Born gerade richtig und flog in die USA. Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, traf Karate-Tommy da sogar Madonna, die er aber nicht sofort erkannte. Sie griff ihm in einem Supermarkt in Malibu an die Arme und sagte "Big Muscles" und er griff ihr an die Brüste und meinte "Big Tits"!
Was Burkhard Driest anbelangt, so wuchs er nach dem Krieg in einer gewalttätigen Familie auf und wollte danach Jura studieren. Doch da kam er in die 68er-Krawalle, in denen eine Auflehnung gegen das Establishment als "cool" bzw. "hip" galt. Dieses Underground-Gehabe führte bei einigen Aktivisten auch zu einem Flirt mit dem Organisierten Verbrechen. Driest räumte so zwei Banken aus (zuerst nur eine nachgewiesen) und fuhr dafür schließlich in den Knast ein. Er trat später auch in Talkshows auf, wo er Romy Schneider kennenlernte ("Je später der Abend", 1974), mit der ihm auch eine Affäre nachgesagt wurde. Danach beschloss Driest, in die Kulturszene zu gehen. Er schrieb Bücher und produzierte Filme.


Born rundete auch nach der Rückkehr nach Deutschland seine Kiez-Geschäfte dadurch ab, dass er von Zeit zu Zeit an einem Film mitwirkte oder am Theater (Thalia) oder in diversen Talkshows auftret.
Bei Jürgen Fliege erzählte er in der Talkshow "Fliege" (1994 - 2005) nicht nur biographische Episoden aus seinem Kiezleben (s. o.), sondern erklärte auch, dass die Dialoge in Milieufilmen oft zu gesteltzt seien. Ansagen seien auf dem Kiez kürzer, statt "Gib mir mal die Knarre!" sagte man "Gib'n Eisen!"
Besonders berühmt wurde Born für seine beratende Funktion bei dem Sechsteiler von Dieter Wedel "Der König von St. Pauli" (1997, ausgestrahlt 1998). Sein Kiez-Kollege und ehemaliger Kontrahent Stefan Hentschel sah den Film dagegen kritischer, wie er in einem Spiegel-Interview mitteilte (03/98).

Neben Sicherheits-Gewerbe, Medienberatung und Talkshowauftritten wurde es zwischendurch immer mal wieder still um Thomas Born. Das änderte sich nach dem 19.12.2011 schlagartig, als Born vom Zuhälter Maik G. in der Talstraße auf St. Pauli mit einer Machete angegriffen wurde. Der Mann wurde danach "Macheten-Maik" genannt. Born kam ins Krankenhaus und trug seinen Arm in einer Binde, seine Verletzungen konnten aber ausheilen.

Im Mai 2013 stand er vor Gericht, weil er die Wirtin der Kiez Kneipe "Zur Ritze" beleidigt hatte. 

Ein schwererer Schlag ereilte Born am Sonntag, dem 26.04.2015, als er am Abend in seiner Wohnung in der Talstrasse zusammengebrochen war. Die Ambulanz brachte ihn in die Intensivstation. Zur Zeit der Abfassung dieses Artikels lag er bereits im Koma und am 01.05.2015 verstarb er im Krankenhaus.


QUELLEN:

Wikipedia
Eigenrecherche
Hamburger Morgenpost
NDR
- Als die Killer auf den Kiez kamen (2012)
Quick 
Spiegel
Schöne alte Unterwelt (03/98)
- Schafskopf vor der Tür (50/98)
stern