Fachbereiche: Geschichte, Sowi, Philosophie; Sprachen; Wirtschaft, Recht; Nawi, Biologie, Technik und Blödsinn.
Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik (und Realienkunde) hervorgegangen, die sich dann in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt hat.
Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch; Latein, Altgriechisch; Russisch, Japanisch, Chinesisch; Mittelägyptisch etc.
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Donnerstag, 28. Juli 2016

KURT TUCHOLSKY

Kurt Tucholsky in Paris, 1928


* 09.01.1890 in Berlin
+ 21.12.1935 in Göteborg

Kurt Tucholsky wurde 1890 in Berlin als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren. Er zeigte früh Interesse für die Schriftstellerei.
Tucholskys Problem war, dass die Ehe seiner Eltern zerrüttet war und er dann den Launen seiner frustrierten Mutter ausgeliefert war. So war er hin- und hergerissen zwischen Pflichten und dem Nachgeben gegenüber seiner blühenden Phantasie. 
1909 beginnt Tucholsky ein Jurastudium in Berlin und Genf. Doch die Formalismen dieses Studiums machten ihn nicht glücklich.
Parallel dazu schrieb er nämlich verschiedene Texte, u. a. 1911 Beiträge und Gedichte für den "Vorwärts" (SPD-Parteizeitung) und engagierte sich für den Wahlkampf. 1912 erschien sein Kurzroman "Rheinsberg - Ein Bilderbuch für Verliebte".
1911 traf er in Prag Max Brod und Franz Kafka, der selber Jurist werden sollte, aber die schönen Künste viel mehr schätzte. 
1913 wird er Literatur- und Theaterkritiker für "Die Schaubühne" (später: "Die Weltbühne").
Tucholsky zeigte so an vielen Stellen seinen Sinn für das Kreative, aber auch für politisches Engagement. Schon früh sah man, dass er mit der Geisteshaltung des wilhelminischen Deutschlands nicht einverstanden war.

1914 erschien eine Sammlung von Grotesken in "Der Zeitsparer". Im selben Jahr brach der (Erste) Weltkrieg aus. Sein Jurastudium konnte Tucholsky erfolgreich abschließen. Seine Anfang 1914 eingereichte Dissertation wurde zunächst abgelehn, im November bestand er dann doch cum laude. Erst im Mai 1915 wurde ihm nach Erfüllung etlicher Formalitäten die Promotionsurkunde überreicht.
Danach entging Tucholsky der Einberufung zum Heer nicht mehr. Anders als viele Künstler ließ er sich aber von der anfänglichen Kriegsbegeisterung nicht anstecken. Er konnte aber ab November 1916 an der Feldzeitung "Der Flieger" mitarbeiten. Ansonsten hatte er in einer Artillerie-Fliegerschule zu tun und erledigte andere Verwaltungsarbeiten. Hier lernte er auch seine spätere Ehefrau Mary Gerold kennen.
Nach Kriegsende wird Tucholsky 1918 Chefredakteur der Zeitschrift "Ulk". Schon 1907 ist dort seine erste journalistische Arbeit entstanden (nämlich eine Kritik am Kunstgeschmack des Kaisers).

1920 heiratete Tucholsky Else Weil und wurde Mitglied der USPD. Er engagierte sich weiterhin gegen Militarismus und für die Arbeiterbewegung. Nach dem Weltkrieg musste er wie viele sehen, sich in die Gesellschaft einzugliedern. Tucholsky fühlte sich wieder zerrissen zwischen dem Zwang, Geld zu verdienen und eine bürgerliche Existenz aufzubauen und dem Drang nach Kreativität.
1923 wurde er Volontär und Privatsekretär in einem Berliner Bankhaus.
Aber schon 1924 wurde er Korrespondent der "Weltbühne" und der "Vossischen Zeitung" und konnte in Paris leben. Über den Journalismus schien die Kombination zwischen Broterwerb und freigeistigem Leben am besten zu funktionieren. Tucholsky benutzte bei seiner Arbeit mehrere Pseudonyme, wie Kasper Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.
Das Privatleben von Tucholsky blieb aber weiterhin chaotisch: Er ließ sich 1924 von Else Weil scheiden und heiratete Mary Gerold.
1926 machte die journalistische Karriere von Tucholsky wieder einen Sprung - aber nur für kurze Zeit: Tucholsky wird Herausgeber der "Weltbühne", allerdings nur für einige Monate. Sein Nachfolger wird dann Carl von Ossietzky.
In der Folgezeit widmete sich Tucholsky dafür anderen publizistischen Arbeiten: 1927 erschien sein Reisebericht "Ein Pyrenäenbuch", 1928 der Sammelband "Mit 5 PS". 1929 erschien seine berühmte Satire "Deutschland, Deutschland über alles. Ein Bilderbuch von Kurt Tucholsky und vielen Fotographen. Montiert von John Heartfield".

Tucholsky nahm die zunehmende Zuspitzung der politischen Verhältnisse in seiner Heimat mit großer Sorge wahr. So ging er schon 1929 - also vor der Machtübernahme der Nazis - nach Schweden ins Exil.
1933 ließ sich Kurt Tucholsky von Mary Gerold scheiden. In Deutschland wurden nach der Machtübernahme der Nazis seine Bücher verbrannt. Er wird aus Deutschland ausgebürgert.
Die Nazis sahen in der Bücherverbrennung eine notwendige Aktion, Deutschland vor "undeutschen" und bes. jüdischen Elementen zu "reinigen". Tucholsky sah das anders: Er sah die Gefahr nicht in der Verjudung Deutschlands, sondern in der Verdeutschung der Juden in Deutschland!
Die seien zu loyal gegenüber dem System eingestellt. Und die Weigerung vieler Juden in der Folgezeit, die drohende Gefahr anzuerkennen, schien ihm Recht zu geben.
Für Tucholsky selbst schien es aber keinen Ausweg mehr zu geben: Er war depressiv ob der Entwicklung in Deutschland und Europa, aber auch ob seines eigenen chaotischen Privatlebens. Am 21.12. starb er in Hindas in Schweden an einer Schlafmittelvergiftung. Es war aller Wahrscheinlich nach Selbstmord!













Montag, 18. Juli 2016

HERAKLIT

* ca. 550 in Ephesos
+ ca. 480

Heraklit war ein griechischer Philosoph. Er wird in die Vorsokratik eingeordnet.Wegen seines schwer verständlichen Denkgebäudes wurde er schon in der Antike "der Dunkle" (ὁ Σκοτεινός/ho Skoteinós) genannt.

Heraklit setzte der statischen Seinsauffassung der Eleaten (eleatische Philosophie) das dynamische (aber vernunftbegabte) Feuer als Prinzip des Seienden entgegen. Das Feuer galt für ihn als Inbegriff steter Wandelbarkeit. Diese Wandelbarkeit schließe aber eine vernunftgemäße Weltordnung nicht aus.
Für Heraklit formten diese Gegensätze ein (spannungsgeladenes) Ganzes.
Heraklit untersuchte solche Gegensätze wie Tag und Nacht, Wachsein und Schlafen und Eintracht und Zwietracht. 

Ebenso dunkel wie die Lehre des Heraklits sind seine biographischen Daten. Einige sind uns über Diogenes Laertius und diverse Fragmente bekannt.
Heraklit soll sein Werk im Artemistempel von Ephesus hinterlegt haben. Um diesen ranken sich auch einige Anekdoten aus Heraklits Leben. So soll er es während eines Spiels mit Jungen im Ephesustempel abgelehnt haben, zu einem anderen Treffen zu gehen, in dem es um die Gesetzgebung in der Stadt ging. Die Beschäftigung mit Kindern erschien ihm sinnvoller!


Von Heraklits Lehre sind nur kurze Sätze erhalten und auch diese nur als Zitate von späteren Autoren. Diese enthalten häufig Wortspiele und Aphorismen.
Neben seiner nicht klar ausgeformten Lehre, weswegen er schon in der Antike "der Dunkle" genannt wurde erschwert die lückenhafte Überlieferung seine Rezeption.
Seine Grundthese von der Veränderlichkeit der Dinge wurde in mehreren Sätzen ausgedrückt:

Alles fließt. - Panta rhei. (griech.) - Cuncta fluunt. [latinisiert]
→ Dieses berühmte Zitat ist mglw. falsch zugeschrieben (vgl. Aristoteles).
Der Krieg ist der Vater aller Dinge.
Niemand kann zweimal in denselben Fluss steigen.


QUELLEN/LITERATUR:

Diels, Hermann/Walther Kranz (Hgg.): Die Fragmente der Vorsokratiker. Bd. I; Hildesheim 2004 (vgl. Auflage 1951)
[Originaltext mit gelegentlicher Übersetzung]
Snell, Bruno (Hg.): Heraklit. Fragmente; Düsseldorf 2007
[Originaltext mit Übersetzung]


Freitag, 15. Juli 2016

MORD UND TOTSCHLAG IN HOLLYWOOD



Diese Seite beschäftigt sich mit Geschichte, aber davon abgeleitet auch mit historischer Kriminalistik. Da wir auch ein Faible für Hollywood und die Filmindustrie haben, stellten wir fest, dass die Fäden bei den Themen Hollywood und Verbrechen oft zusammenlaufen.
Warum ist das so?

Hollywood stellt Verbrechen nicht nur auf der Bühne bzw. dem Bildschirm dar, sondern begeht sie auch hinter selbigen. Das geschieht zwar überall, aber in Hollywood besonders intensiv, weil dort viele eskalierende Faktoren wirken: Geld, Ruhmsucht, massiver Drogenhandel, Konkurrenz vieler um wenige gute Plätze.

Einige "gute" Beispiele wären:

- Mord an Lana Clarkson (2003)
  [Phil-Spector-Fall]
- Mord an Phil Hartman durch seine Ehefrau (1998)
  [ein US-Komiker wird durch seine Ehefrau im Schlafzimmer ermordet]
- Mord an JohnBenét Ramsey (1996)
  [verdächtigt: Mutter oder Eltern]
- Mord an Nicole Simpson dnd Ron Goldman (1994)
  [verdächtigt: O. J. Simpson] 
- Mord an Pornoproduzent Artie Mitchell (1991)
  [Mord durch seinen eigenen Bruder nach Streit um Geld, Einfluss und Drogen]
- Mord an Roy Radin (1983)
  [in die Falle gelockt, im Auto entführt, getötet, von Coyoten zerfressen]
- Tod von Natalie Wood (Nov. 1981)
  [nach einem Streit mit Ehemann Robert Wagner; Ursachen unklar]
- Wonderland-Morde (1981)
  [Morde im Drogenmilieu]
- Mord an John Lennon (1980)
  [Mord durch ehem. Gegner und dann enttäuschten Anhänger Mark Chapman]
- Mord an Bob Crane (1978)
  [Mord wohl durch Schlag mit Kamerastativ, nach Streit um Frauen und Pornofilme]
- Morde der Manson Family. (ca. 1969)
  [Mordserie der Gang um Charles Manson, viele Opfer aus dem Hollywood-Milieu]
- Tod von William Stanciu (1960)
  [Freund von Beverly Aadland, der Ex-Freundin von Errol Flynn; Tod nach Streit]
- Mord an Elizabeth Short (1947)
  [sog. Black-Dahlia-Mord]

Es gibt noch viele andere Fälle. Nicht jedes Mal ist die Mordabsicht so sichtbar. In einigen verschwanden Leute, wurden angeblich mit einem Einbrecher verwechselt und getötet oder beim Waffenreinigen erschossen.


Donnerstag, 14. Juli 2016

POKÉMON GO

Das Logo von Pokémon GO (TM).


Pokémon GO (japanisch: ポケモン ゴー) ist ein Mobiles Spiel ("Mobile Game") für tragbare Computer ("Handhelds").
Pokémon Go ist ein Location-based Game, das "reelle" und virtuelle Realität kombiniert. Pokémon Go handelt also nicht nur in der Spielrealität, sondern setzt auf der Realität der natürlichen (materiellen) Umgebung auf. Man spricht von Augmented Reality und einem Augmented Reality Game (gemeint ist eine erweiterte Realität im Gegensatz/Unterschied zur Virtual Reality).
Auf diese Weise kann der Spieler in Pokémon Go sich beim Spielen in seiner richtigen Welt bewegen, jagt aber virtuellen Monstern hinterher. Das Spiel ist vom Prinzip her quasi eine Weiterentwicklung des traditionellen Spieles Schnitzeljagd.
Funktionieren kann so eine Monsterjagd technisch, indem man durch Mobilfunkortung und GPS die Standortdaten des Spielers ermittelt und diese Positionierung mit dem Kartenmaterial von Google Maps kombiniert.
In dieses an die reelle Welt angepasste Kartenmaterial projiziert das Spiel dann seine virtuellen Spielfiguren.
Die genauere Gestaltung der Spielwelt erfolgt durch Nutzung von reellen (materiellen, natürlichen) Landmarken, Wahrzeichen und auffälligen Objekten. Als Hilfsmittel bei der Jagd dienen z. B. Poké Balls. 

Pokemon Go stammt von Nintendo und seinem Teilunternehmen The Pokémon Company, wurde aber in der konkreten Ausführung von Niantic Labs entwickelt. Das Spiel erschien im Juli 2016, zunächst für Android und dann für iOS.
Das Spiel ist free-to-play und finanzierte sich zum Anfang über In-App-Käufe.




Samstag, 9. Juli 2016

BROTHERHOOD OF ETERNAL LOVE (DROGENGANGS)

Crime-Pool

Die "Brotherhood of Eternal Love" (BEL; Bruderschaft der Ewigen Liebe) war eine Bezeichnung für eine Gruppe von Hippies und Kleinkriminellen, die im Namen der sozialen Bewegungen im Kalifornien der 60er-Jahre begannen, aus ihren Kommunen heraus einen Drogenhandel zu errichten, der sich dann in kurzer Zeit zu einem grossen Wirtschaftsimperium auswuchs. Man sprach auch von der "Hippie-Mafia".
Die Gang hatte ihren Schwerpunkt in Orange County in Kalifornien.

Die Bruderschaft begann als kleine Gruppe von Drogenkonsumenten, die nach Bewusstseinserweiterung trachteten. Viele waren auch in konventionelle kriminelle Aktivitäten wie Diebstahl oder Einbruch involviert.
Ab ca. 1969 (oder früher?) begann die Gruppe, auch Drogen zu produzieren. Unter ihrem charismatischen Anführer John Griggs spezialisierte sich die BEL auf die Produktion von LSD und den Import von Haschisch. Ihre "Spezialität" war die LSD-Sorte Orange Sunshine.
Die Gruppe gab anfangs vor, idealistische Motive zu verfolgen und eine psychedelische Gesellschaft zu schaffen, was ganz im Geist der Zeit war. Einer ihrer Gurus war Timothy Leary, der damals als Drogenpapst galt und sogar die Unterstützung einiger Geschäftsleute hatte. Die Gruppe zog dadurch allerdings die Aufmerksamkeit der Strafverfolgungsbehörden auf sich.

Timothy Leary mit dem Anführer der BEL, John Griggs

Leary war in den 60er-Jahren schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten, wurde 1969 aber aufgrund eines Urteils des Obersten Gerichts wieder freigelassen. Einige Gesetze und Bestimmungen der Regierung wurden für verfassungswidrig erklärt. Leary, der sich glücklich schätzen konnte, einer langjährigen Freiheitsstrafe entkommen zu sein, wurde jedoch erneut mit Drogen aufgegriffen und im Juni 1970 zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt. Bereits im September gelang ihm durch eine Aktion der Untergrundgruppe "Weathermen" die spektakuläre Flucht aus dem Gefängnis. Die Brotherhood of Eternal Love leistete dabei Hilfestellung. Sie hat die Befreiungsaktion vor allem finanziell unterstützt, angeblich mit 25.000 $.
Leary floh nach Algerien, wo er weitere Radikale traf und dann in die Schweiz, wo er nicht ausgeliefert wurde. Später floh er über Wien nach Afghanistan, wo er 1973 schliesslich doch festgesetzt werden konnte und in die USA ausgeliefert wurde. Bis 1976 blieb er in Haft.
Die Brotherhood of Eternal Love existierte in ihrer alten Form da bereits nicht mehr. Im Jahre 1972 zog sich nach intensiver Fahndung des FBI die Schlinge zu: In einem Grosseinsatz der Sicherheitsbehörden wurde die Gruppe weitgehend zerschlagen. Mitglieder der Gruppe wurden in Kalifornien, Oregon und Maui verhaftet.
Die Presse berichtete damals ausführlich über diesen Coup. Die Los Angeles Times schrieb von einer "Multimillionen-Dollar-Untergrundorganisation".
Im Gefängnis zeigte sich, dass die Brüderlichkeit der BEL nicht grenzenlos war. Viele Mitglieder der Gruppe sagten gegen ihre Komplizen aus, um Hafterleichterungen zu bekommen. Auch ihr Guru Leary tat das.
Es konnte aber nie ganz geklärt werden, ob Fraktionen der Gruppe nicht weiter im Drogengeschäft arbeiteten. Ausserdem konnten die genauen Vertriebswege der Gruppe, die sich nach Art von Hippie Trails um die halbe Welt zogen, nie ganz aufgeklärt werden. Möglicherweise wurden damals Handelswege für den modernen Drogenhandel der kommenden Jahrzehnte errichtet.
Einige Mitglieder wurden erst in den 90er-Jahren und sogar 2009 verhaftet.

Stewart Tendler/David May: Brotherhood of Eternal Love.
From Flower Power to Hippie Mafia - the Story of the LSD Counter Culture (1984/2007)



Nicholas Schou: Orange Sunshine.
The Brotherhood of the Eternal Love and its Quest to Spread Peace Love and Acid to the World (2010)


QUELLEN/LITERATUR:

Wikipedia
Russisches Roulette (Timothy Leary, Geldgeber und die BEL)
Erowid.org: The Brotherhood of Eternal Love (Tendler/May)
Brian Flanagan: The Weather Underground; 2012
Rudd, Mark: Underground. My Life with SDS and the Weathermen; New York 2009 (S. 225-227)Schou, Nicholas: Orange Sunshine. The Brotherhood of Eternal Love and Its Quest to Spread Peace, Love and Acid to the World; 2010
Tendler, Stewart/David May: Brotherhood of Eternal Love. From Flower Power to Hippie Mafia - The Story of the LSD Counterculture; London 1984 (2007)
-
Der Spiegel: Russisches Roulette (Drogen); 23.09.1974
(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41674129.html)




Freitag, 8. Juli 2016

THEODORE KACZYNSKI ("UNABOMBER")

Crime-Pool

Theodore Kaczynski.jpg
Kaczynski nach der Festnahme

* 22.05.42


Theodore John Kaczynski (Ted K.) ist ein US-amerikanischer Mathematiker und Kritiker der Industriegesellschaft, der seine Anliegen auch mit Terror durchsetzen wollte.


Kindheit

Ted Kaczynski wuchs in Chicago in einer polnisch-jüdischen Einwandererfamilie auf. Hier zeigten sich erste Probleme.
Kaczynskis Eltern lebten in relativ einfachen Verhältnissen und wollten wie viele andere Eltern in einer solchen Lage über ihre Kinder sozial aufsteigen.
Kaczynski wurde schon früh auf schulischen Erfolg und da besonders auf eine mathematisch-naturwissenschaftliche Denkweise getrimmt.
Hinzu kam noch, dass er als Kleinkind nach einem allergischen Medikamentenschock in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, dort wochenlang weitgehend isoliert bleiben musste und danach verändert zurückkam. Kaczynski hatte Schwierigkeiten mit menschlichen Kontakten.
Welcher Faktor als Ursache bedeutender war, hängt davon ab, welche Perspektive die Quelle vermitteln will. Teds Mutter schob die Verantwortung für seine nicht normale Entwicklung auf den Krankenhausaufenthalt, Ted selber äußerte sich in den Briefen an seinen Bruder und in diversen Interviews dahingehend, dass er seine ignorante Familie hasse.
Wie dem auch sei, Ted Kaczynski interessierte sich sehr für den Schulunterricht und hier insbesondere für die Naturwissenschaften und führte auch privat entsprechende Experimente durch. Auch den Nachbarn fiel sein besonderes Verhalten auf.
Häufig wird der Nachbar LeRoy Weinberg zitiert:
„Ted ist ein glänzender Junge, aber absolut ungesellig […] Dieses Kind spielte nicht, nein. Er war ein alter Mann vor der Zeit.“ Ted Kaczynski wandelte immer wieder grußlos durch die Nachbarschaft.
Da Kaczynski zwei Klassen übersprang, konnte er schon 1958 die High-School absolvieren.


Studium

Ted Kaczynskis geistige Fähigkeiten waren so beeindruckend, dass er schon mit 16 ein Stipendium für das Harvard College erhielt.
1962 erwarb Kaczynski einen Bachelor in Mathematik. Allerdings fiel er hier besonders auf. Die etwas elitären Netzwerke der anderen Studenten interessierten ihn nicht. Stattdessen zog er sich in sein Studierzimmer zurück, lernte und dachte nach. Gelegentlichen Besuchern fiel die extreme Unordnung auf. Sein Bachelor war gut, aber nicht herausragend. Offensichtlich hatte Kaczynski innere Probleme und verfranzte sich.
Nach dem Bachelor erwarb Ted Kaczynski an der University of Michigan den Mastergrad und dann noch einen Doktor in Mathematik.
Sein Intelligenzquotient soll bei 165 gelegen haben.
Umstritten ist, in wieweit Kaczynski in seiner Studienzeit auch in psychedelische Experimente des Geheimdienstes CIA (unter Dr. Henry A. Murray) involviert war. Vor allem der Name MKULTRA ist hier das Stichwort.
Es ist wahrscheinlich, dass Kaczynski hier Menschenversuchen unterzogen wurde, es ist aber nicht sicher, ob diese derartige Ausmaße angenommen haben, wie von sog. Verschwörungstheoretikern im Internet spekuliert wird. Es ist auf jeden Fall unwahrscheinlich, dass Kaczynski in seinen späteren Taten gezielt von Geheimdiensten gesteuert wurde.


Akademische Karriere

Kaczynski blieb für seine akademische Karriere zu nächst in Michigan. An der Universität von Michigan war sein Fachgebiet die Funktionentheorie. Kaczynski galt alt komischer Kauz, der in seiner Welt lebt.
Maxwell O. Reade, ein Mitglied des Dissertationsausschusses, sagte dazu: "Ich würde vermuten, dass ihn im ganzen Land ungefähr 10 bis 12 Menschen verstanden und würdigten".
1967 erhielt Kaczynski einen Preis von 100 US$ für seine Dissertationsschrift "Boundary Functions" und galt damit als bester Mathematiker seines Institutes.
In Michigan unterrichtete er drei Jahre lang Studenten (Stipendium: National Science Foundation) und veröffentlichte zwei Artikel mit Dissertations-Bezug. Nachdem er Michigan verlassen hatte, veröffentlichte er noch vier weitere Artikel.

Ted Kaczynski 1968 an der Universität Berkeley


Dann kam es zu einem entscheidenen Wechsel im Leben Kaczynskis. Im Herbst 1967 erhielt er eine Assistenzprofessur an der UCLA Berkeley.
Hier schienen die Karriereaussichten gut und Kaczynski galt als mathematischer Experte. Doch gerade bei Studenten wurde kritisiert, dass er nicht auf ihre Fragen einging.
Kaczynski schien die Stelle aber auch nicht gefallen zu haben, denn im Jahre 1969 kündigte er sie ohne weitere Erklärung. Am Institut versuchte man vergeblich, ihn davon abzuhalten.
Unabhängig von diesen Querelen auf persönlicher Ebene waren die späteren 60er-Jahre eine Zeit der politischen Auseinandersetzungen und die Universität von Berkeley war einer ihrer Kulminationspunkte. Möglicherweise ist das auch ein Grund für Kaczynskis spätere scharfe Kritik an politisch linken Aktivisten.


Schrittweiser Rückzug

Ted Kaczynski erwies sich bislang als intellektuell begabter, aber auch "überzüchteter" Mann. Er war von seinen aufstiegswilligen Eltern überfordert worden, so dass seine sozialen Fähigkeiten unterentwickelt und seine Nerven überlastet waren.

Kaczynski begann, sich aus dem bürgerlichen Leben zurückzuziehen. Dieser Rückzug verlief aber nicht so abrupt, wie das später in den Medien oft dargestellt wurde.

Zunächst wohnte Kaczynski bei seinen Eltern in Lombard, Illinois, einem Vorort von Chicago. Dann zog er sich 1970 in die Berge von Montana zurück. Anfangs lebte er von einem Einkommen als Arbeiter in der Firma seines Bruders. Doch dann wurde er von diesem entlassen, nachdem er sich einer Mitarbeiterin zu offensiv genähert haben soll. Kaczynski behauptete aber später im Gefängnis, dass sein Bruder auf ihn neidisch gewesen sei und ihm deshalb ständig zu schaden trachte.

Interieur von Kaczynskis Hütte ("Cabin")


Kaczynski lebte in Montana als Einsiedler in einer selbstgebauten Holzhütte. [Viele Jahre später wurde diese inzwischen berühmt gewordene Hütte ("Cabin") vom FBI zu Untersuchungszwecken nach Sacramento geschafft und stand in einem Lagerhaus. 2008 brachte man sie ins Newseum nach Washington. Ihre Maße im Erdgeschoss betragen 10 ft. x 12 ft. (3,05 m x 3,65 m), im Obergeschoss mit Spitzgeschoss befand sich ein Lagerraum und eine Giebelöffnung.
Die Hütte war am Anfang recht weit in der Natur gelegen, wurde aber durch Straßenbau wieder näher an die Zivilisation gerückt, was Kaczynski sehr störte. Kaczynski wollte sich autonom aus der Natur versorgen, musste aber auch durch Diebstahl und gelegentliche Jobs seine Ressourcen auffrischen.
Durch die Hilfe seiner Eltern konnte er noch ein erhebliches Gebiet um die Hütte herum erwerben (< 5600 m²).

Ted Kaczynski hat sich anfang der 1970er-Jahre intensiv mit technikkritischen Autoren wie Jacques Ellul befasst. Seine Abneigung gegen die Zivilisation steigerte sich soweit, dass er beschloss, Anschläge gegen Zentren der verhassten Industrie- und Technikgesellschaft durchzuführen.
Kaczynski wollte handeln!
Mai 1978 wurde seine erste Briefbombe auf dem Parkplatz der Universität Chicago in Illinois gefunden. Die Postsendung war an einen Materialwissenschaftler der Northwestern University adressiert.
Der Wissenschaftler konnte mit der Post nichts anfangen und reichte sie an die Polizei weiter. Dafür explodierte die Bombe aber auf einer Wache und verletzte einen Polizisten. Mit der Zeit häuften sich solche Fälle, so dass das FBI schließlich eine Arbeitsgruppe unter der Rubrik "Unabomb" bildete. Später wurde daraus der Begriff Unabomber.
Im Jahre 1985 forderte eine seiner Briefbomben das erste Todesopfer. Ein Besitzer eines Computergeschäfts in Sacramento.
...


Das Manifest

Nach einer Serie von Anschlägen machte Kaczynski das Angebot, die Anschläge einzustellen, wenn man ihn (s)ein Manifest veröffentlichen lassen würde. Er schickte es mit dem Angebot an die Adressen der New York Times und der Washington Post.
Zuerst war die Presse widerstrebend und schloss sich mit den Behörden kurz. Nach längerer Überlegung rang man sich aber durch, zuzustimmen, um darüber vielleicht Hinweise auf den Täter zu bekommen.
Im Juni 1995 war es dann so weit: Das von Kaczynski verschickte Manifest war 35.000 Wörter lang und trug den Titel "Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft (Industrial Society and Its Future). Später wurde es bekannt als "Das Manifest des Unabomber" (The Unabomber's Manifesto).
Das Manifest wurde am 19. September 1995 in beiden angeschriebenen Zeitungen gedruckt. Vorher gab es eine Rücksprache mit dem FBI und der Staatsanwaltschaft. Auch einige Auszüge waren bereits bekannt.
Der Autor ist offiziell mit "FC" abgekürzt, was für Freedom Club steht. Er gibt an, eine Gruppe zu sein, die über 20 Jahre lang Attentate begangen habe.
Die Grundthese des Manifestes ist, dass die Technisierung der Gesellschaft diese zerstört und deshalb aktiv bekämpft werden muss.
Diese wird durch mehrere Nebenthesen ergänzt, z. B. die, dass die politische Linke ungeeignet für diesen Kampf ist, weil sie nur so tue, als sei sie unangepasst, aber ihre Repräsentanten in Wirklichkeit zu den angepasstesten Menschen gehörten. Die Linke kann somit Teil des Problems werden. Der Autor liefert eine genaue Analyse der linken Psyche aus seiner Sicht.
In seiner Hauptthese, dass die Industrialisierung und Technisierung der Gesellschaft diese nach unten ziehe, nimmt Kaczynski sehr radikale Thesen ein. Er räumt zwar ein, dass die Technik die Lebenserwartung des Menschen erhöht und gewisse Erleichterungen gebracht habe, zählt aber eine lange Reihe von Nachteilen der Technisierung auf und charakterisiert ihre Wirkung als zersetzend. Kaczynski beschreibt besonders die psychischen Wirkmechanismen der Technik. Seiner Meinung nach überfordere sie den Menschen immer mehr und mache z. B. einen immer höheren Konsum von psychotrophen Medikamenten erforderlich. Gleichzeitig redeten sich viele Menschen trotz gewisser Antipathien ein, die Technisierung sei gut für sie. Kaczynski hält es aber für legitim, die Technik GEGEN das System und die es stützenden Machteliten einzusetzen. Dies beschleunige seinen Sturz, der aber notwendig so oder so kommen müsse.
Entscheidend sei aber: Die Technokratie raube dem Menschen die Freiheit!
Kaczynski kritisiert gleichzeitig die primitivistische Bewegung als zu reformistisch. Auf diese Details ging er aber erst später - nach seiner Verhaftung - genauer ein.


Verhaftung und Nachspiel

Das Manifest, das den Unabomber so berühmt machte und das sogleich im damals erst aufkommenden WWW seine Verbreitung fand, war zugleich auch das Ende der Freiheit von Ted Kaczynski.
Die Polizei fand zwar wenige Spuren an den eingeschickten Dokumenten selber, aber ihre Hoffnung, jemand könne den Duktus der Sprache wiedererkennen ging auf. Teds Bruder, David Kaczynski, entdeckte - wahrscheinlich nach Stichwortgabe seiner Frau Linda - Ähnlichkeiten zur Diktion seines Bruders. Am Anfang war er sich nicht sicher, aber dann stellte er bei der vergleichenden Lektüre der Schriften seines Bruders und des Manifestes fest, dass er ab einem gewissen Punkt nicht mehr wusste, welche er dieser Schriften er vor sich habe. Die Ähnlichkeit war frappierend. Schließlich informierte er unter Einschaltung von Anwaltskanzleien das FBI. Er wollte bei den Verhandlungen erreichen, dass seinem Bruder, sollte er es gewesen sein und sollte er gefasst werden, nicht die Todesstrafe drohe. Auch wollte er vermeiden, dass es bei der Festnahme zu einer Belagerung mit Schießereien wie in Waco oder Ruby Ridge käme. 
Die Behörden stimmten nach einigem Zögern zu und suchten dann in der Wildnis, wo Ted Kaczynski ungefähr vermutet wurde, Spuren von ihm. Nach einiger Suche stießen sie auf seine archaische Hütte und fanden schließlich ein ganzes Netzwerk davon. Ted wurde ebenfalls gefasst.
In seiner Hütte fanden sich belastende Schriften, die zwar verschlüsselt waren, aber bei weiteren Durchsuchungen fand man auch Schlüsselmaterial dazu.

Außerdem überprüfte man, ob es Verbindungen zum Fall des Zodiac(-Killers) bestünden, der in den 60ern- auf die 70er-Jahre in der Bay Area von San Francisco aktiv war, als Ted Kaczynski dort an der Universität lehrte. Allerdings war Kaczynski in fünf Fällen nicht vor Ort und seine Fingerabdrücke stimmten nicht mit denen des Zodiac überein.

Ted Kaczynski leugnete erst, der Unabomber zu sein, weil er noch hoffte, davon prozesstaktisch zu profitieren, und sprach in hypothetischem Ton vom Unabomber
Doch mit der Zeit wurde das obsolet. Das Gericht verurteilte ihn zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit einer Bewährung, worauf er in das Hochsicherheitsgefängnis ADX in Florence gebracht wurde, wo auch viele andere prominente Häftlinge einsaßen und einsitzen.

Dort verbrachte Kaczynski ein für Häftlinge untypisches Leben. Er las und schrieb viel.
Einige seiner Schriften wurden publiziert und erläuterten für die Öffentlichkeit die Ideen des Manifestes genauer.  Bei den Editions-Regeln erwies sich der Autor als ausgesprochen pingelig.
Kaczynski in ihnen insbesondere, wie er seine Begeisterung für Mathematik aufgab und sich, begeistert durch die Schriften Jacques Elluls, für die Industrie- und Technikkritik zu interessieren begann. Gleichzeitig beschrieb er, wie sein Versuch, immer autarker in der Natur zu leben, von Schwierigkeiten begleitet war und lieferte Vergleichsstudien über Urvölker und das Überleben in der Natur an sich.
Kaczynski kritisiert wiederum andere Technikkritiker als zu reformistisch.
Trotzdem und trotz seiner Anschläge gibt es primitivistische Autoren wie John Zerzan und John Moore, die ihn trotz distanzierter Ansichten zu seinen Ideen und Aktionen verteidigten.

In Haft erhielt Kaczynski - ähnlich wie der prominente Charles Manson - so viel Post, dass er sie kaum sichten, geschweige denn beantworten konnte.
Er freute sich auf jeden Fall immer über Bücher, besonders zum Lernen von Sprachen. Aufgrund der Regularien des Gefängnisses mussten die Umschläge aber weich sein.

Eine Berühmte Kontaktaufnahme fand durch den deutschen Filmemacher Lutz Dammbeck statt, der über den Unabomber und die Technisierung der Gesellschaft seit dem Zweiten Weltkrieg einen Dokumentarfilm machen wollte, der dann unter dem Namen "Das Netz" (The Net) weltweit berühmt wurde. Der Film erschien 2003 und abgewandelt 2004. Das Buch "Das Netz - die Konstruktion des Unabombers", erschien 2005 (bei Nautilus, Hamburg).
Auf Anregung von Lutz Dammbeck hat Theodore Kaczynski auch eine autorisierte Fassung des Manifests erstellt, deren deutsche Übersetzung 2005 erschien.

Ted Kaczynski äußerte sich auch zu tagespolitischen Themen. Den Golfkrieg 2003 gegen den Irak begrüßte er anfangs, weil er meinte, dass man verhindern müsse, dass die Diktatoren auf der Welt Massenvernichtungswaffen bekämen. Doch dann meinte er, dass hier die Öffentlichkeit wieder einer großen Täuschung aufgesessen sei und gab vor, im Gefängnis nicht Zugang zu allen möglichen Informationen gehabt zu haben.
Auch zur Snowden-Affäre äußerte Kaczynski sich. Er sah hier wieder seine Warnung vor einer Technisierung der Gesellschaft bestätigt, meinte aber, man solle in der Öffentlichkeit nicht so tun, als ob nur die USA solche Dinge täten und Russland, China und andere Mächte nicht.



Dienstag, 5. Juli 2016

LONGBOARD

Ein Longboard ("Langbrett") ist eine Unterart des Skateboardens. Wie der Name sagt, ist es länger als ein Skateboard und dient eher dem gemütlichen Fahren (Cruisen) wie auch dem Abfahrt-Fahren (Downhill) als dem Ausführen von Tricks wie beim "normalen" Skateboard.
Es gibt aber auch Überschneidungen und es gibt verschiedene Arten von Longboards.

Die moderne Longboardwelle begann erst nach 2000. Da aber die frühen Skateboards aus Surfbrettern entwickelt wurden, unter die man Rollen montierte, sehen einige Forscher das Longboardfahren auch als einen urtümlichen (archaischen) Skateboardstil an. 


LONGBOARDTYPEN


Twin Tip-Skateboard mit Dropthrough und Drop (von Ehlers).

1. Symmetrische/Twin Tips (meist Dropthrough):

- Twintip bedeutet eigentlich nur, dass das Board auf beiden Seiten eine Spitze hat (wenn auch meist abgerundet)
- es meint aber übertragen, dass der Grundriss des Boards relativ symmetrisch ist und es zwei betonte Enden hat
- die Fläche über den Rädern ist meistens ganz ausgesägt, um "Wheelbyte" zu vermeiden
  (bei anderen Boards wird meist nur etwas vom Holz weggefeilt)
- zum "Tieferlegen" des Boards sind die Twintip-Skateboards meist nach dem Dropthrough-Prinzip montiert:
  die Achsen ("Trucks") reichen durch das Brett und werden von oben festgeschraubt 



Quelle: Wikipedia


2. Skateboardähnliche (meist 1 Kicktail):

- der Grundriss sieht ähnlich wie bei einem Skateboard aus, die Boards sind aber meistens auf eine Fahrtrichtung "ausgerichtet"
  (also nicht symmetrisch)
- skateboardähnliche Longboards haben meist keine (kompletten) Aussparungen über den Rädern
- skateboardähnliche Longboards haben meist auch keine Dropthrough-Montierung
- dafür haben die skateboardähnlichen Boards meistens einen Kicktail, also ein nach oben gebogenes Ende
  (Skateboards haben oft zwei)
→ damit kann der Fahrer einige Tricks machen, wenn auch nicht so viele wie auf einem Skateboard


Ein Pintail-Board von No Rules.


3. Surfbrettähnliche (meist 1 Pintail):

- der Grundriss sieht aus wie der eines Surfbretts, aber das hintere Ende ist meist spitzer zulaufend
- die surfbrettähnlichen Longboards sind meistens höher als andere Bretter, das Brett eben und das Holz flexibler
  ("mit Flex", "wobbly")
- surfbrettähnliche Longboards sind meistens auch länger;
  so kann man gemütlich fahren und ggf. sogar auf dem Board laufen/tanzen


ROLLEN

Für die Rollen von Longboards gelten ähnliche Regeln wie für die Rollen von Skateboards. Man muss aber wissen, dass die Longboard-Rollen, trotz individuellen Abweichungen, insgesamt größer und weicher sind als die von (Standard-)Skateboards, weil sie besser zum Cruisen auf längeren Strecken und raueren Böden geeignet sein sollen.

Die Standard-Einteilung des Härtegrades ist 78 A - 101 A. Es gibt aber auch andere Skalen (80 B - 84 B, Street Tech Formula [STF] usw.).
Normalerweise sind weichere Rollen (z. B. 78 A) besser für rauere Böden (unebene Straßen) und erzeugen weniger Geräusche und härtere Rollen besser für glattere Böden (Halfpipe, Beton) und sind dafür lauter.
Weichere Rollen sind besser für lange Strecken geeignet und härtere für Kurzstrecken und Parcours, weil diese eine hohe Stabilität brauchen.

Neben diesen verschiedenen Kategorien "normaler" Rollen gibt es natürlich auch Spezialanfertigungen. Das können beispielsweise Rollen mit Profil sein oder gar Rollen mit Luftfüllung. Eine besondere Spielart sind die Shark Wheels (Firma: Shark Wheel), also Rollen mit haifischzahnartigem Zackenprofil, die einen besseren Grip haben sollen.


Shark Wheel(s)