Fachbereiche: Geschichte, Sowi, Philosophie; Sprachen; Wirtschaft, Recht; Nawi, Biologie, Technik und Blödsinn.
Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik (und Realienkunde) hervorgegangen, die sich dann in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt hat.
Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch; Latein, Altgriechisch; Russisch, Japanisch, Chinesisch; Mittelägyptisch etc.
Personen-Link: http://novatlan.blogspot.de/2014/08/personen-pool.html

Dienstag, 24. Mai 2016

HORKHEIMER: DIE GESELLSCHAFTLICHE FUNKTION DER PHILOSOPHIE

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Bsp. "Gorgias":

  • Gewerbe wie Bäcker, Koch Schneider sind meistens nützlich
    → können unter best. Umständen schädlich sein
  • Häfen, Schiffswerften, Befestigungsanlagen, Steuern:
    → Wirkung positiv/negativ abhängig vom Gemeinwohl

Bsp. "Europa der Zwischenkriegszeit":
"Wuchern" einzelner gesellschaftlicher Elemente  
  • riesige Unternehmen
  • erdrückende Steuern 
  • Anwachsen von Armeen und Rüstung 
  • zwanghafte Disziplin 
  • einseitige Pflege der Naturwissenschaften
     
Problem:  "rasche Ausdehnung einzelner Sektoren der Zivilisation auf Kosten des Ganzen" → einer gegen den anderen → Verhängnis

Platons Forderung: der Staat sollte von Philosophen regiert werden
aber: nicht einer Einzeldisziplin (z. B. Logik)


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Problem des "Fachgeistes":

  • Geschäftsleben: Profit
  • militärischer Bereich: Macht
  • Wissenschaft: Erfolg einer Spezialdisziplin
→  ohne den Einfluss der Philosophie droht Anarchie

Platon wollte die partiell destruktiven Elemente der Erkenntnis durch die Regentschaft der Philosophie zu produktiven machen.

Platon hatte auch wenig Vertrauen in populäre Überzeugungen, die sich an eine "einzige Idee" klammern. 
Denn "die Vernunft lebt innerhalb des Systems der Ideen".
Diese "dialektische Konzeption" (?) wurde dann von großen Philosophen auf die "konkreten Probleme des Lebens" angewandt.

Ziel: vernünftige Organisation der menschlichen Gesellschaft
        → (klassisch:) Verwirklichung der Idee des Guten (Erziehungsplan)


Aristoteles (Metaphysik): Definition der Selbstbetrachtung der Seele (Theorie) als "höchstes Glück". Diese ist aber nur und bestimmten sozioökonomischen Bedingungen ("materielle Basis") möglich.


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Die Gefahr ("Unheil") ist gegenwärtig:

Aber es besteht eine Paralyse angesichts der herannahenden Barbarei.
Diese Hilflosigkeit ist auch ein Ergebnis der mangelnden Theorie.

Es gibt Fehlentwicklungen von Theorie, diese sind aber kein Grund für deren Überflüssigkeit. Solche Fehlentwicklungen sind auch stark in der "Tatsachenforschung" vorhanden:
  • blutleerer Idealismus
  • leeres Phrasendreschen

→ Die moderne (1940) historische Dynamik hat die Philosophie und die gesellschaftliche Wirklichkeit interdependent in den Mittelpunkt gestellt.


Trotzdem hat sich ein Wandel seit dem (klass.) Altertum vollzogen:

Platon verknüpfte - bis zum Dialog "Der Staat" - die Erkenntnis der Ideen mit dem moralisch-psychologischen Eros.

→ Der von ihm konzipierte Staat war gleichsam ein ahistorisches Vernunftideal.


Der Dialog "Die Gesetze" war dagegen schon, obwohl er später geschrieben wurde, eine Vorstufe zum Ideal und damit ein Kompromiss.

Platons Staat ist noch eine Utopie. Diese ist aber keine angemessene philosophische Form mehr, wenn man das Problem der Gesellschaft behandeln will.
Die Widersprüche der Gesellschaft können nur durch eine gesellschaftliche Entwicklung in der Geschichte und nicht durch eine rein theoretische Reflexion gelöst werden.
Also ist auch die Erkenntnis nicht nur mit moralischen und psychologischen, sondern auch mit gesellschaftlichen Bedingungen verknüpft. Vollkommene gesellschaftlich-politische Formen können also auch nicht allein mit Ideen beschrieben werden.

Es bedarf also einer wissenschaftlichen Beschreibung (Deskription) der konkreten Verhältnisse. 




keine eindeutigen Kriterien, kein zwingender Beweis!



Sonntag, 22. Mai 2016

BIOLOGIE: LISTE HÄUFIGER INFEKTIONSKRANKHEITEN

Bakterieninfektionen (Wiki)


Virale Infektionen (Wiki)


KRANKHEIT                       ERREGER              ÜBERTRAGUNG            INKUBATIONSZEIT 


AIDS                                   HIV                         Körperflüssigkeiten           4 - 16 J.
                                                                          (Blut, Sperma,
                                                                          Vaginalsekret,
                                                                          Muttermilch)

Brucellose                         Brucellen               Nutztiere                             2 W.
                                                                          (selten auf Mensch) 

Diphtherie                         Corynebacterium  Tröpfcheninfektion,           1 - 7 T. 
                                           diphtheriae           Berührung, Wäsche

Pfeiffer-Drüsenfieber        Epstein-Barr-V.     Speichel,                              7 - 30 T.
                                                                          Tröpfcheninfektion            4 - 7 W.
                                                                                                              (Kind/Adult)

Erkältung                           div. Viren              Tröpfcheninfektion,           2 - 8 T. 
                                                                          Schmierinfektion

Fleckfieber                         Rickettsia             Kleider- und Kopfläuse    10 - 14 T.                                                                                prowazeki

Grippe (Influenza)             div. Influenzav.      Tröpfcheninfektion          1 - 2 T.


Keuchhusten (Pertussis)  Bordetella pert.    Tröpfcheninfektion          7 - 14 T.

Kinderlähmung                 Polioviren              Schmier- und                    6 - 20 T.
                                                                           Schmutzinfektion

Leptospirose                     Spirochaeten        Ratten in stehenden        7 - 14 T.
                                                                           Gewässern
                                                                           (auch Ausscheidungen)

Masern                              Morbillivirus         Tröpfcheninfektion          9 - 14 T.

Milzbrand                          Bacillus anthracis Schmutzinfektion,           2 - 7 T.
                                                                           erkrankte Weide- und Wildtiere

Mumps                              Paramyxov. parotitis Tröpfcheninfektion   15 - 23 T.

Paratyphus                       Salmonella enterica Berührung, Wasser,     3 - 16 T.
                                                                            Abort

Pocken                              Orthopoxviren          Tröpfcheninfektion,     7 - 17 T.
                                                                            Berührung


Ringelröteln                     Parvovirus B 19        Tröpfcheninfektion,     6 - 14 T.
                                                                            Berührung

Röteln                               Rötelnvirus               Tröpfcheninfektion    13 - 21 T.

Ruhr                                  Entamoeba               Berührung, Abort,       1 - 8 T.
                                          histolytica                 Nahrung, Fliegen

Weicher Schanker             Haemuphilus ducreyi Berührung, Sex          2 - 7 T.

Scharlach                          Streptokokken           Tröpfchen- und            2 - 7 T.
                                                                            Schmierinfektion

Syphilis                             Treponema pallidum Berührung, Sex           21 T.

Tollwut                              Lyssaviren                 Tierbisse,                    8 T. - 8 M.

Trichinose                         Trichinen                   Schweinefleisch          3 - 5 T.

Tuberkulose                       Mycobacterium         Tröpfcheninfektion    > 30 T.
                                           tuberculosis

Typhus                               Salmonella Typhi     Schmierinfektion,          7 - 28 T.
                                                                            Abort, Trinkwasser,
                                                                            Nahrungsmittel

Wundrose                          Streptokokken           Berührung                   7 - 14 T.

Wundstarrkrampf              Clostridium tetani     Wundverschmutzung  3 - 21 T.



Freitag, 20. Mai 2016

300.000 KLICKS: GRATULATION!

FAROCKI, HARUN

Harun Farocki, 2013


Harun Farocki ist ein deutscher Filmemacher, Drehbuchautor und Dozent. Sein filmisches Schaffen umfasst über 90 Filme.

Farocki wurde 1944 zum Kriegsende im Reichsgau Sudetenland in Neutitschein geboren. Sein Vater war ein in den 20er-Jahren eingewandeter indischer Arzt.
Nach dem Krieg musste die Familie das Sudetenland verlassen und ließ sich nach mehreren Umzügen 1958 in Hamburg nieder.

Farocki studierte 1966 - 1968 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Er gehörte zum ersten Jahrgang der von Willy Brandt (Reg. Bürgermeister) eröffneten Akademie und geriet auch gleich in die Wirren der Umbruchjahre der späten 60er.

An dieser Hochschule studierte auch der spätere RAF-Terrorist Holger Meins sowie später bekannt gewordene Regisseure wie Wolfgang Petersen (u. a. Das Boot, Die unendliche Geschichte).

Farocki äußerte sich zu den Zielen der 68er-Bewegung mehrfach in späteren Interviews. Die Bewegung wollte die Gesellschaft durch Erziehung verändern und hatte trotz ihres egalitären Anspruchs auch elitäre Elemente. Farocki weist aber darauf hin, dass  viele Revolutionäre aus gehobenen Verhältnissen gekommen seinen.
Entsprechend dieser Prägung beschäftigte sich Farocki in seinen Filmen mit Themen wie Kapitalismus, Konsumismus, Krieg, Medien, Unterhaltung und den Auswirkungen der Technologie.

Eines der in den späten 60er-Jahren unter Künstlern im wahrsten Sinne des Wortes brandaktuellen Themen war der Vietnamkrieg. Harun Farocki fuhrte in diesem Zusammenhang 1969 Regie im Film "Nicht löschbares Feuer" (Inextinguishable Fire) über den Einsatz von Napalm in Vietnam.

Von 1974 bis 1984 war Farocki Redakteur der Zeitschrift "Filmkritik".
1976 inszenierte er im Theater Basel mit Hanns Zischler gemeinsam zwei Stücke von Heiner Müller: "Die Schlacht" und "Traktor".
1978 verfasste er den Film "Zwischen zwei Kriegen". 

1983 zeigte Farocki als Regisseur Jean-Marie Straub und Danièle Huillet bei der Arbeit an ihrem 1984 in Deutschland erschienenen Film "Klassenverhältnisse", der auf Franz Kafkas Romanfragment "Amerika"/"Der Verschollene" beruht. 
In den späten 80er-Jahren beschäftigte sich Farocki mit dem Zusammenhang von Bildern und Krieg. 

1995 verfasste Farocki das Werk "Arbeiter verlassen die Fabrik". Unter diesem Titel wurde in Frankreich im späten 19. Jhd. einer der ersten Dokumentarfilme überhaupt veröffentlicht. Farocki ordnete die Thematik in den Lauf der Zeiten ein.
Im Folgejahr 1996 verfasste er den Fernsehfilm "Bewerbungen" und zeigte die gefährlichen Mechanismen von Selektion und Manipulation in Bewerbungsszenarien. 

Neben dem Filmschaffen nahm Farocki Dozententätigkeiten wahr. 1993 bis 1999 war er Dozent an der University of California in Berkeley. 2000 sah er seine einstige Hochschule, die dffb, als Dozent wieder und lehrte auch an der Universität der Künste in Berlin. 2004 ff ging er als Dozent an die Akademie der bildenden Künste in Wien.

Auch in dieser Zeit ließ seine aktive filmerische Tätigkeit nicht nach. 2000 drehte er mit Christian Petzold den Film "Die innere Sicherheit" über eine bundesdeutsche Terroristenfamilie, die im Untergrund leben muss. Farocki und Petzold arbeiteten über Jahre in vielen Projekten zusammen. Farocki war an der dffb Petzolds Lehrmeister gewesen.
Im selben Jahr drehte er den Dokumentarfilm "Gefängnisbilder", in dem die Herrschaftsmechanismen in Gefängnissen - insbesondere in den USA - aufgezeigt werden.

In den 2000er-Jahren schuf Harun Farocki eine Reihe von künstlerischen Arbeiten, die in Museen ausgestellt wurden, und sich mit Themen wie Gefängnissen oder Shopping Malls beschäftigten.
2006 war er mit seiner Frau Antje Ehmann Kurator der Ausstellung "Kino wie noch nie" in Wien, die 2007 in Berlin gezeigt wurde.
2007 nahm er an der Documenta 12 in Kassel teil (Medieninstallation Deep Play).


2014 verfasste Farocki mit dem Film "Phoenix" noch einmal ein gemeinsames Werk mit Christian Petzold.

Am 30. Juli 2014 starb er unerwartet im Alter von 70 Jahren bei Berlin.



QUELLEN:

Wikipedia
Interviews mit Harun Farocki 
Filme von H. F.



Mittwoch, 18. Mai 2016

LINUX & BSD (PRAXIS): TOP-DISTRIBUTIONEN

Wir haben schon einige Texte über Unix und Linux verfasst. Ebenso haben wir darauf hingewiesen, dass es v. a. 3 Zweige von freien Betriebssystemen gibt: Linux, BSD und Solaris. (Exoten wie AROS und Haiku lassen wir einmal weg.)
Hier soll es ferner nur um Distributionen für den Endanwender gehen: 

  • Linux: viele hundert Distributionen;
    viele Distris gehören aber zu "Großfamilien" wie Debian, RedHat, Arch
  • BSD: v. a. FreeBSD, daneben OpenBSD, NetBSD, DragonFlyBSD;
    für Endanwender derzeit nur: PC-BSD, GhostBSD (beide auf FreeBSD)
  • Solaris (von System V): OpenSolaris, OpenIndiana

Dies möchten wir nicht mehr im Detail aufdröseln. Sicher ist aber, dass die Linux-Familie die bekannteste unter den freien Betriebssystemfamilien ist.
Ansonsten lohnt sich ein genauerer Blick fast nur auf PC-BSD.

Vorab sei noch auf die Kriterien verwiesen: Anwenderfreundlichkeit, optische Windows-Nähe, leichte Bedienbarkeit und Wartungszuverlässigkeit.
Das erkennt man unserer Ansicht nach auch im Zur-Verfügung-Stehen von Desktops, die Windows XP und Windows 7 nahe stehen bzw entsprechend anpassbar sind.  Für dieses Ziel sind für uns Mate und Xfce vielversprechend. Mate und Xfce sind nicht zu systembelastend, aber auch nicht so leicht wie LXDE und haben mehr Komfort als dieses.

Wir haben hier einige System-Beispiele genommen, die in Rankings sehr weit oben stehen. Bsp.: Distrowatch.com. Es heißt zwar, man solle auch Neueinsteigern in Rankings eine Chance geben, für Anfängernutzer ist dann aber die Unterstützung sehr gering und es besteht eine erhöhte Gefahr der Instabilität.
Die in den Rankings führenden Distributionen freier Betriebssysteme sind meistens Linux-Versionen. 



I. LINUX


Für Einsteiger empfehlen sich deshalb besonders Ableger der Debian-Familie. Die Debian-Familie ist weit verbreitet, benutzt normalerweise den DPKG-Paketmanager und verwendet in der Befehlszeile ähnliche Befehle.
Aber auch andere Linux-Familien wie RedHat (RPM) und Arch (Pacman/Pamac) haben anwenderfreundliche Distributionen.

Wir empfehlen insbesondere: Linux Mint und Mageia.
Das populäre Ubuntu halten wir als UbuntuMATE oder Xubuntu für besser als die "Reinform" mit Unitiy-Desktop.
Ansonsten sind alle hier erwähnten Distris gut, einige können aber Updateprobleme haben (Servereinstellungen checken!). 




Logo von Linux Mint

1. Linux Mint [unsere Empfehlung!]

  • basiert auf Ubuntu, seltener auch direkt auf Debian (LMDE) 
  • enthält 2 - 4 Desktops: Cinnamon, Mate; Xfce, KDE 
  • ähnelt optisch Windows, sehr anwenderfreundlich aufgebaut 
  • ehat unsere Lieblingsdesktops Mate und Xfce 
  • bei Upgrades muss aber bislang das ganze OS neu aufgesetzt werden 
  • unsere eigenen Erfahrungen sind fast ausschließlich positiv! 
  • wir sind Anhänger der Desktops Mate und Xfce

Bildergebnis für ubuntu logo

2. Ubuntu

  • hat ab 2004 Linux einsteigerfreundlicher gemacht 
  • brachte viele gute Ideen 
  • betrieb aber ab 2011 eine "umstrittene" Desktoppolitik:
    der hauseigene Desktop Unity sollte durchgesetzt werden,
    es gibt noch Distributionen mit anderen DEs, die aber extern laufen
  • aus unserer Sicht hat die Desktoppolitik die Wende zum Negativen gebracht; wir halten Unity höchstens für Mobilgeräte empfehlenswert 
  • außerdem kann auch die Farbgebung bei Ubuntu kritisiert werden (subjektiv) und die Integration Amazons (kommerziell)
Logo von Debian GNU/Linux

3. Debian

  • Grundlage von Ubuntu und Mint 
  • solide seit 1993 (!), gilt manchmal als etwas entwicklungslangsam 
  • in den Anfangstagen von Linux gab es nach dem KO von SLS nur Debian und Slackware; dann kannte man Debian neben SUSE und RedHat als Linux-Paket-Distri in Computerläden 
  • achtet recht streng auf freie Programmpakete (hohe Standards)
  • im Ggs. zu seinen "Ablegern" Ubuntu und Mint eher ein Rohling 
  • aus unserer Sicht mit Desktops Mate und Xfce halbwegs empfehlenswert
Logo

4. (open)SUSE

  • SUSE Linux ist ein früher Ableger (Fork) des frühen Linux Slackware
    (das es auch immer noch gibt!) 
  • SUSE ist eine deutsche Konstruktion, die aber später von US-Kapital unterstützt wurde; die freie Version hieß dann openSUSE 
  • SUSE gilt als recht zuverlässig und verfügte schnell über einen grafischen Installer namens YaST; einigen Kritikern sind die Einstellmöglichkeiten von YaST inzwischen aber etwas überkompliziert (Gefahr der Verschlimmbesserung)
Logo von Fedora
CentOS Logo


5. Fedora (für Server: CentOS)

  • Fedora ist ein Abkömmling (Fork) des berühmten RedHat-Linux 
  • genaugenommen ist es die freie Community-Version 
  • später kam dann noch die Fork CentOS für Server hinzu (eigene Distri) 
  • CentOS ist zuverlässiger und langlebiger, aber auch deutlich langsamer
  • Fedora gilt als "Experimentierfeld" für RedHat und bietet daher viele neue Softwarespielereien (sog. bleeding edge); manche halten es aber auch für zu experimentell und kurzlebig 
  • trotzdem gilt die Distribution als sehr solide, hatte bei uns allerdings manchmal Updateprobleme 
Mageias Logo


6. Mageia [Empfehlung!]

  • Mageia war ursprünglich als Mandrake ein Ableger (Fork) von RedHat 
  • Mandrake → Mandriva →→ Mageia und OpenMandriva Lx  
  • mit der Zeit eigenständige (und eigenwillige) Weiterentwicklung
  • Mageia verträgt sich mit (sehr) vielen Desktops gut;
    die waren auch mal auf der Inst.-DVD, müssen heute aber aus Platzgründen nachgeladen werden
  • auf uns wirkt das System grundsolide, wenn auch scheinbar langweilig
  • bei genauerer Beschäftigung erkennt man die guten Einstellungsoptionen 
  • bei unseren Tests erwies es sich als besonders laufstabil und "hakte" nicht nach Updates

Logo

7. Manjaro

  • Manjaro basiert auf Arch Linux 
  • Arch Linux gilt ähnlich wie Gentoo und Slackware als "Experten-Linux";
    Manjaro soll Arch allgemeinverständlich und -anwendbar machen 
  • Arch verfügt über vielfältige Softwarequellen (z. B. AUR) 
  • Manjaro wirkt zunächst grundsolide und modern designt (bis auf das Logo) 
  • ABER bei unseren Tests gab es immer wieder Updateprobleme!
    (die sollen mit der Zeit immer mehr behoben werden, aber man muss noch abwarten)



II.  BSD

Wir haben bei unserer Annäherung an BSD nach Distributionen gesucht, die einen grafischen Installationsmodus mitbringen. Bei BSD sind das nicht gerade viele - und die basieren fast alle auf FreeBSD. Besonders PC-BSD sticht da heraus.

Das heißt aber nicht, dass wir es nicht auch mit den BSDs in "Reinform" versucht hätten, also FreeBSD, OpenBSD, NetBSD und DragonflyBSD.
Halbwegs gute Ergebnisse erreichten wir aber nur mit FreeBSD.
Aber auch dort gab es bei der Installation einige Widerstände des Systems und auch nachher machten uns einige Einstellungen wie die Verortung (Locale) und das Bildschirmformat/Auflösung Schwierigkeiten.


Logo von PC-BSD

1. PC-BSD


  • PC-BSD baut auf FreeBSD auf. 
  • Es existiert schon seit 2005 und will BSDs anwenderfreundlich machen. 
  • Das gelingt meistens, allerdings ist das PC-BSD-Gesamtpaket inzwischen etwas überladen. 
  • Bei Texts haben wir einige Wackler und Langsamkeiten gefunden.
  • PC-BSD hat als Software-Center das "App-Café", das inzwischen ausgebaut und verbessert wurde. 
  • Bei den Desktops setzte PC-BSD lange Zeit auf KDE. Inzwischen sind andere Desktops möglich, allerdings müssen bestimmte Startmenüs mühsam nachgeladen werden.
    Inwischen bautdas Team von PC-BSD auch an seinem eigenen Desktop namens Lumina.
Bildergebnis für ghostbsd wiki

2. GhostBSD

  • GhostBSD soll FreeBSD wie bei PC-BSD anwendungsorientierter machen. 
  • Die Distribution ist näher an FreeBSD und daher weniger überladen.
    Allerdings hakelt sie noch des öfteren!
  • Das Team bedient sich gerne bei Fremdentwicklungen, so beim Display-Manager bei Gnome und beim Software-Manager bei Octopi.

Wer die Anfangszeit der "Popularversionen" von BSD kennt, weiß, dass es damals neben PC-BSD noch DesktopBSD aus Mitteleuropa gab. Dieses Projekt ist nun schon länger vertagt und sollte immer mal wieder neu belebt werden, was aber bislang noch nicht geschehen ist.




PERIANDER VON KORINTH - EIN HITLER DER VORKLASSIK?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Periander.jpg
Periander / des Kypselos (Sohn) / Korinther - Bedenke alles!


* 7. Jhd. v. Chr.
+ ca. 587 v. Chr. 

Periander von Korinth, Sohn des Kypselos - griech. Περίανδρος (τοῦ Κυψέλου) ὁ Κορίνθιος - war seit ungefähr 628 v. Chr. Tyrann von Korinth. Er zählte in einigen Aufzählungen zu den Sieben Weisen (es bestanden verschiedene Listen). Seine Mutter war Kratea, sein Vater Kypselos. Daher spricht man auch von der Herrscherdynastie der Kypseliden.
Für die einen ist Periander bis heute das Vorbild eines strengen, aber gerechten Herrschers, der den Handel fördert, die Armee stärkt und Städte baut,  für die anderen dagegen ist er ein abstoßendes Beispiel für Willkür, Launenhaftigkeit und sexuelle Exzesse (Motherfucker, Kastrationsanordner usw.) - quasi ein Hitler der vorklassischen Antike!  



DER WEG ZUR MACHT
(Konsolidierer - Straßenbauer - Mörder)

Periander war Tyrann von Korinth und als solcher für viele der Prototyp des Tyrannen schlechthin. Er übernahm die Macht von seinem Vater Kypselos und soll in seiner Funktion gute und schlechte Werke erbracht haben. Politisch, wirtschaftlich und kulturell gelangen ihm einige Erfolge, psychisch soll er zunehmend schlechte Eigenschaften an den Tag gelegt haben.


Periander betrieb eine umfangreiche Baupolitik, rüstete zu Lande und zur See auf, trieb Handel, betrieb eine Armenpolitik und soll in auch schon einen Kanal von Korinth geplant haben.
Periander eroberte in seiner Amtszeit Epidauros und Korkyra.
Durch die Gesamtheit seiner Maßnahmen soll er Korinth an der Wende zum 6. Jhd. zu seiner größten Geltung in der Antike verholfen haben.
Außerdem wurde er aufgrund seiner Autorität als Streitschlichter eingesetzt. Im Streit zwischen Mytilene und Athen um Sigeion entschied er für Athen. 
Bei den Armen war Periander beliebt, weil er ihnen Land zuteilte und sonstige Arbeit beschaffte. Gleichzeitig schränkte er übermäßigen Luxus und den Sklavenerwerb ein.
Gleichzeitig förderte er die Kunst und empfing angeblich sogar den berühmten Dichter und Sänger Arion von Lesbos.

Periander, der anfangs also durchaus Beliebtheit genoss, wurde allerdings immer brutaler. Neben der allgemeinen Abnutzung und geistigen Verformung durch die Regierungsgeschäfte sollen dabei aber auch zwei konkrete Faktoren eine Rolle gespielt haben: Der sog. Rat des Thrasybulos und der Einfluss seiner Mutter.
Periander soll kurz nach der Thronbesteigung einen Boten zu Thrasybulos, dem Tyrannen von Milet, geschickt haben, um herauszufinden, wie man sich am geschicktesten an der Macht hält. Anstatt einer Antwort schritt Thrasybulos über ein Weizenfeld und riss aus der Masse herausstehende Ähren heraus. Der Bote meinte, Thrasybulos wolle nicht antworten und kehrte zu seinem Auftraggeber zurück. Doch Periander verstand. Danach ließ er viele führende Persönlichkeiten seines Landes töten. 
Quelle: Herodot, Historien (Buch V)
Das andere Ereignis war eine angebliche Affäre mit seiner Mutter.
Danach soll seine Mutter Kratea sich in ihn verliebt haben und mehrmals nachts zu ihm geschlichen sein. Der Tyrann glaubte, eine andere Frau zu bumsen, zumal seine Mutter jedes Mal frühmorgens wieder verschwand. Einmal jedoch entzündete er in der Nacht ein Licht und erkannte den Betrug. Periander wollte zuerst seine Mutter töten lassen, ließ ihr dann aber das Leben. Von nun an regierte er jedoch mit noch härterer Hand.
Quelle: Parthenios von Nicaea


FAMILIE
(Sex mit Mutter - dummer und schlauer Sohn - eheliche Gewalt)

Periander war der Sohn des Kypselos und der Kratea. Sein Vater war der Begründer der Kypseliden-Dynastie. Mit seiner Mutter soll er ein sexuelles Verhältnis gehabt haben (s. o.). Seine Ehefrau war Lyside ("Melissa"), Tochter des Prokles und der Eristanea. Prokles war der Herrscher von Epidauros.
Sie hatten zwei Söhne, Kypselos und Lykophron, wobei der zweite über höhere geistige Kapazitäten verfügt haben soll.
Nach Diogenes Laertios und anderen Quellen soll Periander seine Frau in einem Streit entweder geschlagen, getreten oder die Treppe hinuntergeworfen haben, wonach sie unbeabsichtigt starb. Periander verheimlichte die Tat zuerst vor seinen Söhnen, die die Wahrheit aber später von Prokles, dem Tyrannen von Epidauros und Vater der Getöteten erfuhren. Lykophron war daraufhin so wütend, dass er nach Kerkyra floh.
Wegen des vermeintlichen Verrats des Prokles zog Periander nun gegen Epidauros und nahm ihn gefangen.


TOD
(Nachfolgeplan - Kastrationsbefehl) 

Als Periander älter wurde und seine Kräfte nachließen, wollte er sich mit Lykophron aussöhnen und ließ nach ihm schicken. Da Lykophron aber immer noch nichts von ihm wissen wollte, plante Periander unter Vermittlung seiner Tochter einen Tausch: Er selber sollte nach Kerkyra gehen und Lykophron nach Korinth.
Lykophron lenkte zwar ein, doch die Bewohner von Kerkyra waren schneller: Sie wollten keine Fortsetzung der Kypseliden-Dynastie und schon gar nicht Periander in ihrer Stadt haben und so töteten sie Lykophron.
Periander war außer sich vor Wut und ließ 300 vornehme Korkyrer entführen und zu Alyattes II. nach Sardes bringen. Dort sollten sie kastriert werden.
Doch ein schneller Gegenschlag schützte sie vor ihrem Unglück: Auf Samos gelandet, befreite ein samischer Kommandotrupp die Geiseln und ließ sie frei. 


Periander konnte also nur bedingt Vergeltung üben und seinen Sohn erhielt er nicht mehr wieder. Daraufhin fiel er in Depressionen und starb kurze Zeit später.



Dienstag, 17. Mai 2016

SPINOZA, BARUCH DE


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ea/Spinoza.jpg
Spinoza 1665


* 1632 in Amsterdam
+ 1677 in Den Haag
 
Baruch de Spinzoa war ein in Amsterdam geborener Philosoph jüdisch-portugiesischer Abstammung, der sich mit festen Denkschablonen seiner Zeit anlegte und deshalb ausgegrenzt wurde.

Spinoza wuchs in den Niederlanden in einer sephardisch-jüdischen Familie, die aus Portugal stammte, auf. Entsprechend der Familienräson sollte er Rabbiner werden. Im Alter von 23 Jahren wurde er aber aufgrund von kritischen Äußerungen wegen Ketzerei aus der jüdischen Gemeinde ausgeschlossen. Spinoza hatte das Glück, dass es in seinem Milieu üblich war, neben geistigen Tätigkeiten auch ein Handwerk zu lernen. So konnte er sich nach dem Rauswurf mit Glasschleiferei über Wasser halten, musste aber hinnehmen, dass diese Tätigkeit seine Gesundheit angriff. Spinozas geschwächte Atemwege erkrankten an Tuberkulose.

Spinozas Lehre wird gerne in die Nähe des Atheismus gerückt, ist aber eigentlich skeptizistisch, holistisch, rationalistisch und pantheistisch. Für ihn sind Gott und Welt, Gedanken und Materie identisch.
Aber auch, wenn er nicht im strengen Sinne atheistisch denkt, übt Spinoza im Sinne traditioneller religiöser Vorstellungen deutliche Kritik an jüdisch-christlichen Denkansätzen sowie an den sogenannten Heiligen Schriften dieser Religionen.
Spinoza versucht, die Welt rational zu erklären und geht dabei soweit, seine Erklärungen strikt an Euklids geometrischen Elementen (einer berühmten Abhandlung) auszurichten.  Außerdem neigt er zu deterministischen
Ansichten.


Einer seiner geistigen Vorgänger ist Descartes. Aus der Auseinandersetzung mit cartesischen Vorstellungen entwickelt Spinoza seine eigenen Gedanken. Er neigt aber im Gegensatz zu Descartes mit seinem Dualismus eher zu einem Monismus.
Spinozas Philosophie ist somit einerseits eingebettet in die frühneuzeitliche Philosophie mit ihren rationalistischen Ansprüchen, nimmt aber gleichzeitig eine Sonderstellung ein, weil er sich weder einer Schule anschloss noch eine begründete.
Seine philosophische Herangehensweise trägt gewisse frühaufklärerische Züge. Entsprechend wurde er von religiöser Seite oft angefeindet - nicht nur von Juden, sondern auch von Christen verschiedener Konfession.

Spinozas Gedankengänge zeichnen sich in seinem Werk ab, das aber unvollendet blieb. Seine "Ethica, ordine geometrico demonstrata" stellt ganz klar die strenge Struktur seiner Ethik dar. Spinoza lenkt aber ethisch-praktisch die Aufmerksamkeit zu politischen (politisch-philosophischen) Handlungsfeldern weiter. Dies sieht man im "Tractatus theologico-politicus" wie auch im "Tractatus politicus". Hier sieht man auch, dass Spinoza ohne Metaphysik nicht auskam oder auskommen wollte. Dieser Ansatz und diverse erkenntnistheoretische Überlegungen finden sich (schon) im "Tractatus de intellectus emendatione".

Das Denken Spinozas kann also auf 4 Bereiche zusammengefasst werden:

  • Metaphysik
  • Ethik
  • politische Philosophie
  • Erkenntnistheorie 


Eine erhebliche Nachwirkung erlangte Spinoza bei Lessing, Jacobi und Goethe, die ihn öffentlich lobten. Hegel meinte sogar, Spinozas philosophisches System könne in vorhegelianischer Zeit als einziges als wahr bezeichnet werden.




Sonntag, 8. Mai 2016

NEUES VON DER MANSON FAMILY & EINE ZWISCHENBILANZ (2016)

Der Fall Manson ist wieder in den Medien. Wir schreiben das Jahr 2016.

Seit einigen Jahren haben wir zum Fall Charles Manson und zur Manson Family publiziert. Angesichts der neuen Medienberichte erscheint es sinnvoll, einmal zu schauen, was aus den inhaftierten Anhängern der Manson Family geworden ist. Dabei wird einem wieder klar, wie weit und tief das Netzwerk dieser Gruppe gespannt war.
Insgesamt soll die Gruppe an die 100 Anhänger gehabt haben. Diese Gruppe aber war nicht so homogen, wie es scheint:

  • Manche Anhänger waren nur geringfügig involviert, andere gehörten zum harten Kern.  
  • Nicht alle Anhänger von Charles Manson wurden kriminell, mache aber schon und einige begingen Kapitaldelikte (Mord, Totschlag).
  • Von den Anhängern der Manson Family haben sich einige später von der Family losgesagt, andere wiederum nicht. 
  • Nach der Verhaftung gab es gewisse Sezessionstendenzen. Die Anhänger von Kenneth Como (Comoites) spalteten sich ab.

Hier soll es im folgenden um den harten Kern gehen.
Eine "historische Würdigung" aller Personen und Taten der Manson Family oder gar eine Aufzählung ihrer "kulturellen Leistungen" würde hier zu weit führen. Interessenten seien an entsprechende Aufsätze verwiesen! 

Charles Manson und die Manson Family


NEUE ENTWICKLUNGEN

Seit nunmehr mehreren Jahrzehnten passiert es immer wieder, dass Berichte über die Manson Family Schlagzeilen machen. Deren Wirkung scheint also ungebrochen. Einige Medien sprechen auch von der "Manson Madness". 
Aktuell (2016) geht es darum, dass Leslie van Houten freigelassen werden soll. So klar ist das aber nicht. Bevor so etwas geschieht, müssen mehrere juristische Hürden überwunden werden. Viele andere, darunter zuletzt auch Bruce Davis (s. Text), sind daran gescheitert.
Leslie van Houten war immerhin beteiligt an einer Mordserie der Manson Family im Jahre 1969, die als die Tate-LaBianca-Morde in die Geschichte eingehen sollten. Persönlich anwesend war sie in der 2. Mordnacht, als das Ehepaar LaBianca getötet wurde.
Ebenso bekannt wurde erst jetzt (2016), dass gegen Ende 2015 eine Frauenleiche identifiziert wurde, die in der Nähe des Wirkkreises der Manson Family gefunden wurde. Seit 46 Jahren suchte man nach ihrer Identität und nannte sie Jane Doe, wie man es in den USA entsprechend zu John Doe mit allen nicht identifizierten Frauenleichen macht. Heute kennt man ihren wahren Namen: Reet Jurvetson.
Drittens wurde im Januar (2016) eine Entlassungsempfehlung für Bruce Davis aus dem Jahre 2015 von Gouverneur Jerry Brown abgeschmettert.
Bruce Davis hatte nach mehrmaligem Ersuchen in den Jahren 2012, 2014 und 2015 Entlassungsempfehlungen erhalten, die aber alle vom Gouverneur Jerry Brown abgelehnt wurden.

Leslie van Houten
Reet Jurvetson




Exkurs (zur Erinnerung):

Die Manson Family war anfänglich eine Gruppe von Hippies, die sich nach anfänglicher Flower-Power-Romantik zunehmend radikalisierten. Anfangs fuhren sie in einem schwarzen Schulbus durch den Südwesten der USA, knüpften dann Kontakte zu den Beach Boys, anderen Künstlern und in die Filmszene und ließen sich schließlich auf der Spahn (Movie) Ranch nieder. Das war eine der in Kalifornien nicht seltenen Film-Ranches, auf der auch einmal die Serie Bonanza gedreht wurde. Die Manson Family wich dann aber aufgrund des Verfolgungsdruckes der Polizei - insbesondere wegen Diebstahls, Gewaltdelikte und Drogenhandels, immer mehr auf Ranches in der Nähe von Death Valley zurück (Barker Ranch, Myers Ranch).
Schließlich kamen sie unter dem Einfluss von Gruppendynamik, Drogen und durch den Kontakt zu Rockergruppen auf die Idee, in der Nähe von Death Valley Scharen von Unzufriedenen zu sammeln und dann mit einem riesigen Dune Baggy Attack Battalion auf Los Angeles loszuziehen. Damit war eine Art Privatarmee genmeint, die Manson - wohl nach dem Vorbild des Wüstenfuchses Erwin Rommel - gegen das verhasste Establishment anführen wollte. Dazu diente ihm quasi als Führungswagen ein gepanzerter, geklauter und mit einem Maschinengewehr ausgerüsteter Dünenbuggy. Mad Max läßt grüßen, obwohl es diesen Film damals noch nicht gab. Es gab aber eine Reihe von Protest- und Bikerfilmen, die hier inspirierend gewirkt haben mögen.



EINE ZWISCHENBILANZ

Wie viele Morde?

Interessant ist für kritische Geister etwas anderes: In den Medien wird häufig auf 7 Morde der Manson Family rekurriert. Manchmal wird auch nur die erste Mordnacht mit 5 Toten erwähnt und manchmal sogar nur der Tod der Schauspielerin Sharon Tate.
Bei den Tate-LaBianca-Morden im Sommer 1969 brachte die (später so genannte) Manson Family insgesamt 7 Menschen um. In der Nacht vom 9. August 5 Menschen, darunter die Schauspielerin Sharon Tate, in der darauffolgenden Nacht noch einmal 2 Menschen, Leno und Rosemary LaBianca.
Die Morde wurden mit langen Messern und Schusswaffen ausgeführt. Vielleicht spielte auch Strangulation eine Rolle.
In Wirklichkeit um mehr Morde. Wieviel genau, wissen wir nicht. 
 

In der Mordnacht vom 9. August starben:
  • Sharon Tate 
  • Jay Sebring
  • Wojciech Frykowski
  • Abigail Folger 
  • Steve(n) Parent
In der Mordnacht vom 10. August starben:

  • Leno LaBianca
  • Rosemary LaBianca

Dabei beging die Manson Gang schon kurz vorher und kurz nachher je einen Mord.

Am 31.07.1969 starb:

  • Gary Hinman: Musiker und Drogenproduzent  
Am 26.08.1969 oder "ungefähr dann" starb:

  • Donald Shea, genannt Shorty: Rancharbeiter, Cowboy, Stuntman.
Damit hätten wir schon 9 Morde!

Wenn man aber die Aussagen von Ermittlern hört und liest, dazu die Zahl der in der Gegend verschwundenen Menschen und Andeutungen von Mitgliedern der Manson Family betrachtet, so kann die Zahl der insgesamt gewaltsam zu Tode gekommenen Menschen 30 bis 40 betragen (vgl. Vincent Bugliosi, Aussagen von Sandra Good). Das wäre deutlich mehr als die 9 nachgewiesenen Morde. Nicht zu vergessen ist auch, dass noch nach der Verhaftung Mansons viele Menschen unter ungeklärten Umständen zu Tode kamen. Insbesondere Zeugen, die ihn belasteten oder hätten belasten können, erging es nicht gut.

Weitere mögliche Morde:

  • Nancy Warren und Cilda Delaney
  • Marina Habe
  • Darwin Scott
  • Mark Walts
  • Suzanne Scott (unsicher) 
  • John "Jesus" Haught
  • Sherry Cooper 
  • James Sharp und Doreen Gaul
  • Joel Pugh 
  • Ronald Hughes
  • unklar: Karl Stubbs, Fillippo Tennerelli
 
Welche Täter? 

Aber schon für die 7 sogenannten Tate-LaBianca-Morde sitzen einige Menschen schon seit mehreren Jahrzehnten. Viele wären zu Beginn der 70er-Jahre fast hingerichtet worden, doch dann wurde die Todesstrafe in Kalifornien vorübergehend aufgehoben. Auf Grund der vorübergehend liberaleren Rechtssprechung haben die Gefangenen außerdem die Möglichkeit, dass ihre lebenslange Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Bislang wurde dies aber mehrfach abgelehnt.
Schauen wir uns einmal an, wer direkt für diese Morde sitzt oder saß:
  • Charles "Tex" Watson: Er war für Manson eine Art Offizier. 
  • Susan Atinks: Sie verstarb 2009 im Gefängnis an Krebs. 
  • Leslie van Houten
  • Patricia Krenwinkel 
  • Linda Kasabian: Sie war die Fahrerin des Todeskommandos der ersten Mordnacht. Aufgrund einer Kronzeugenregelung kam sie relativ glimpflich davon. 
Die noch lebenden Inhaftierten hoffen weiter auf eine Aussetzung ihrer Haftstrafe zur Bewährung ("parole"). 

Dazu kommen noch Verwicklungen an den Morden an Gary Hinman und Donald Shea.
Am Hinman-Mord waren Charles Manson, Susan Atkins, Bobby Beausoleil und wahrscheinlich Steve Grogan beteiligt. 
Am Shea-Mord beteiligt waren wahrscheinlich Manson selbst, Charles Watson, Bruce Davis und Steve Grogan dabei. Es mag auch eine Mithilfe von Catherine Share gegeben haben.

  • Bobby Beausoleil: Er war am Mord an Gary Hinman beteiligt. 
    Beausoleil war ein Künstler und Musiker. Er arbeitete auch an Projekten mit Kenneth Anger mit. Beteiligt war unter anderem auch Mick Jagger. 
  • Bruce Davis: Er war wie Charles Watson eine Art Offizier Mansons.
    Davis war am Mord an Donald Shea beteiligt. Bei ihm werden weitere Beteiligungen an Kapitaldelikten vermutet. Dazu zählt auch der Mord an Joel Pugh, dem Ex-Mann von Sandra Good. 
  • Steve "Clem" Grogan: Er war an mehreren Aktionen der Manson Family beteiligt. Vor Gericht hatte er aber das Glück, dass ihn die Richter für zu dumm und verrückt für einige Gräueltaten der Manson Family hielten. Grogan kam vorzeitig frei, heute spielt er in einer Band Gitarre.
Bruce Davis hofft weiterhin auf eine vorzeitige Freilassung.

Es gibt noch weitere Anhänger der Manson Family, die nicht im Gefängnis saßen. Das basiert darauf, dass sich nach der Inhaftierung Mansons und einiger seiner Anhänger in Folge der Tate-LaBianca-Morde unter den freien Family-Mitglieder Solidaritätskommittees bildeten. Diese begingen weitere Straftaten. Viele geschahen in einer Phase der Zusammenarbeit mit der noch recht jungen Aryan Brotherhood. Dabei spaltete sich die die Familie aber an Aktivisten, die weiterhin Manson treu waren ("Mansonites") und Anhängern des AB-Mitglieds Kenneth Como ("Comoites").
Zu den Mansoniten gehörten Lynette Fromme, Sandra Good, Nancy Pitman und einige andere. Zu den Comoiten Catherine Share und Mary Brunner.
Aber auch die "abtrünnigen" Comoiten vergaßen ihre Loyalität zu Manson nicht völlig: Am 21.08.1971 überfiel eine Gruppe einen Waffenladen in Hawthorne, wurde dabei aber von der durch stillen Alarm herbeigerufenen Polizei überwältigt (u. a. Schüsse in den Waffenarm). Angeblich sollte der Überfall der Vorbereitung einer Flugzeugentführung mit Geiselnahme zur Freipressung von Manson dienen.

Beteiligte des Hawthorne-Überfalles:

  • Kenneth Como: AB-Mitglied, Freund von Catherine Share, wurde Manson mit der Zeit abtrünnig. Diverse Delikte.
  • Catherine Share: Freundin von Kenneth Como.
    Share war auch unabhängig von der Schießerei in Hawthorne keine Unbekannte: Auch wenn sie sich später klar von der Manson Family distanzierte (es ging auch um das Sorgerecht für ihren Sohn!), hing sie lange tief im Sumpf der Manson-Straftaten.
    Aufgrund gefundener Spuren ist eine Verwicklung in den Mord an Donald Shea (zumindest in Form der Beihilfe) wahrscheinlich. Außerdem soll sie zusammen mit Lynette Fromme, Dennis Rice, Steve Clem Grogan und Ruth Ann "Ouisch" Moorehouse versucht haben, der Zeugin Barbara Hoyt einen mit LSD vergifteten Burger "unterzujubeln". 
  • weitere Beteiligte 


"Red and Blue" im Innen- und Außendienst

Sandra "Blue" Good und Lynette "Red" Fromme


Als ein Teil der Manson Family ins Gefängnis musste, ein anderer Teil in Freiheit aktiv blieb und es zu Spaltungstendenzen kam, erwiesen sich zwei Damen unter den Freien als besonders Manson-loyal und besonders militant:
  • Sandra Good, genannt Sandy oder auch genannt Blue (Augenfarbe)
  • Lynette Fromme, alias Squeaky alias Red (Haarfarbe)

Beide Damen haben während der Inhaftierung vieler Mitglieder der Family in Folge der Aufklärung der Morde von 1969 außerhalb des Gefängnisses für die Gruppe weitergearbeitet. Sie genossen aber zeitweise die Mithilfe weiterer Anhängerinnen wie z. B. Nancy Pitman.
Dabei kam es - wohl auf Geheiß des inhaftierten Charles Manson - zu der besagten Zusammenarbeit mit der noch jungen Gefangenenorganisation Aryan Brotherhood, die auch innerhalb und außerhalb der Gefängnisse arbeitete.
AB-Mitglieder sollen geholfen haben, die Anwalt von Leslie van Houten zu beseitigen, was aber nicht ganz gesichert ist, weil auch ein Wanderunfall in Betracht kommt. Außerdem sollen sie mehrere Raubüberfälle begangen haben und Zeugen in den eigenen Reihen beseitigt haben, die als nicht mehr zuverlässig galten (z. B. Ehepaar Willett). 

Darunter waren folgende AB-Anhänger:

  • Steve Bekins: Freund von Sandra Good, Erbe einer reichen Speditionsfamilie, dann aufgrund familiärer Konflikte kriminelle Karriere, zog mit Sandy aus Kalifornien weg, und wurde dann wegen eines Raubüberfalls auf einen Supermarkt verhaftet, später schwere Machtkämpfe im Gefängnis, seit ca. 2015 möglicherweise frei
  • Michael Montfort: Freund von Nancy Pitman, hat mit James Craig in den frühen 70ern möglicherweise Zeugen beseitigt (z. B. Willett-Ehepaar), Raubüberfälle, lange Haftstrafe
  • James Craig: Freund von Michael Montford, hat mit Michael Montfort möglicherweise Zeugen beseitigt (z. B. Willett-Ehepaar), Raubüberfälle, 1978 angeschossen und angezündet in einem Kofferraum aufgefunden, dann im Krankenhaus verstorben, letzte Worte: "She's dangerous!"
  • William Goucher: Freund von Maria Alonzo, heute im Gefängnis



Inzwischen waren aus den beiden Hippie-Damen stramme Glaubenskämpferinnen in Nonnengewändern geworden - sie kämpften für die Natur, für die Luft, für die Bäume, für das Wasser und für die Tiere ... und natürlich für die Freilassung Mansons. Auf Englisch hieß ihre Organisation ATWA, das steht für Air Trees Water Animals. Vorher und nebenher hatten sie noch diverse andere Organisationen initiiert, darunter den International Peoples Court for Retribution, der wahrscheinlich nicht viel mehr Anhänger hatte als die beiden Initiatorinnen. Man muss wissen, dass sich das in einer Zeit abspielte, in der sich die Protestbewegungen der 60er-Jahre zersplitterten und viele radikalisierten. Damals gab es in den USA auch Gruppen wie die Weathermen oder die Symbionese Liberation Army, die berühmt wurde für die Entführung der Verlegertochter Patty Hearst (die eine Zeit lang sogar übergelaufen zu sein schien).
Eine interessante Randbemerkung ist noch, dass die beiden Frauen in ihrer Aktivenzeit zwischen den Tate-LaBianca-Morden 1969 und 1975 Besuch von Journalisten der "Neuen Revue" bekamen, einer deutschen Illustrierten. Sie wurden interviewt und in ihren Nonnenkostümen vor Gräbern abgelichtet. In den USA sind Kopien dieser Aufnahmen unter Manson-Rechercheuren heute sehr beliebt.

Auf jeden Fall war die politische Arbeit von Sandra Good und Lynette Fromme im Außendienst etwas zu eifrig, denn 1975 landeten beide wieder im Knast.
Die Gründe für die Unfreiheit: 1975 wurde Lynette Fromme inhaftiert, nachdem sie den Präsidenten Gerald Ford mit einer Waffe bedrohte. Sie wollte mit ihm angeblich nur über gefährdete Bäume reden. Die Richter werteten das Vorgehen jedoch als versuchten Mord und setzten sie fest. Erst im Jahre 2009 (!) kam sie wieder frei.

Sandra Good, die mit der Tat Frommes offiziell nichts zu tun gehabt haben wollte, erwischte es auch. Im selben Jahr musste sie für 10 Jahre ins Gefängnis. Vorgesehen waren eigentlich 15, aber sie kam wegen guter Führung widerwillig früher frei. Sandra Good hatte aufgrund ihrer ökologischen Motivation Morddrohungen an Führungsfiguren in Wirtschaft und Gesellschaft geschrieben. Ein männlicher Helfer bekam dabei kalte Füsse und ging zu den Behörden. Andere Helfer, die die Damen vorher für ihre revolutionären Aktionen einspannen wollten, hatten bereits das Weite gesucht.


Auf jeden Fall sieht man, wenn man die Verbindungen dieses Netzwerkes der Manson-Anhänger genauer aufschlüsselt, weit tiefer strukturiert war, als man auf den ersten Blick denken mag. Wahrscheinlich ist aber auch seine Blutspur erheblich breiter und länger, als man bisher dachte.

Es handelte sich um ein Netzwerk, das in den 60ern immerhin Kontakte zur Filmindustrie und zu den Beach Boys hergestellt hatte - einschließlich der Mitwirkung am Album 20/20 - und das dann eine Zeit lang auf diversen Ranches zugegen war, wo sich viele Künstler und Prominente der damaligen Zeit die Klinke in die Hand gaben, die später häufig nichts mehr davon wissen wollten. Die Family hat schon damals die Gegend in und um Kalifornien unsicher gemacht und verfügt auch noch heute über erstaunlich viele Anhänger.
Manson ist einer der Gefangenen, die im weltweiten Vergleich die meiste Gefangenenpost erhalten.



Donnerstag, 5. Mai 2016

VIDEOSAMMLUNG, EXTERN

Hier entsteht eine Videosammlung:


ATLANTON TV

FECHTEN

















EXTERNE QUELLEN

FECHTEN

Fechtparodie 


video


Filmfechten: Swashbuckling from the Golden Age of Hollywood



Film: Prisoner of Zenda (1937)
[nach einem gleichnamigen Roman von Anthony Hope von 1894]

video





Film: Prisoner of Zenda (1952)

video


AHF: Military Sabre fencing (Mike vs. Nick)



MANSON FAMILY


Amerikas Albtraum - Die gefährlichsten Serienkiller der USA: Charles Manson (2009)




Manson Family Song: Get on Home







DAS SCHWARZE BRETT

Hier ist das Schwarze Brett dieser Seite. Über die Kommentarfunktionen könnt ihr, wenn ihr angemeldet seid (Google-Account), diese Seite als Ganzes bewerten oder euch zu irgendeinem anderen Thema auslassen.

COMPUTERSTIMMEN (ROBO VOICE, VOICE SYNTHESIZER/GENERATOR, TEXT-TO-SPEECH)



Im  Computerzeitalter ist es üblich, viele Dinge von Computern verrichten zu lassen. Wieso also nicht auch das Sprechen?
Schon in der Frühzeit der Heimcomputer gab es Ansätze von Computer- bzw. Roboterstimmen. Diese klangen jedoch noch recht blechern. Manche sprachen von Gießkannenstimmen. Für coole Musikprojekte der Neuen Deutschen Welle schienen sie aber zu passen!
Heute haben wir nicht nur das Computer- sondern auch das Internetzeitalter und damit eine relativ freie Verfügbarkeit von Software und auch von Onlinedienstleistungen. Die Bezeichnungen für diese computergenerierte Stimmensynthese variieren sehr stark (Computerstimme, Roboterstimme, Stimmengenerator, Voice Synthesizer, Text-To-Speech-Programm etc.).

Dementsprechend gibt es verschiedene Softwareangebote für Systeme wie Windows, Mac und Unix/Linux. Einige von ihnen sind auch kostenlos.
Ein anderer Ansatz ist es, die Stimme gleich online synthetisieren zu lassen, z. B. über eine Internetseite.

WINDOWS

Balabolka
eSpeak (ursprl. Linux) 
MWS Reader
SpeakIt! 
TextAloud (kommerziell)
TTSReader


MAC

eSpeak (ursprl. Linux) 
Google Translate (iOS) 
SpeakIt!


LINUX 
(meist in den Softwarecentern vorhanden)

eSpeak
Gespeaker
Mbrola

ANDROID

Google Translate
IVONA Text-to-Speech


INTERNET (ONLINE)

www.fromtexttospeech.com (einfach, aber mit Downloadmöglichkeit)
www.naturalreaders.com
www.oddcast.com
wizzardsoftware.com (schwächer)