Fachbereiche: Geschichte, Sowi, Philosophie; Sprachen; Wirtschaft, Recht; Nawi, Biologie, Technik und Blödsinn.
Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik (und Realienkunde) hervorgegangen, die sich dann in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt hat.
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Samstag, 18. Februar 2017

TRUMP, DONALD JOHN

 

* 14.06.1946, New York/Queens (USA) 


Donald J. Trump  ist ein USamerikanischer Unternehmer und verspäteter Politiker. Es gelang ihm 2016, die US-Präsidentenwahlen zu gewinnen, obwohl ihm nur Außenseiterchancen zugestanden worden waren. Seit dem 20.01.2017 ist er der 45. Präsident der Vereinigten Staaten.

Trump kommt aus einer aus der Pfalz in Deutschland stammenden Familie (Drumpf), die sich in handwerklichen Dingen auskannte. Donald Trumps Großvater ist in die Vereinigten Staaten emigriert.
Trump gehört als 1946 Geborener der direkten Nachkriegsgeneration an. Diese wird in den USA "Babyboomer" genannt, in Deutschland spricht man von 68ern. Man sagt, dass diese geburtenreiche Generation in eine Zeit des Wohlstandes hineingewachsen ist. Gleichzeitig gerieten einige ihrer Vertreter mit den Autoritäten in Konflikt, weil sie einerseits nach dem Krieg in einer materialistischen Gesellschaft mit "Aufbaugeist" aufgewachsen sind und andererseits in den 60ern durch Autoritätskonflikte, die Rassenfrage und den Vietnamkrieg zunehmend mit der herrschenden Gesellschaft in Konflikt geraten sind. Das bedeutet aber nicht - wie dargestellt - dass alle Anhänger dieser Generation linksradikal waren oder zumindest eine linksradikale Phase hatten.
Zu dieser Generation gehören auch der US-Präsident Bill Clinton (* 1946), viele Rebellen/Revolutionäre der 60er-Jahre sowie der Serienmörder Ted Bundy (* 1946).

Donald Trump wuchs in einer bereits wohlhabenden, aber aufstrebenden Baufamilie auf. Sein Vater galt als kaltherzig. Trump wurde schon früh in die Firma mitgenommen.
Als Schüler galt Trump als äußerst widerspenstig. Sein Vater steckte ihn daraufhin in eine Kadettenschule. Dort konnte er sich zumindest körperlich austoben und lernte diverse Tricksereien.

Trump drückte sich nach der Schule um einen Einsatz im Vietnamkrieg. Obwohl er vorher mit sportlichen Leistungen (besonders im Baseball) angab, stellte er plötzlich Fußprobleme fest. Stattdessen feierte er Parties.
An der Wende zu den 70er-Jahren bekam er von seinem Vater einen Geldbetrag, um sich selber im Baugeschäft zu beweisen. Der eigensinnige Trump wollte nicht in Queens bleiben, sondern griff das als immobilientechnisch heikel geltende Manhatten an. Von 1971 bis 2017 war er Vorstandsvorsitzender (CEO) des Bau- und Mischkonzerns "Trump Organization". Sein Vermögen soll Milliarden betragen, aber genaue Daten liegen nicht vor. Mit der Zeit wurde der Name "Trump" eine regelrechte Marke. Mit seiner Expansionslust geriet Trump aber in streit mit dem New Yorker Bürgermeister und mit diversen Konkurrenten.
Trump konnte zunächst viele Skeptiker und Neider überraschen, beim Einstieg in die Casino-Branche ging aber sein Ego mit ihm durch und er verschätzte sich bei einigen Investitionen. Seine Gläubiger wollten ihn aber dennoch nicht fallen lassen, was wohl auch daran lag, dass er inzwischen eine wertvolle Marke war.
Obwohl Trump später den starken (und rechten) Mann gab, der hart gegen Kriminalität vorging, hatte er in der New Yorker Baubranche wohl Kontakte zu Vertretern der Mafia. Auf jeden Fall war einer seiner Anwälte der berüchtigte Mafiaanwalt Roy Cohn.
Politisch schwankte Trump zwischen Rechts und Links, obwohl er später den rechten Hardliner gab. Er war gegenüber Altkonservativen genauso distanziert wie gegenüber linken Kapitalismuskritikern oder Sozialexperimentatoren der Hippiezeit. Schon in den 80er-Jahren vertrat er öffentlich im TV die Idee, dass es unfair sei, dass Japaner und Deutsche ihre Autos und andere Waren sehr leicht in die USA exportieren könnten, während umgekehrt in diesen Ländern kaum USamerikanische Autos führen. Er erweckte damit auch die Aufmerksamkeit von Pat und Richard Nixon (Nixon wurde Ende der 60er-Jahre US-Präsident).
Äußerlich trat Donald Trump sehr bürgerlich auf und spielte nach seinen Anfängen im Schulbaseball gerne Golf. 


Später wurde Trump auch durch Auftritte in Fernsehsendungen bekannt, darunter "The Apprentice". Trumps Auftreten war sicher publikumswirksam, aber gleichzeitig herrisch und bewusst arrogant. Auch privat verhielt er sich so. Als er z. B. in Schottland seinen Golfplatz aufbauen und ausweiten wollte, diffamierte er die Gegner dieses Vorhabens, die einfach ihre Grundstücke nicht verkaufen wollten und schob sie in die Nähe von Schweinen. Eine unsachliche Art, Auseinandersetzungen zu führen, sollte zu seinem Markenzeichen werden.
Einige Psychologen rechnen Trump aufgrund seines Auftretens und seiner Reden eine narzisstische Persönlichkeitsstörung zu. Manche sogar einen destruktiven Charakter.

Privat war Trumps leben ebenso schillernd. Trump war mehrfach verheiratet und hatte daneben mehrere Geliebte. Mit der Zeit wurde er mehrfacher Vater und dann Großvater. Auffallend ist, dass er mehrfach und früh seine Töchter sexualisierte, ohne sich dafür zu schämen.

Trump unterstützte mit der Zeit verschiedene politische Gruppen. Zunächst waren viele von denen zentristisch-unabhängig. Als er damit aber nicht weiterkam und sich diese Gruppen durch innere Auseinandersetzungen selbst blockierten, setzte er zunehmend auf rechte Gruppen, von denen nicht wenige auch verschwörungstheoretisch-irrationalistisch unterwegs waren. Ein gutes Beispiel ist seine Unterstützung für Gruppierungen, die wahrheitswidrig behaupteten, Obama sei nicht in den USA geboren.
Mit der Zeit erkannte er aber, dass er ohne die etablierten politischen Parteien nicht weiterkommen konnte und entschied sich für die Republikanische Partei. 2009 trat er den Republikanern bei, bei denen er schon von 1987 bis 1999 Mitglied war.

Entscheidend für Trumps politischen Durchbruch ist der Sieg in der US-Präsidentenwahl am 08. November 2016 gegen Hillary Clinton. Viele Experten haben Trump lange Zeit nur Außenseiterchancen zugestanden oder hielten die Kandidatur sogar für einen Witz (es ist nicht einmal sicher, ob er das nicht auch selber so sah). Trump trat im Wahlkampf äußerst diffamierend auf und machte Witze und abwertende Bemerkungen über Frauen, Behinderte, Mexikaner und Asiaten.

Trump ist damit der erste US-Präsident ("PotUS"), der vor seiner Wahl weder ein politisches Amt noch einen hohen militärischen Rang innehatte. Außerdem ist er der bislang älteste Präsident bei Amtsantritt.


Quellen/Literatur:

Wikipedia
-
diverse TV-Dokus über Donald J. Trump


DIE 80er: COMICS


Heft Nr. 1000/1001

Viele Comics, die man in den 80ern las, waren nicht speziell Comics der 80er-Jahre. Die Jugend las Micky Maus und Donald Duck, Fix & Foxy sowie Yps. Darüber hinaus hatte man Comicbände wie Asterix, Lucky Luke oder Tim & Struppi.
Die in den 70ern erfundenen Yps-Hefte können aber am ehesten als "typisch 80er" gesehen werden.
Die Yps-Hefte erschienen von 1975 - 2000. Danach gab es mehrere Versuche, sie in veränderter Form wiederzubeleben. Wir werden sehen, was daraus wird.

Yps-Hefte enthielten mehrere Comicreihen, darunter die des namensgebenden Känguruhs Yps (mit Frosch Patsch, Maus Kaspar und Vogel Willy), Yinni & Yan (Reporter), Gespenster GmbH sowie viele Fremdserien wie Pif & Hercules (aus Frankreich stammend, der PCF nahestehend). Einige Comicreihen waren als Fortsetzungsgeschichten konzipiert. Berühmte Zeichner waren Ivica Litric und Heinz Körner.

Yps galt als sehr beliebt. Das lag einmal an den vielseitigen und kreativen Comics, besonders aber auch an den sogenannten "Gimmicks".  Gimmicks waren Heftzugaben zum Basteln und Abenteuern. Diese bildeten manchmal Themenreihen wie Detektivausrüstung, Astronomie, Zelten. Es gab aber auch beliebte Einzelthemen wie die Urzeitkrebse und die Rose von Jericho.

Gegen Yps-Hefte gab es auch Kritik: Viele Eltern hatten wenig Verständnis für die Kreativschübe ihrer Kinder. Besonders handwerklich begabte Väter ärgerten sich über den "Kunststoffschrott", der als Gimmick den Heften beilag. Insgesamt ist diese Kritik überzogen, in Einzelfällen mag sie aber gestimmt haben.
Auch Feministinnen mussten ihren Senf dazu geben: Die Bezeichnung Yps war nicht zufällig gewählt. Sie war an das männliche Ypsilon-Chromosom angelehnt, weil sich v. a. Jungen für die Themen interessierten. Feministinnen empfanden das unter Gender-Gesichtspunkten als nicht gut. 


In der Asterix-Reihe gab es in den 80er-Jahren einige Neuerscheinungen, aber nicht so viele wie in den Jahren davor oder wieder ab der Jahrtausendwende. Die Reihe selber begann schon in den 60er-Jahren.
Asterix der Gallier (Astérix le Gaulois/Asterix Gallus) erschien in Frankreich 1961 und in Deutschland 1968. Richtig wahrgenommen wurde er in Deutschland erst in den 70er-Jahren. Der kreative Texter René Goscinny starb leider 1977 beim Sport.
In den 80ern gab es folgende neue Bände:
- Der große Graben (1980)
- Die Odyssee (1982)
- Der Sohn des Asterix (1983)
- Asterix im Morgenland (1987)
- Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist (1989)





DIE 80er: TV-SERIEN


FERNSEHSERIEN


Serienaufzählung (deutsche Titel):

- Airwolf, 1984 - 1986
- A-Team, 1983 - 1986
- Agentin mit Herz (Scarecrow & Mrs. King), 1983 - 1987
- ALF (1986 - 1990)
- (Die) Besucher (Expedition Adam 84), 1981 - 1983
- Cheers (1982 - 1993)
- (Ein) Colt für alle Fälle (The Fall Guy), 1981 - 1986
- Cosby Show, Die (1984 - 1992)
- (Ein) Duke kommt selten allein (The Dukes of Hazzard), 1979 - 1985
- Der fliegende Ferdinand (Letajici Cestmir/Der Zauberstein), 1983 - 1984
- Hart aber herzlich (Hart to Hart), 1979 - 1984
- Inspector Gadget, 1983 - 1986
- Jack Holborn, 1982
- Knight Rider, 1982 - 1986
- Lucky Luke, 1983
- Luzie, der Schrecken der Strasse, 1980
- MacGyver, 1985 - 1992
- Patrik Pacard, 1984
- Pumuckl, 1982 - 1989
- (Die) Schlümpfe (Smurfs), 1981 - 1989
- (Eine) schrecklich nette Familie (Married with Children), 1987 - 1997
- Silas, 1981
- Sledge Hammer!, 1986 - 1988
- Trio mit vier Fäusten (Riptide), 1984 - 1986



DIE 80er-JAHRE

Es wird in den Medien viel über "die 80er" erzählt. Sie sollen das tolle, verrückte und quietschbunte Jahrzehnt gewesen sein. Und ja, auch wir bekennen und dazu. In dieser Dekade entstand ein Teil dieses "Geistes", den wir auch hier auf dieser Seite noch repräsentieren.
Aber nein, wir glorifizieren dieses Jahrzehnt nicht. Im Nachhinein wird auch viel verzerrt. Wir wollen auch nicht über die Achtziger reden, wie früher Menschen über diverse Kriege, z. B. den Ersten oder den Zweiten Weltkrieg geredet haben. Es gab auch viele andere spannende Jahrzehnte, z. B. die 60er. Aber eigentlich hatte fast jedes Jahrzehnt etwas Interessantes zu bieten.
Unsere Idee ist, wenn man's auf den Punkt bringen will, die Wildheit und Kreativität der 80er zu konservieren und sie mit in die Gegenwart zu nehmen, die wir nicht verleugnen wollen.

Worin liegt aber der Reiz der 80er?

Die Achtziger waren ein Jahrzehnt des Übergangs. Aber sie waren auch ein Jahrzehnt der Eigenleistung.
Viele Dinge, mit denen wir heute noch im Alltag zu tun haben - und sei es in einer weiterentwickelten Form - sind ein Produkt (Kind) der 80er-Jahre.
Die 80er haben - politisch, modisch wie technisch - vieles vorgeprägt, was heute noch gilt, aber sie waren noch nicht so überladen und hippelig wie unsere Zeit.
Man soll aber auch nicht den Eindruck erwecken, dass in den 80ern jeder bunt herumgesprungen ist und den Kopf voller Ideen hatte. In Wirklichkeit gab es auch Provinznester, wo der Alltag ganz einfach nur vor sich hintrottete. Auf dem Land kamen die Reformideen von '68 in Wirklichkeit erst in den 80ern an! ;-)


POLITIK

Aber die 80er waren nicht nur Alltag, sie waren auch Politik - und zwar Weltpolitik!
Am Beginn des Jahrzehnts schien der Kalte Krieg noch einmal zu eskalieren, ja sogar heiss zu werden und eventuell die ganze Erde zu vernichten. Als die NATO '83 die Übung "Able Archer" durchführte, glaubte die Sowjetunion an einen bevorstehenden echten Angriff. Daneben gab es noch einige gefährlich atomare Fehlalarme, von denen wir vielleicht viele bis heute noch nicht kennen.
Die 80er waren also nicht nur schön.
Andererseits waren die 80er auch das Jahrzehnt, das den Kalten Krieg beendete. Anfangs trafen sich Ronald Reagan und Michael Gorbatschow nur zögerlich zu Verhandlungen. Aber dann wurde der Abrüstungsgedanke ernst genommen.
Leider führte der an sich wünschenswerte Wandel im ehemaligen Ostblock dazu, dass dieser längerfristig wirtschaftlich destabilisiert wurde. Und der Westen versäumte die Gelegenheit, als würdiger Sieger aufzutreten und behandelte Osteuropa als Experimentierlabor.
Das System des Kapitalismus bzw. der Marktwirtschaft (auch sie mit Staatseinfluss) siegte nahezu weltweit und bewirkte nicht nur Gutes. Arbeitgeber konnten jetzt robuster auftreten, weil für die Arbeitnehmer keine Alternative mehr bereitstand. Ein "geh doch nach drüben!" gab's nicht mehr. Nachdem auch China Reformen anging, konnte man höchstens noch nach Kuba, Vietnam, Nordkorea und in einige andere Rückzugsgebiete gehen. Witzbolde empfahlen Französische Universitäten!


ALLTAG

Im Alltag sieht man das ganz deutlich. Die 80er brachten den Walkman, dessen Prinzip später als MP3-Player weiterlebte oder jetzt in tragbaren Miniaturcomputern zu finden ist.
Die 80er brachten viele Modetrends, aber auch einige -sünden.
Die 80er waren aber auch das Jahrzehnt des Heimcomputers. Computer, die vorher noch aussahen wie Wohnzimmerschränke und riesige Rechenhallen füllten und die ihre Daten noch auf Magnetbandrollen speicherten, wurden jetzt immer kleiner, so dass schliesslich kleine Exemplare sogar die Privatwohnungen erobern konnten. Diese nannte man Heimcomputer. Damals waren PCs noch für das Büro gedacht. Für den Hausgebrauch waren sie - ausser bei reichen Geschäftsleuten - einfach zu teuer.
Verglichen mit heutigen Computern war die Rechenleistung damals noch "billig", aber für die Zeit stellten die Heimcomputer einen tollen Durchbruch dar.

Der erste berühmte Heimcomputer war der C64. Mit ihm hatte die Firma Commodore auch ihren Durchbruch auf dem Computermarkt, während sie früher noch mit Schreib- und Rechenmaschinen handelte.
Der C64 war aber nicht konkurrenzlos auf dem Markt.

Der C64 schlug zwar in den frühen 80ern ein wie eine Bombe, aber seine Rechenleistung genügte bald den anspruchsvoller werdenden Kunden nicht mehr. Weitere Durchbrüche auf dem Heimcomputermarkt brachten der Atari ST und der Amiga 500.

Ende der 80er-Jahre wurden dann die PCs auch im Endanwenderbereich stärker. Die Preise fielen und die Firma Commodore machte es mit einigen Managementfehlern ihren Gegnern auch leicht.

Die damaligen PCs kamen z. B. von Amstrad (CPC) oder von Olivetti.

In Deutschland war der Schneider Euro PC (später: AT) berühmt, von dem es oft hiess "ein kleiner, aber guter PC". Auch bei ihm war der eigentliche Computer noch unter der Tastatur und die Disketten - immerhin 3,5 ''-Disketten - konnte man noch seitlich in die Tastatur schieben.

Doch damit waren schon die 90er geboren.


JUGENDBEWEGUNGEN ("BERUFSJUGENDLICHKEIT")

Mit den Bereichen Politik und Alltag eng verknüpft waren natürlich die Jugendbewegungen.



Samstag, 4. Februar 2017

INSTANT MESSENGER (III): MULTI-MESSENGER

Mit dem Anwachsen der Anzahl von Instant Messengern stellte sich bald die Frage nach der Integration vieler Messenger in ein System/Programm.

In der Frühzeit des WWW, den 90er-Jahren, waren Messenger wie ICQ, AIM, Yahoo!M und der WLM/MSN bekannt. Die "großen Vier" der Anfangszeit wurden auch mit ihren Farben gekennzeichnet: Grün, gelborange, rot und blau.
Später kamen Google Talk und weitere hinzu.


Frühe Ansätze

Eine frühe Antwort auf dieses entstehende Chaos war Trillian. Trillian war ein früher Multi-Messenger für Windows. Trillian integrierte neben den "großen Vier" sowie IRC mit der Zeit immer mehr Programme. Es dauerte aber lange, bis es auch für das Betriebssystem Linux zur Verfügung stand.
Später gab es weitere "Über-Messenger" wie Miranda IM und Gaim.
Miranda IM wurde für Windows entwickelt. Es galt optisch und bedienungstechnisch als nicht so elegant wie Trillian, konnte aber einige Messenger integrieren, die Trillian nicht oder noch nicht konnte. 
Das unter Federführung von Mark Spencer entwickelte Gaim musste sich umbenennen (August 2005, 1.5.0), es war AOL sprachlich zu nahe an AIM dran, und hieß dann ab April 2007 Pidgin (Mai 2007, 2.0.0). Auch optisch gewann das Programm hinzu und war nun nicht mehr so "kastenförmig" wie das alte Gaim. Symbol wurde die lila- oder purpurfarbene Taube. Der Name war ein Wortspiel aus dem englischen Wort für Taube (pigeon) und der Mischsprache Pidgin. So litt der Multi-Client nicht lange unter seiner Zwangsumbenennung, sondern mauserte sich zu einem führenden Programm.


Pidgin (Wiki)


Pidgin & Co. 

Pidgin wurde für Jahre der Inbegriff des IM-Integrators und verdient daher eine genauere Betrachtung!
Das Programm Pidgin ist quelloffen und basierte auf libpurple. Damit wurde es auch die Grundlage für das Apple-Pendant Adium, aber auch für viele andere Multimessenger. Anfangs war Pidgin für Linux und BSD gedacht ("Unixoide"/Unixähnliche), später war es auch für andere Betriebssysteme (OS) erhältlich.
Pidgins eigentliche Stärke war die Erweiterbarkeit. Diese kam erst mit dem Aufkommen moderner Smartphonemessenger an gewisse Grenzen.
Pidgin integrierte mit der Zeit viele Protokolle: AIM (OSCAR), Bonjour, Gadu-Gadu, ICQ (OSCAR), IRC, Lotus Sametime, MSNP (.NET; vgl. Windows Live Messenger, früher MSN Mess.), MXit, MySpaceIM, Novell GroupWise, SILC, SIMPLE, XMPP, YMSG (Y!M), Zephyr (nicht Windows).
Durch Nachinstallation von Programmpaketen konnte auch der vorübergehend unter Gamern populäre Xfire-Client benutzt werden.
[Anm.: AIM und ICQ basieren zwar beide auf dem OSCAR-Protokoll. Die Interkompatibilität wurde aber nach einer Anfangsphase abgeschafft.]
Als besonders schwierig bei allen Multi-Messengern erwies sich die Integration von Sprach- und Videotelefonie. Ab Version 2.6.0 war dies über XMPP (Jabber) möglich. Andere Messenger mit  eingebauter Option für Videotelefonie, allen voran das berühmte Skype, konnten nur teilintegriert werden. Das bedeutet, dass mit dem Aufruf des Programmes über Pidgin der andere Messenger mitgestartet werden musste. Die Übernahme von Skype durch Microsoft machte die Software nicht freier und kompatibler.
Schwer wurde auch die Integration von Twitter. Die geschah über das Tweet-Deck und über microblog-purple, das nachinstalliert werden muss. Bei der Integration von Twitter und mb.-purple kann es aber zu Komplikationen kommen.
Ebenso schwer verlief die Integration der Smartphonemessenger, die weiter unten beschrieben sind. Reibungslos lief v. a. Telegram.
Ein Grund für die Schwierigkeiten mag neben technischer Herausforderungen auch die Tatsache sein, dass sich die Entwicklergemeinde neben Pidgin auch auf Empathy konzentrierte. Beide Projekte basierten auf der GTK-Bibliothek.

Da Pidgin auf GTK-Desktops von Linux beruhte, entwickelten die Macher von Qt-Desktops wie KDE ihren eigenen Multi-Client, das berühmte Kopete. Gemeint sind mit GTK und Qt die Bibliotheken der Desktopprogramme.
Kopete war auch sehr leistungsstark, hinkte aber optisch und von der Integration weiterer Messenger etwas hinter Pidgin hinterher.


Später gingen die Entwickler von GTK- und Qt-Software weiter und entwickelten den Multi-Messenger Empathy, der seinerseits in einen Telepathy-Rahmen eingegliedert wurde. Zwischen beiden konnte es bei der Installation aber zu Verwicklungen kommen.


Das Aufkommen der Smartphones

Mit den späten 2000er-Jahren kamen Smartphones immer mehr in Mode und so wurden auch für Mobilgeräte, die z. B. mit Android oder iOS liefen, Messenger (wie ICQ) und Multi-Messenger (wie Trillian) portiert sowie neue Multi-Messenger entwickelt: Zwei Beispiele dafür sind IM+ und imo


Doch mit der Zeit entstanden durch die Smartphone-Technik auch neue Arten von Messengern. Viele davon benutzten ihre Mobiltelefonnummer als Identitätszeichen. So sollte der jeweilige Client relativ sicher identifiziert werden (Nebenwirkung: Datenspionage) .
Jetzt kamen Messenger wie Messenger wie WhatsApp, Telegram und Threema in Mode (Threema war nicht so an die Mobilnummer gebunden), während "alte Hasen" wie ICQ schwächelten. Gleichzeitig drängten Messenger auf den Markt, die in Soziale Medien wie MySpace und Facebook integriert waren. Der Facebook-Messenger hieß bald einfach Messenger.
Diese Messenger basierten oft auf dem freien Protokoll XMPP, das am Anfang den Namen Jabber trug und unter Fans unter diesem noch länger bekannt war.

Diese neuen Smartphonemessenger ließen sich schwer in die vorhandenen Multimessenger integrieren, obwohl ihr Protokoll (meist XMPP) meistens hinlänglich bekannt war. Das lag u. a. daran, dass viele Client-Programme verschlossen waren. Eine Ausnahme machte z. B. Telegram, das in Pidgin recht gut integriert werden konnte.
Mit der Zeit kam man aber auch hier an einige Messenger 'ran und ging auch graphisch einen eigenen Weg: Das Messenger-Tableau.
Diese Multi-Messenger hatten nicht mehr eine Namensliste in einem länglichen Fenster, die noch nach IM-Gruppen geordnet waren, sondern sie sahen aus wie ein (quadratisch-breiter) Browser mit vielen Tags - je nach Messenger.

Rambox (rambox.pro)


Beispiele hierfür sind:

Franz:
- österreichischer Multimessenger

Rambox:
- OpenSource
- Integration extrem vieler Messenger und Email-Programme

Harvester (mobil):
- zunächst nur für Windows 10 Mobile

All-in-one Messenger:
- (nur) in den Chrome/Chromium-Browser integriert
- kann aber auch nach Schließen des Browsers genutzt werden
- kein AIM 



QUELLEN:

Eine Menge Eigenerfahrung (und Selbstqual).
Wikipedia
-
Onlineartikel auf c't, chip.de und diversen Blogs.
Thomas Kolkmann: Multi-Messenger. Facebook, WhatsApp, Skype & Co. zusammen in einem Messenger?