Fachbereiche: Geschichte, Sowi, Philosophie; Sprachen; Wirtschaft, Recht; Nawi, Biologie, Technik und Blödsinn.
Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik (und Realienkunde) hervorgegangen, die sich dann in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt hat.
Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch; Latein, Altgriechisch; Russisch, Japanisch, Chinesisch; Mittelägyptisch etc.
Personen-Link: http://novatlan.blogspot.de/2014/08/personen-pool.html

Freitag, 7. März 2014

KOPFFÜSSER

Die zoologische Klasse der Kopffüsser (Zephalopoden, Cephalopoda; von griech. κεφαλή/kephalē und ποδός/podós) ist eine Tiergruppe, die zu den Weichtieren (Mollusca) gehört. Ihre Vertreter kommen nur im Meer vor.
Die Arten können freischwimmend (pelagisch) sein oder am Boden leben (benthisch). Zur Zeit leben noch ungeführ 1000 Arten, über 30.000 sind fossil.
Zu den noch lebenden Kopffüssern gehören die Tintenfische und die wenigen Arten der Nautiliden (Perlboote).
Die Unterklasse der Tintenfische (Coleoidea) wird in die Überordnung der Zehnarmigen Tintenfische (z. B. Sepien, Kalmare) und in die der Achtarmigen Tintenfische (z. B. Kraken) unterteilt. Sie gehören zu den Neukopffüssern, die heute die Klasse der Kopffüsser dominieren.
Die Ordnung der Nautiliden bzw. die Familie der Perlboote umfasst die wenigen noch existierenden Altkopffüsser. Sie bilden je nach Einteilung eine oder zwei Gattungen - Nautilus und Allonautilus - mit einigen Arten. Nautiliden bzw. Perlboote haben sehr grosse Ähnlichkeiten mit früheren Formen der Kopffüsser.

Sepie
Roter Krake
Nautilus

Die Klasse der Kopffüsser gehört ihrerseits zum Stamm der Weichtiere (Mollusca), zu denen auch Muscheln und Schnecken gehören.

Kopffüsser besiten einen Körper, der aus einem Rumpfteil mit Eingeweidesack, einem Kopfteil mit anhängenden Armen und einem taschenförmigen Mantel (auf der Bauchseite) besteht (Körpergliederung an Fortbewegungsrichtung orientiert). Der vordere Teil des Fusses ist bei Kopffüssern zu einem Trichter und zu acht oder zehn streckbaren Fangarmen (Tentakeln) entwickelt, im bestimmten Fällen auch über 90.
Die Mantelhöhle birgt zwei (oder vier) Kiemen und mündet über ein Rohr (Trichter, Hyponom) nach aussen.
Am von Tentakeln umgebenen Mund befindet sich bei rezenten Arten ein Schnabel ähnlich dem eines Papageien mit Ober- und Unterkiefer sowie eine Raspelzunge (Radula).

Die ursprünglicheren Arten der Kopffüsser, von denen es früher viele Vertreter gab (z. B. Ammoniten) und von denen bis auf die Nautiloiden fast alle ausgestorben sind, verfügen über ein kalkiges Gehäuse aus Aragonit. Man spricht von einem Exoskelett (Aussenskelett). Seine Schale ist dreischichtig. Sie besteht aus dem Periostracum/Schalenhäutchen (aus Conchin), dem Ostracum/Prismenschicht (aus prismat. Aragonit) und dem Hypostracum (aus Perlmutt).
Die Gehäuse sind in die Wohnkammer und mit Gas gefüllte Kammern unterteilt. So kann das Gehäuse in der Wassersäule schwebend gehalten werden. Für die Fortbewegung (auch vertikal) benutzt der heutige Nautilus aber das Rückstossprinzip des Trichters.

Die meissten der heutigen Kopffüsser sind aber innenschalig. Dazu gehören auch die Sepien, die Spirulae (nur noch: Posthörnchen) und die Kalmare. Bei ihnen sind die Hartteile vom Mantel umschlossen.
Die ausgestorbenen Belemniten haben die Wohnkammer sukzessive bis auf einen dorsalen Löffel (Proostracum) reduziert, die Spirulae besitzen eine in Richtung Bauch orientierte Spirale aus Kalk, die gasgefüllte Kammern enthält.
Bei den Sepien sind dagegen die ursprünglich ungefähr senkrecht zur Längsachse stehenden Septen schräg gestellt und zu einem Schulp umgeformt. Dieser Schulp hat noch eine gewisse Auftriebsfunktion.
Bei den Kalmaren ist das ursprünglich kalkige Gehäuse unter Mineralisationsverlust zu einem langen Hornstreifen (Gladius) reduziert und stabilisiert nur noch ohne Auftriebsfunktion.
Bei den Octopoden hat das ehemalige Gehäuse nur noch knorpelähnliche Reliktstrukturen.
Kalmare und Octopoden haben teilweise alternative Auftriebssysteme (Ammonialk, ölige Substanzen).

Die innenschaligen Kopffüsser (Coleoidea/Dibranchiata) haben sich weitgehend durchgesetzt. 
Die aussenschaligen Kopffüsser gibt es noch in wenigen Arten der Gattung Nautilus, von denen sich die Art Allonautilus etwas absetzt und fasst eine eigene Gattung bildet. 
Früher war das anders: Die Nautiloiden (Perlboot-Artige) haben mit Tausenden von Arten besiedelt, die ausgestorbenen Ammoniten waren zu zig-Tausenden anzutreffen. 


QUELLEN:

Wikipedia
Focus Online
Spiegel Online
Geo
-
WAS IST WAS: Muscheln, Schnecken, Tintenfische; Bd. 51
Siegfried Jaeckel: Kopffüsser. Tintenfische; 2006



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen