Fachbereiche: Geschichte, Sowi, Philosophie; Sprachen; Wirtschaft, Recht; Nawi, Biologie, Technik und Blödsinn.
Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik (und Realienkunde) hervorgegangen, die sich dann in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt hat.
Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch; Latein, Altgriechisch; Russisch, Japanisch, Chinesisch; Mittelägyptisch etc.
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Samstag, 18. Februar 2017

TRUMP, DONALD JOHN

 

* 14.06.1946, New York/Queens (USA) 


Donald J. Trump  ist ein USamerikanischer Unternehmer und verspäteter Politiker. Es gelang ihm 2016, die US-Präsidentenwahlen zu gewinnen, obwohl ihm nur Außenseiterchancen zugestanden worden waren. Seit dem 20.01.2017 ist er der 45. Präsident der Vereinigten Staaten.

Trump kommt aus einer aus der Pfalz in Deutschland stammenden Familie (Drumpf), die sich in handwerklichen Dingen auskannte. Donald Trumps Großvater ist in die Vereinigten Staaten emigriert.
Trump gehört als 1946 Geborener der direkten Nachkriegsgeneration an. Diese wird in den USA "Babyboomer" genannt, in Deutschland spricht man von 68ern. Man sagt, dass diese geburtenreiche Generation in eine Zeit des Wohlstandes hineingewachsen ist. Gleichzeitig gerieten einige ihrer Vertreter mit den Autoritäten in Konflikt, weil sie einerseits nach dem Krieg in einer materialistischen Gesellschaft mit "Aufbaugeist" aufgewachsen sind und andererseits in den 60ern durch Autoritätskonflikte, die Rassenfrage und den Vietnamkrieg zunehmend mit der herrschenden Gesellschaft in Konflikt geraten sind. Das bedeutet aber nicht - wie dargestellt - dass alle Anhänger dieser Generation linksradikal waren oder zumindest eine linksradikale Phase hatten.
Zu dieser Generation gehören auch der US-Präsident Bill Clinton (* 1946), viele Rebellen/Revolutionäre der 60er-Jahre sowie der Serienmörder Ted Bundy (* 1946).

Donald Trump wuchs in einer bereits wohlhabenden, aber aufstrebenden Baufamilie auf. Sein Vater galt als kaltherzig. Trump wurde schon früh in die Firma mitgenommen.
Als Schüler galt Trump als äußerst widerspenstig. Sein Vater steckte ihn daraufhin in eine Kadettenschule. Dort konnte er sich zumindest körperlich austoben und lernte diverse Tricksereien.

Trump drückte sich nach der Schule um einen Einsatz im Vietnamkrieg. Obwohl er vorher mit sportlichen Leistungen (besonders im Baseball) angab, stellte er plötzlich Fußprobleme fest. Stattdessen feierte er Parties.
An der Wende zu den 70er-Jahren bekam er von seinem Vater einen Geldbetrag, um sich selber im Baugeschäft zu beweisen. Der eigensinnige Trump wollte nicht in Queens bleiben, sondern griff das als immobilientechnisch heikel geltende Manhatten an. Von 1971 bis 2017 war er Vorstandsvorsitzender (CEO) des Bau- und Mischkonzerns "Trump Organization". Sein Vermögen soll Milliarden betragen, aber genaue Daten liegen nicht vor. Mit der Zeit wurde der Name "Trump" eine regelrechte Marke. Mit seiner Expansionslust geriet Trump aber in streit mit dem New Yorker Bürgermeister und mit diversen Konkurrenten.
Trump konnte zunächst viele Skeptiker und Neider überraschen, beim Einstieg in die Casino-Branche ging aber sein Ego mit ihm durch und er verschätzte sich bei einigen Investitionen. Seine Gläubiger wollten ihn aber dennoch nicht fallen lassen, was wohl auch daran lag, dass er inzwischen eine wertvolle Marke war.
Obwohl Trump später den starken (und rechten) Mann gab, der hart gegen Kriminalität vorging, hatte er in der New Yorker Baubranche wohl Kontakte zu Vertretern der Mafia. Auf jeden Fall war einer seiner Anwälte der berüchtigte Mafiaanwalt Roy Cohn.
Politisch schwankte Trump zwischen Rechts und Links, obwohl er später den rechten Hardliner gab. Er war gegenüber Altkonservativen genauso distanziert wie gegenüber linken Kapitalismuskritikern oder Sozialexperimentatoren der Hippiezeit. Schon in den 80er-Jahren vertrat er öffentlich im TV die Idee, dass es unfair sei, dass Japaner und Deutsche ihre Autos und andere Waren sehr leicht in die USA exportieren könnten, während umgekehrt in diesen Ländern kaum USamerikanische Autos führen. Er erweckte damit auch die Aufmerksamkeit von Pat und Richard Nixon (Nixon wurde Ende der 60er-Jahre US-Präsident).
Äußerlich trat Donald Trump sehr bürgerlich auf und spielte nach seinen Anfängen im Schulbaseball gerne Golf. 


Später wurde Trump auch durch Auftritte in Fernsehsendungen bekannt, darunter "The Apprentice". Trumps Auftreten war sicher publikumswirksam, aber gleichzeitig herrisch und bewusst arrogant. Auch privat verhielt er sich so. Als er z. B. in Schottland seinen Golfplatz aufbauen und ausweiten wollte, diffamierte er die Gegner dieses Vorhabens, die einfach ihre Grundstücke nicht verkaufen wollten und schob sie in die Nähe von Schweinen. Eine unsachliche Art, Auseinandersetzungen zu führen, sollte zu seinem Markenzeichen werden.
Einige Psychologen rechnen Trump aufgrund seines Auftretens und seiner Reden eine narzisstische Persönlichkeitsstörung zu. Manche sogar einen destruktiven Charakter.

Privat war Trumps leben ebenso schillernd. Trump war mehrfach verheiratet und hatte daneben mehrere Geliebte. Mit der Zeit wurde er mehrfacher Vater und dann Großvater. Auffallend ist, dass er mehrfach und früh seine Töchter sexualisierte, ohne sich dafür zu schämen.

Trump unterstützte mit der Zeit verschiedene politische Gruppen. Zunächst waren viele von denen zentristisch-unabhängig. Als er damit aber nicht weiterkam und sich diese Gruppen durch innere Auseinandersetzungen selbst blockierten, setzte er zunehmend auf rechte Gruppen, von denen nicht wenige auch verschwörungstheoretisch-irrationalistisch unterwegs waren. Ein gutes Beispiel ist seine Unterstützung für Gruppierungen, die wahrheitswidrig behaupteten, Obama sei nicht in den USA geboren.
Mit der Zeit erkannte er aber, dass er ohne die etablierten politischen Parteien nicht weiterkommen konnte und entschied sich für die Republikanische Partei. 2009 trat er den Republikanern bei, bei denen er schon von 1987 bis 1999 Mitglied war.

Entscheidend für Trumps politischen Durchbruch ist der Sieg in der US-Präsidentenwahl am 08. November 2016 gegen Hillary Clinton. Viele Experten haben Trump lange Zeit nur Außenseiterchancen zugestanden oder hielten die Kandidatur sogar für einen Witz (es ist nicht einmal sicher, ob er das nicht auch selber so sah). Trump trat im Wahlkampf äußerst diffamierend auf und machte Witze und abwertende Bemerkungen über Frauen, Behinderte, Mexikaner und Asiaten.

Trump ist damit der erste US-Präsident ("PotUS"), der vor seiner Wahl weder ein politisches Amt noch einen hohen militärischen Rang innehatte. Außerdem ist er der bislang älteste Präsident bei Amtsantritt.


Quellen/Literatur:

Wikipedia
-
diverse TV-Dokus über Donald J. Trump


DIE 80er: COMICS


Heft Nr. 1000/1001

Viele Comics, die man in den 80ern las, waren nicht speziell Comics der 80er-Jahre. Die Jugend las Micky Maus und Donald Duck, Fix & Foxy sowie Yps. Darüber hinaus hatte man Comicbände wie Asterix, Lucky Luke oder Tim & Struppi.
Die in den 70ern erfundenen Yps-Hefte können aber am ehesten als "typisch 80er" gesehen werden.
Die Yps-Hefte erschienen von 1975 - 2000. Danach gab es mehrere Versuche, sie in veränderter Form wiederzubeleben. Wir werden sehen, was daraus wird.

Yps-Hefte enthielten mehrere Comicreihen, darunter die des namensgebenden Känguruhs Yps (mit Frosch Patsch, Maus Kaspar und Vogel Willy), Yinni & Yan (Reporter), Gespenster GmbH sowie viele Fremdserien wie Pif & Hercules (aus Frankreich stammend, der PCF nahestehend). Einige Comicreihen waren als Fortsetzungsgeschichten konzipiert. Berühmte Zeichner waren Ivica Litric und Heinz Körner.

Yps galt als sehr beliebt. Das lag einmal an den vielseitigen und kreativen Comics, besonders aber auch an den sogenannten "Gimmicks".  Gimmicks waren Heftzugaben zum Basteln und Abenteuern. Diese bildeten manchmal Themenreihen wie Detektivausrüstung, Astronomie, Zelten. Es gab aber auch beliebte Einzelthemen wie die Urzeitkrebse und die Rose von Jericho.

Gegen Yps-Hefte gab es auch Kritik: Viele Eltern hatten wenig Verständnis für die Kreativschübe ihrer Kinder. Besonders handwerklich begabte Väter ärgerten sich über den "Kunststoffschrott", der als Gimmick den Heften beilag. Insgesamt ist diese Kritik überzogen, in Einzelfällen mag sie aber gestimmt haben.
Auch Feministinnen mussten ihren Senf dazu geben: Die Bezeichnung Yps war nicht zufällig gewählt. Sie war an das männliche Ypsilon-Chromosom angelehnt, weil sich v. a. Jungen für die Themen interessierten. Feministinnen empfanden das unter Gender-Gesichtspunkten als nicht gut. 


In der Asterix-Reihe gab es in den 80er-Jahren einige Neuerscheinungen, aber nicht so viele wie in den Jahren davor oder wieder ab der Jahrtausendwende. Die Reihe selber begann schon in den 60er-Jahren.
Asterix der Gallier (Astérix le Gaulois/Asterix Gallus) erschien in Frankreich 1961 und in Deutschland 1968. Richtig wahrgenommen wurde er in Deutschland erst in den 70er-Jahren. Der kreative Texter René Goscinny starb leider 1977 beim Sport.
In den 80ern gab es folgende neue Bände:
- Der große Graben (1980)
- Die Odyssee (1982)
- Der Sohn des Asterix (1983)
- Asterix im Morgenland (1987)
- Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist (1989)





DIE 80er: TV-SERIEN


FERNSEHSERIEN


Serienaufzählung (deutsche Titel):

- Airwolf, 1984 - 1986
- A-Team, 1983 - 1986
- Agentin mit Herz (Scarecrow & Mrs. King), 1983 - 1987
- ALF (1986 - 1990)
- (Die) Besucher (Expedition Adam 84), 1981 - 1983
- Cheers (1982 - 1993)
- (Ein) Colt für alle Fälle (The Fall Guy), 1981 - 1986
- Cosby Show, Die (1984 - 1992)
- (Ein) Duke kommt selten allein (The Dukes of Hazzard), 1979 - 1985
- Der fliegende Ferdinand (Letajici Cestmir/Der Zauberstein), 1983 - 1984
- Hart aber herzlich (Hart to Hart), 1979 - 1984
- Inspector Gadget, 1983 - 1986
- Jack Holborn, 1982
- Knight Rider, 1982 - 1986
- Lucky Luke, 1983
- Luzie, der Schrecken der Strasse, 1980
- MacGyver, 1985 - 1992
- Patrik Pacard, 1984
- Pumuckl, 1982 - 1989
- (Die) Schlümpfe (Smurfs), 1981 - 1989
- (Eine) schrecklich nette Familie (Married with Children), 1987 - 1997
- Silas, 1981
- Sledge Hammer!, 1986 - 1988
- Trio mit vier Fäusten (Riptide), 1984 - 1986



DIE 80er-JAHRE

Es wird in den Medien viel über "die 80er" erzählt. Sie sollen das tolle, verrückte und quietschbunte Jahrzehnt gewesen sein. Und ja, auch wir bekennen und dazu. In dieser Dekade entstand ein Teil dieses "Geistes", den wir auch hier auf dieser Seite noch repräsentieren.
Aber nein, wir glorifizieren dieses Jahrzehnt nicht. Im Nachhinein wird auch viel verzerrt. Wir wollen auch nicht über die Achtziger reden, wie früher Menschen über diverse Kriege, z. B. den Ersten oder den Zweiten Weltkrieg geredet haben. Es gab auch viele andere spannende Jahrzehnte, z. B. die 60er. Aber eigentlich hatte fast jedes Jahrzehnt etwas Interessantes zu bieten.
Unsere Idee ist, wenn man's auf den Punkt bringen will, die Wildheit und Kreativität der 80er zu konservieren und sie mit in die Gegenwart zu nehmen, die wir nicht verleugnen wollen.

Worin liegt aber der Reiz der 80er?

Die Achtziger waren ein Jahrzehnt des Übergangs. Aber sie waren auch ein Jahrzehnt der Eigenleistung.
Viele Dinge, mit denen wir heute noch im Alltag zu tun haben - und sei es in einer weiterentwickelten Form - sind ein Produkt (Kind) der 80er-Jahre.
Die 80er haben - politisch, modisch wie technisch - vieles vorgeprägt, was heute noch gilt, aber sie waren noch nicht so überladen und hippelig wie unsere Zeit.
Man soll aber auch nicht den Eindruck erwecken, dass in den 80ern jeder bunt herumgesprungen ist und den Kopf voller Ideen hatte. In Wirklichkeit gab es auch Provinznester, wo der Alltag ganz einfach nur vor sich hintrottete. Auf dem Land kamen die Reformideen von '68 in Wirklichkeit erst in den 80ern an! ;-)


POLITIK

Aber die 80er waren nicht nur Alltag, sie waren auch Politik - und zwar Weltpolitik!
Am Beginn des Jahrzehnts schien der Kalte Krieg noch einmal zu eskalieren, ja sogar heiss zu werden und eventuell die ganze Erde zu vernichten. Als die NATO '83 die Übung "Able Archer" durchführte, glaubte die Sowjetunion an einen bevorstehenden echten Angriff. Daneben gab es noch einige gefährlich atomare Fehlalarme, von denen wir vielleicht viele bis heute noch nicht kennen.
Die 80er waren also nicht nur schön.
Andererseits waren die 80er auch das Jahrzehnt, das den Kalten Krieg beendete. Anfangs trafen sich Ronald Reagan und Michael Gorbatschow nur zögerlich zu Verhandlungen. Aber dann wurde der Abrüstungsgedanke ernst genommen.
Leider führte der an sich wünschenswerte Wandel im ehemaligen Ostblock dazu, dass dieser längerfristig wirtschaftlich destabilisiert wurde. Und der Westen versäumte die Gelegenheit, als würdiger Sieger aufzutreten und behandelte Osteuropa als Experimentierlabor.
Das System des Kapitalismus bzw. der Marktwirtschaft (auch sie mit Staatseinfluss) siegte nahezu weltweit und bewirkte nicht nur Gutes. Arbeitgeber konnten jetzt robuster auftreten, weil für die Arbeitnehmer keine Alternative mehr bereitstand. Ein "geh doch nach drüben!" gab's nicht mehr. Nachdem auch China Reformen anging, konnte man höchstens noch nach Kuba, Vietnam, Nordkorea und in einige andere Rückzugsgebiete gehen. Witzbolde empfahlen Französische Universitäten!


ALLTAG

Im Alltag sieht man das ganz deutlich. Die 80er brachten den Walkman, dessen Prinzip später als MP3-Player weiterlebte oder jetzt in tragbaren Miniaturcomputern zu finden ist.
Die 80er brachten viele Modetrends, aber auch einige -sünden.
Die 80er waren aber auch das Jahrzehnt des Heimcomputers. Computer, die vorher noch aussahen wie Wohnzimmerschränke und riesige Rechenhallen füllten und die ihre Daten noch auf Magnetbandrollen speicherten, wurden jetzt immer kleiner, so dass schliesslich kleine Exemplare sogar die Privatwohnungen erobern konnten. Diese nannte man Heimcomputer. Damals waren PCs noch für das Büro gedacht. Für den Hausgebrauch waren sie - ausser bei reichen Geschäftsleuten - einfach zu teuer.
Verglichen mit heutigen Computern war die Rechenleistung damals noch "billig", aber für die Zeit stellten die Heimcomputer einen tollen Durchbruch dar.

Der erste berühmte Heimcomputer war der C64. Mit ihm hatte die Firma Commodore auch ihren Durchbruch auf dem Computermarkt, während sie früher noch mit Schreib- und Rechenmaschinen handelte.
Der C64 war aber nicht konkurrenzlos auf dem Markt.

Der C64 schlug zwar in den frühen 80ern ein wie eine Bombe, aber seine Rechenleistung genügte bald den anspruchsvoller werdenden Kunden nicht mehr. Weitere Durchbrüche auf dem Heimcomputermarkt brachten der Atari ST und der Amiga 500.

Ende der 80er-Jahre wurden dann die PCs auch im Endanwenderbereich stärker. Die Preise fielen und die Firma Commodore machte es mit einigen Managementfehlern ihren Gegnern auch leicht.

Die damaligen PCs kamen z. B. von Amstrad (CPC) oder von Olivetti.

In Deutschland war der Schneider Euro PC (später: AT) berühmt, von dem es oft hiess "ein kleiner, aber guter PC". Auch bei ihm war der eigentliche Computer noch unter der Tastatur und die Disketten - immerhin 3,5 ''-Disketten - konnte man noch seitlich in die Tastatur schieben.

Doch damit waren schon die 90er geboren.


JUGENDBEWEGUNGEN ("BERUFSJUGENDLICHKEIT")

Mit den Bereichen Politik und Alltag eng verknüpft waren natürlich die Jugendbewegungen.



Samstag, 4. Februar 2017

INSTANT MESSENGER (III): MULTI-MESSENGER

Mit dem Anwachsen der Anzahl von Instant Messengern stellte sich bald die Frage nach der Integration vieler Messenger in ein System/Programm.

In der Frühzeit des WWW, den 90er-Jahren, waren Messenger wie ICQ, AIM, Yahoo!M und der WLM/MSN bekannt. Die "großen Vier" der Anfangszeit wurden auch mit ihren Farben gekennzeichnet: Grün, gelborange, rot und blau.
Später kamen Google Talk und weitere hinzu.


Frühe Ansätze

Eine frühe Antwort auf dieses entstehende Chaos war Trillian. Trillian war ein früher Multi-Messenger für Windows. Trillian integrierte neben den "großen Vier" sowie IRC mit der Zeit immer mehr Programme. Es dauerte aber lange, bis es auch für das Betriebssystem Linux zur Verfügung stand.
Später gab es weitere "Über-Messenger" wie Miranda IM und Gaim.
Miranda IM wurde für Windows entwickelt. Es galt optisch und bedienungstechnisch als nicht so elegant wie Trillian, konnte aber einige Messenger integrieren, die Trillian nicht oder noch nicht konnte. 
Das unter Federführung von Mark Spencer entwickelte Gaim musste sich umbenennen (August 2005, 1.5.0), es war AOL sprachlich zu nahe an AIM dran, und hieß dann ab April 2007 Pidgin (Mai 2007, 2.0.0). Auch optisch gewann das Programm hinzu und war nun nicht mehr so "kastenförmig" wie das alte Gaim. Symbol wurde die lila- oder purpurfarbene Taube. Der Name war ein Wortspiel aus dem englischen Wort für Taube (pigeon) und der Mischsprache Pidgin. So litt der Multi-Client nicht lange unter seiner Zwangsumbenennung, sondern mauserte sich zu einem führenden Programm.


Pidgin (Wiki)


Pidgin & Co. 

Pidgin wurde für Jahre der Inbegriff des IM-Integrators und verdient daher eine genauere Betrachtung!
Das Programm Pidgin ist quelloffen und basierte auf libpurple. Damit wurde es auch die Grundlage für das Apple-Pendant Adium, aber auch für viele andere Multimessenger. Anfangs war Pidgin für Linux und BSD gedacht ("Unixoide"/Unixähnliche), später war es auch für andere Betriebssysteme (OS) erhältlich.
Pidgins eigentliche Stärke war die Erweiterbarkeit. Diese kam erst mit dem Aufkommen moderner Smartphonemessenger an gewisse Grenzen.
Pidgin integrierte mit der Zeit viele Protokolle: AIM (OSCAR), Bonjour, Gadu-Gadu, ICQ (OSCAR), IRC, Lotus Sametime, MSNP (.NET; vgl. Windows Live Messenger, früher MSN Mess.), MXit, MySpaceIM, Novell GroupWise, SILC, SIMPLE, XMPP, YMSG (Y!M), Zephyr (nicht Windows).
Durch Nachinstallation von Programmpaketen konnte auch der vorübergehend unter Gamern populäre Xfire-Client benutzt werden.
[Anm.: AIM und ICQ basieren zwar beide auf dem OSCAR-Protokoll. Die Interkompatibilität wurde aber nach einer Anfangsphase abgeschafft.]
Als besonders schwierig bei allen Multi-Messengern erwies sich die Integration von Sprach- und Videotelefonie. Ab Version 2.6.0 war dies über XMPP (Jabber) möglich. Andere Messenger mit  eingebauter Option für Videotelefonie, allen voran das berühmte Skype, konnten nur teilintegriert werden. Das bedeutet, dass mit dem Aufruf des Programmes über Pidgin der andere Messenger mitgestartet werden musste. Die Übernahme von Skype durch Microsoft machte die Software nicht freier und kompatibler.
Schwer wurde auch die Integration von Twitter. Die geschah über das Tweet-Deck und über microblog-purple, das nachinstalliert werden muss. Bei der Integration von Twitter und mb.-purple kann es aber zu Komplikationen kommen.
Ebenso schwer verlief die Integration der Smartphonemessenger, die weiter unten beschrieben sind. Reibungslos lief v. a. Telegram.
Ein Grund für die Schwierigkeiten mag neben technischer Herausforderungen auch die Tatsache sein, dass sich die Entwicklergemeinde neben Pidgin auch auf Empathy konzentrierte. Beide Projekte basierten auf der GTK-Bibliothek.

Da Pidgin auf GTK-Desktops von Linux beruhte, entwickelten die Macher von Qt-Desktops wie KDE ihren eigenen Multi-Client, das berühmte Kopete. Gemeint sind mit GTK und Qt die Bibliotheken der Desktopprogramme.
Kopete war auch sehr leistungsstark, hinkte aber optisch und von der Integration weiterer Messenger etwas hinter Pidgin hinterher.


Später gingen die Entwickler von GTK- und Qt-Software weiter und entwickelten den Multi-Messenger Empathy, der seinerseits in einen Telepathy-Rahmen eingegliedert wurde. Zwischen beiden konnte es bei der Installation aber zu Verwicklungen kommen.


Das Aufkommen der Smartphones

Mit den späten 2000er-Jahren kamen Smartphones immer mehr in Mode und so wurden auch für Mobilgeräte, die z. B. mit Android oder iOS liefen, Messenger (wie ICQ) und Multi-Messenger (wie Trillian) portiert sowie neue Multi-Messenger entwickelt: Zwei Beispiele dafür sind IM+ und imo


Doch mit der Zeit entstanden durch die Smartphone-Technik auch neue Arten von Messengern. Viele davon benutzten ihre Mobiltelefonnummer als Identitätszeichen. So sollte der jeweilige Client relativ sicher identifiziert werden (Nebenwirkung: Datenspionage) .
Jetzt kamen Messenger wie Messenger wie WhatsApp, Telegram und Threema in Mode (Threema war nicht so an die Mobilnummer gebunden), während "alte Hasen" wie ICQ schwächelten. Gleichzeitig drängten Messenger auf den Markt, die in Soziale Medien wie MySpace und Facebook integriert waren. Der Facebook-Messenger hieß bald einfach Messenger.
Diese Messenger basierten oft auf dem freien Protokoll XMPP, das am Anfang den Namen Jabber trug und unter Fans unter diesem noch länger bekannt war.

Diese neuen Smartphonemessenger ließen sich schwer in die vorhandenen Multimessenger integrieren, obwohl ihr Protokoll (meist XMPP) meistens hinlänglich bekannt war. Das lag u. a. daran, dass viele Client-Programme verschlossen waren. Eine Ausnahme machte z. B. Telegram, das in Pidgin recht gut integriert werden konnte.
Mit der Zeit kam man aber auch hier an einige Messenger 'ran und ging auch graphisch einen eigenen Weg: Das Messenger-Tableau.
Diese Multi-Messenger hatten nicht mehr eine Namensliste in einem länglichen Fenster, die noch nach IM-Gruppen geordnet waren, sondern sie sahen aus wie ein (quadratisch-breiter) Browser mit vielen Tags - je nach Messenger.

Rambox (rambox.pro)


Beispiele hierfür sind:

Franz:
- österreichischer Multimessenger

Rambox:
- OpenSource
- Integration extrem vieler Messenger und Email-Programme

Harvester (mobil):
- zunächst nur für Windows 10 Mobile

All-in-one Messenger:
- (nur) in den Chrome/Chromium-Browser integriert
- kann aber auch nach Schließen des Browsers genutzt werden
- kein AIM 



QUELLEN:

Eine Menge Eigenerfahrung (und Selbstqual).
Wikipedia
-
Onlineartikel auf c't, chip.de und diversen Blogs.
Thomas Kolkmann: Multi-Messenger. Facebook, WhatsApp, Skype & Co. zusammen in einem Messenger? 




Sonntag, 15. Januar 2017

LINUX: MANDRIVA UND MAGEIA (MANDRAKE)

Mandrake - Mandriva - Mageia.

Ab 1991 startete Linux als Betriebssystem erst einmal frisch durch. Da Linux im Grunde nur ein Kernel (Betriebssystemkern) ist, benötigt es zusätzliche Software, um als Betriebssystem wirken zu können. Dieses "Gesamtpaket" nennt man dann Distribution.

In den 90er-Jahren war die Zahl der Distributionen noch recht übersichtlich. Berühmt waren Debian, das gerne auf Servern eingesetzt wurde, aber auch RedHat aus den USA und das deutsche SUSE.Doch dann kam 1998 eine neue Distribution auf den "Markt", die sich Mandrake nannte.


DIE VORGESCHICHTE: VON MANDRAKE ZU MANDRIVA

Mandrake Linux war eine Fork (Abgabelung, Abstecher, Zweig) von RedHat, ging aber sehr bald eigene Wege. Als Desktop benutzte es KDE, das windows-ähnlich eingerichtet wurde, und nicht Gnome wie RedHat.
Als Paketmanager übernahm man von RedHat den RPM und modifizierte ihn später etwas (RPM = RedHat Package Manager, später aus juristischen Gründen RPM Package Manager genannt).
Die Distribution war mit einem Installationsprogramm ausgestattet, dass es auch dem interessierten Laien möglich machte, Mandrake zu installieren.
Der Begründer und "Guru" von Mandrake war Gael Duval. Dieser gründete mit Gleichgesinnten die Firma MandrakeSoft, die das Projekt anführte. 
Es handelt sich bei MandrakeSoft also nicht nur um eine Gruppe von Idealisten, wie bei anderen Linux-Distributionen, sondern um eine kommerziell orientierte Firma. Man lebte beispielsweise vom Verkauf von Pappboxen mit dem Betriebssystem und von Beratungsleistungen. Bei der Namenswahl mag auch die Firma Microsoft inspirierend gewesen sein.
Leider wurde Gael Duval 2007 aus seiner eigenen Firma entlassen. 

Der Name Mandrake wurde nach dem Zauberer gewählt und entsprechend wurde das Symbol ein (gelber) Stern auf blauem Untergrund. 

Daß Mandrake nicht mehr Mandrake heißt, verdankt es einer Rechtsstreitigkeit. Eine andere Firma sah ihren Markennamen in Gefahr. Vorübergehend verwendete man den Namen Mandrivalinux, aber das hielt nicht lange.
Als neuer Name wurde Mandriva gewählt, einmal aufgrund eben dieser Rechtsstreitigkeit und dann wegen der Fusion mit dem brasilianischen Projekt Conectiva Linux.

Mandriva blieb aber auch mit neuem Namen seinen alten Grundsätzen treu: Es blieb einsteiger- und generell benutzerfreundlich. Mit der Zeit entwickelte man zusätzlich zu den üblichen Einstellungen im Kontrollzentrum von KDE (oder anderen Desktops) ein neues Mandriva Kontrollzentrum (MCC). In diesem ließen sich wichtige Systemeinstellungen übersichtlich durchführen. Man kann das grob vergleichen mit YaST von SUSE. Das ist auch ein Einstellungs"zentrum" wie das MCC, aber noch umfangreicher. Für einige besser, für andere zu umständlich.

Wie dem auch sei: Mandriva verfügte bald über ein souveränes Leistungsspektrum, geriet aber mit der Zeit unter großen Konkurrenzdruck. Zum einen hatte man unterschätzt, dass mit der weiteren Verbreitung des Internets einschließlich von Hochgeschwindigkeitsleitungen der Bedarf an im Laden zu kaufenden Betriebssystemen zurückgeht.
Zum anderen erwuchs Mandriva als benutzerfreundlichem Betriebssystem bald Konkurrenz von einem noch benutzerfreundlicherem System: nämlich dem berühmten Ubuntu, das ab 2004 auf der Bildfläche erschien.
Ubuntu, das auf Debian Linux beruhte, krempelte schon bald den Markt um (wenn man bei freien Systemen von Markt sprechen kann) und drückte andere etablierte Betriebssysteme wie SUSE, RedHat/Fedora und eben Mandriva beiseite. Das heißt nicht, dass diese aufgehört haben, zu bestehen. Die Kuchenstücke wurden nur kleiner.

Mandriva versuchte, dem entgegenzuwirken, indem man sich eher auf Firmenkunden konzentrierte. Dazu nahm man zu mehreren Investoren Kontakt auf, darunter auch zu russischen, die aber den Druck in Richtung Firmenkundengeschäft noch weiter erhöhten. So kam es dazu, dass nahmhafte Entwickler beschlossen, eine nicht-kommerzielle Distribution aus dem Mandriva-Projekt auszulagern, ähnlich wie das RedHat mit dem Fedora-Projekt gemacht hatte oder später SUSE mit openSUSE.

Die jetzt erfolgende Auslagerung nannte man Mageia. Es folgten aber noch andere, nämlich OpenMandriva Lx und gewissermaßen das russische ROSA.
Interessanterweise hatte es schon zu Mandrake-Zeiten eine Fork gegeben, nämlich das US-amerikanische PCLinuxOS.


MAGEIA

Mageia ist eine freie Distribution, die um 2010 aus dem Mandriva-Projekt abgespalten wurde. Damals waren schon innere Spannungen im Projekt absehbar, die Gruppe um Mageia sprang aber ab, bevor das Gesamtprojekt eingestellt wurde.
Symbol des Projektes war nun nicht mehr der Zauberstern, sondern zauberhafte Blasen.

Sie gilt als sehr benutzerfreundlich (wie ihre Vorgänger), als sehr laufstabil, sie entwickelte sich mit der Zeit von der reinen KDE-Distribution zur Multi-Desktop-Distribution.
Mageia führte das allseits beliebte Mandriva-Kontrollzentrum (MCC) weiter und blieb auch sonst recht nahe am Muttersystem. Gewisse Verbindungen hält man sogar zur Urmutter RedHat.

Bei unseren Tests haben wir neben dem "Stamm-Desktop" KDE auch die anwenderfreundlichen Desktops Mate und Xfce ausprobiert. Beide liefen recht gut, bei Mate mussten wir aber das geliebte Mint-Menü nachinstallieren - konnten das aber auch.



OPENMANDRIVA LX

OpenMandriva ist eine weitere Abspaltung des Mandriva-Projektes. Es ging einen etwas anderen Weg als Mageia.
Die Abspaltung erfolgte 2012, als klar war, dass die Firma Mandriva sich nur noch um das Firmenkundengeschäft kümmern wollte. Die Gruppe um Mageia war schon rund 2 Jahre früher gegangen (2010). Eine erste brauchbare Distribution stand aber erst 2013 zur Verfügung.
Formelle Grundlage des Projektes ist die OpenMandriva Association (OMA), die die OM-Community vertritt und nach französischem Recht verfasst ist.

Mandriva setzte stärker auf eine Beibehaltung des KDE-Desktops, als "Rückfalldesktop" (oder zum Selbstzweck) bot sie aber bald auch LXQt an.
Dabei ging man auch designtechnisch andere Wege: OM setzte neben oder statt herkömmlicher Startmenüs von KDE auch auf sog. Dashboards, also semitransparente Menüs, die über den ganzen Bildschirm verteilt werden. Zum groben Vergleich nehme man Gnome 3 oder auch Mac OS X, wo solche Dashboards optional enthalten sind.
Bei den Icons lehnte man sich themetechnisch zuerst an das russische ROSA an und ging dann eigene Wege.

Trotz des innovativen Designs war OpenMandriva lange Zeit nicht so stabil wie das souveräne Mageia. Auch gab es in der Projektgestaltung immer wieder Inkonsistenzen. Andererseits konnte OpenMandriva ab Lx 3 doch sehr überzeugende Arbeitsergebnisse liefern. (Die Benennung nach Jahreszahlen wurde geändert.)

Bei unseren Tests hat es aber bei OpenMandriva gewisse Schwierigkeiten mit WLAN-Treibern gegeben. Auch war das Herunterladen von Zusatzkarten für einige Computerspiele problematisch. 

Zu OpenMandriva sei noch angemerkt, dass es einen relativ guten Installtionsmanager hat, so dass man OM bei einem Dual-Boot-System als zweites OS verwenden kann, um das "Gesamtpaket" der Betriebssysteme auf der Festplatte zu konfigurieren!


PRAKTISCHE HINWEISE

Die Installation und Bedienung von (Open)Mandriva und Mageia ist sehr einfach gehalten und gut erklärt. Auch die Desktops liegen in einer großen Auswahl vor und enthalten die "üblichen Verdächtigen". Über das Mandriva/Mageia Kontrollzentrum (MCC) kann man genauere Systemeinstellungen vornehmen.
ABER: Die Eingabe von Befehlszeilen in die Konsole (Terminal) läuft nicht nach dem für viele Nutzer vertrauten Schema von Debian und verwandten Systemen wie Ubuntu und Mint.

Mandriva und Mageia verwenden den URPM, den User RedHat Package Manager, manchmal auch URPMI genannt, weil der urpmi-Befehl oft für Installationen und Updates verwendet wird.
Einige Grundbefehle:
urpmi Paketname             - Paket installieren
urpmi Paketname             - Paket entfernen ("erase")
urpmq Paketname            - Paketinfo, Auflistung
urpmi.addmedia *            - Paketquelle hinzufügen (vgl. PPA von Ubuntu/Mint)
urpmi --auto-select           - Aktualisierung des Gesamtsystems (alle Pakete)


Wichtiger Hinweis: Nach der virtuellen Installation von Mageia lädt das System manchmal nicht in/ auf die installierte Partition. Dann müssen im Mageia Kontrollzentrum einige Quellen (z. B. CD/DVD) weggeklickt werden.


INSTANT MESSENGER (II): EINZELNE DIENSTE

Internet Messenger (I): Grundlagen
Internet Messenger (III): Multi-Messenger

Instant Messenger waren schon in den 90er Jahren 'in'. In diesen Zeiten hießen berühmte Messenger ICQ, AIM, Y!M und WLM (MSN), später auch GoogleTalk u. ä.
Dann bekam die Situation durch die Sozialen Medien und den Smartphoneboom in den (späten) 2000ern einen neuen Anstoß. Es kamen jetzt Messenger wie WhatsApp u. a. heraus.

Diese neue Nachfrage nach Messengern ist verständlich. Aber wieso sollte ein IM nur mit einem Smartphone erreichbar sein? Und wieso sollte man bei einem mobilen IM unbedingt seine Telefonnummer angeben müssen, selbst wenn dann die individuelle Zuordnung etwas einfacher ist?
Unserer Meinung nach sollte das alles optional sein, also nicht verpflichtend!


Heute gibt es u. a. folgende Messenger:

- BlackBerry Messenger (BBM): für das Blackberry und inzw. andere Systeme, Sicherheitskritik
- ChatON: ein Chatdienst des Unternehmens Samsung
- Facebook Messenger: ein Messenger von Facebook (nomen est omen!)
- Google Hangouts: soll bei Google verschiedene Messenger integrieren, Bedienung seltsam
- Hike: Schwerpunkt Indien
- Hoccer: sicher, Deutschland, aber auf wenigen Plattformen
- KakaoTalk: Schwerpunkt Korea
- Kik Messenger: 2009/10 in Ontario in Kanada also Uni-Projekt gegründet,

- Line: schwerpunkt Ostasien (Japan und Korea), will aber international werden
- Signal: gilt als sicher, USA, von Snowden empfohlen
- SIMSme: IM der Deutschen Post AG
- Skype: klassischer Messenger mit Videotelefonie, seit 2011 im Besitz von Microsoft
- Telegram: extrem plattformübergreifend
- Threema: sicher, aus der Schweiz
- Viber: spezialisiert auf Internettelefonie, keine Benutzernamen nötig, Sicherheit umstritten
  (wurde mal als Skype-Alternative diskutiert, vgl. Mumble und Ventrilo [eingestellt] für Sprachkonferenz)
- WeChat: Schwerpunkt China
- WhatsApp: weit verbreitet, aber umstritten
- Wire: europäisches Projekt von ehem. Mitarbeitern berühmter Computerfirmen


Man sieht bei so einem Überblick auch, dass die Trennung zwischen Messenger und Social Media nicht immer so leicht ist. Auch Twitter kann man in gewisser Weise als Messenger verwenden, ebenso Spielekommunikationsplattformen wie Discord.

Was aber ist nun zu empfehlen?

Der technisch beste Messenger nützt nichts, wenn man keinen Freundeskreis hat, der zu ihm wechselt. Deshalb bleiben viele bei den Marktführern, also z. B. bei WhatsApp.
Wir persönlich halten Telegram für praktisch - aber nicht, weil es zu den sichersten Diensten gehören würde, sondern weil er andere Vorteile hat.
Telegram läuft auf sehr vielen Plattformen (einschließlich Linux und FreeBSD), es ist mobil und stationär einsetzbar und es hat ein AddOn für viele Browser.
Wenn man rein technisch urteilt, wären ggf. Wire oder das kostenpflichtige Threema in Betracht zu ziehen.

Zum Thema Sicherheit:

In der heutigen Zeit ist bei keinem Messenger wirklich klar, ob er nicht doch abgehört wird. Deshalb sollte man geheime U-Bootpläne nie auf diese Weise übermitteln. 😋
Übrigens ist es irreführend, wenn im Internet immer wieder so getan wird, als ob nur die USA oder ihre Verbündeten abhören. In Wirklichkeit ist dies auch bei Russland und China der Fall, aber auch andere Länder rüsten nach.
Faktoren für eine relative Sicherheit sind die Art (z. B. Quelloffenheit, Verschlüsselungstechnik) der verwendeten Software, der Standort der Server oder die personelle Organisationsstruktur hinter dem Messenger.

Spezielle Ansätze:

Aufgrund externer Anregung sind wir auf die Idee gekommen, auch "alternative" Ansätze wie RetroShare zu empfehlen.

RetroShare ist ein freies Programm für Kommunikation und Filesharing. Es wird mit dem Darknet verglichen, weil es OpenPGP, RSA und OpenSSL nutzt und Friend-to-Friend- und End-to-End-Kommunikation zulässt. Es ermöglicht neben Instant Messaging auch VoIP, Videokonferenz, Email, Feedreader, Rundsenden, Foren, Newsgroups, Chat-Lobbys, Fernchat. Der ganze Austausch erfolgt dabei ohne zentrale Server.
Wir bedanken uns für diesbezügliche Informationen an uns von IT-Freunden.