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Mittwoch, 14. Februar 2018

MORGAGNUS: FORTSETZUNG

Die Fortsetzung der VITA des Medicus J. B. MORGAGNI findet der interessierte Leser auf NOVA-AETAS. BLOGSPOT; einfach bei google eingeben oder in der Leiste (bei Netzwerk) auf nova-aetas gehen.
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MORGAGNUS 17: VITA AD ANNUM 1715

In der Tat muß man dem Bianchi und Mangetus Dank sagen, daß sie diese Briefe und die anatomischen Entgegnungen, welche wir ihnen als "Verbündete" geben, von Morgagnus "entrissen" (entwunden) haben, in denen so große Gelehrsamkeit, so viele Erfindungen (Ansichten, Lehren), so große in jeder Hinsicht anatomische Bildung erscheint, daß der gewiß geeignete Richter Albert Haller, nicht zweifelte zu verkünden, der Anatom habe nichts, was mit jenen Werken verglichen werden kann. Auch Ruysch, Boerhaavius, Heister, Winslow, Schroeck, Hoffmann, Vater, Mead, Goecklick, Walther, Senac, Cockburn, Guntz, Meckel hoben diese selben Werke mit Lobpreisungen in den Himmel, und aus diesen übertrugen sie viele Glanzstücke in ihre Schriften. Und bei der Vollendung dieser Bücher, während (solange als) Morgagnus sie ausarbeitete, tat er (verrichtete er)  seine Pflicht entweder für die strebsame (wissbegierige) Jugend, die sein Haus wie eine Werkstatt der Weisheit häufig besuchten, oder für die Freunde, die sein Urteil und seinen Rat oft verlangten (erbaten) sowohl in diesen Dingen, die sich auf die Bildung als auch besonders bei diesen, die sich auf das medizinische Fach und die übrigen Naturwissenschaften (physischen Fachrichtungen) bezogen, oder für die Deutschen, die sich in Padua um die Philosophie, Medizin und Wissenschaft der göttlichen Dinge bemühten, als er zu deren Schutzherr im Jahre 1715 gewählt wurde.

Montag, 12. Februar 2018

MORGAGNUS 16

denn er hatte dem Lancisius "Vertrauen gegeben " (geschenkt; vertraut), daß er nichts jemals (niemals etwas) verüben (begehen) würde, was den Leuten den Verdacht einer erlogenen (vorgegebenen) wiedergewonnenen Freundschaft erregen  könnte, und nicht nur mußte Bianchus die Anklage eines untreuen, sondern auch eines undankbaren "Geistes" (Menschen;  die Haltung eines...) fürchten, weil er dem Morgagnus durch eine neuerliche Wohltat (xij) verpflichtet war. Deshalb darf Morgagnus keinesfalls (am wenigsten) getadelt werden, wenn irgendwas von ihm (ein) wenig strenger geahndet (bestraft) wurde, nachdem er über diesen erneuerten Streit zwei freilich lange Briefe an den Freund geschrieben hatte, die in Leyden 1728 gedruckt wurden von dem Verleger Boerhaavius, einem "gleichgroßen" (ebenfalls großen) Verehrer (Bewunderer) des Morgagnus, und über die wahrheitsgemäß (-getreu) gesagt wurde, nichts zu verteidigen, was sie nicht einleuchtend prüfen (billigen; untersuchen, anerkennen), nichts (aber) anzugreifen, was sie nicht deutlich (völlig, gänzlich, ausdrücklich) umstürzen (zerstören, widerlegen).-
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MORGAGNUS 15

Aber später fühlte (meinte, glaubte) er, daß er durch die Worte vieler getadelt werde, daß (weil) er einen solchen Mann angegriffen hätte und den Angegriffenen zu besänftigen sich nicht bemüht hätte, und er fing an, über die Wiedererlangung der Gunst nachzudenken. Er fürchtete auch, daß sein Vergehen von Morgagnus ziemlich streng in den anderen Entgegnungen, die er vorbereitet hatte, bestraft würde, durch welche Dinge es kam (wodurch es geschah), daß er sich bei ihm entschuldigte durch einen Brief, der von Johannes Fantonio geschrieben wurde, indem er die Entschuldigung der Nachlässigkeit benutzte, wodurch er den Verdacht eines größeren Vergehens abwendete (abwenden konnte), eines allerdings zugefügten Unrechts. Durch diese Entschuldigung und durch die Bitten des Freundes bewegt (veranlaßt), tilgte Morgagnus viel, was er zu scharf geschrieben hatte, bei der Herausgabe der Entgegnungen und verbesserte "sanfter" (vorsichtiger), welche Bemerkungen es verdient hatten (es wert waren). So schien der bittere Krieg, der zwischen Morgagnus, Bianchus und Mangetus entstanden war, beigelegt zu sein. Doch nicht viele Jahre später zwang Bianchus den Morgagnus wiederum (zum zweiten Male) zu den Waffen: denn als er wieder ein Buch geschrieben hatter ("den Buchstaben anvertraut hatte"), das von ihm über die Krankheitsgeschichte (Medizingeschichte?) der Leber (Lebererkrankungen?) geschrieben worden ist (war), riß er in diesem nicht nur alte Streitigkeiten wieder auf (erneuerte er sie), sondern fachte auch neue an, ohne zu sehen, daß durch diese Sache sein überaus großer Ruhm verletzt wurde (Schaden nahm).
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Leute, vertragt euch, das Leben ist zu kurz für kleinliche Streitereien!-Dennoch muß man bedenken: Ehrverletzungen hatten in diesen Tagen einen weitaus größeren Stellenwert als heute. Für die Ehre duellierte man sich sogar; allerdings bezweifle ich stark, daß der gute Morgagnus einen Degen hätte stemmen können.
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MORGAGNUS 14

...und aus der Anzahl der übereinstimmenden Beispiele führt er aus, welcher kunstvolle Bau (erg: des Körpers; der Glieder) für den gewohnten (gewöhnlichen) gehalten werden kann. Die dritten Entgegnungen zeigen mehrere und nicht geringfügige ("leichte"?) Muttermale der Krankheitsgeschichte (?) der Leber des Bianchi. Außerdem, kaum daß er (nachdem er) die zweiten und dritten Entgegnungen eingesehen hatte (in sie hineingeschaut hatte), verdroß es den Bianchi und heftig bereute er es, daß er den Morgagnus angegriffen hatte; für diesen Angriff (diese Verletzung; Beleidigung) gab er in einem Brief zu erkennen (deutete er an), werde er sich bei jenem durch Lancisius entschuldigen. Morgagnus nahm die Entschuldigung an und gab ein Zeichen "eines besänftigten Geistes gegenüber jenem" in den (nun) folgenden Entgegnungen. Es hatte auch Lancisius darüber verhandelt, den Mangetus wieder in Gnade aufzunehmen (in den Stand der Gnade wieder einzusetzen),dem er anzeigte, daß die Sache leicht "zur Eintracht geführt werden könne", wenn er nur erklären würde (könnte), daß er nicht aus Haß (Bosheit, Neid) und Schmähsucht (Herabsetzung) des Ruhmes (des Ansehens) des Morgagnus, dem er selbst immer günstig (gewogen) war, die Schriften des Bianchi in seinen anatomischen Hörsaal (Zuhörerkreis) hineingebracht habe, sondern unüberlegt dies getan habe und daß er seine Tat mißbillige und verachte. Mangetus zweifelte freilich nicht (trug kein Bedenken), aufrichtig (ehrlich) dem Lancisius einzugestehen, daß er die Bemerkungen (Rügen) des  Bianchi in der "laufenden Presse" (Zeitung?) erfahren habe und, kaum durchgelesen, "den Buchstaben anvertraut habe" (gedruckt habe) und, nachdem das Werk schon herausgegeben war, in diesen einige Dinge entdeckt habe (erkannt habe), die schärfer scheinen konnten als kleine Peinlichkeiten (die durch kleine Peinlichkeiten heftig erscheinen konnten), doch die zweiten und dritten Entgegnungen verletzten jenen so sehr, daß er ihm zurückschrieb, was zur Hoffnungslosigkeit der Versöhnung beizutragen schien (die Hoffnungslosigkeit auf Versöhnung zu  verursachen schien; scheinbar verursachte).-
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Schwerer Stil! Macht aber nichts, wird trotzdem übersetzt.