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Mittwoch, 30. Dezember 2015

MISHIMA, YUKIO

Yukio Mishima.jpg



* 14.01.1925
+ 25.11.1970

Yukio Mishima (三島 由紀夫; eigtl. Hiraoka Kimitake) war ein japanischer Schriftsteller und rechtsgerichteter politischer Aktivist.
Mishima verfasste Kurzgeschichten, Romane, Dramen, Gedichte und ein Libretto. Mishima gilt als Vertreter der japanischen Nachkriegsliteratur, als Liebhaber von Extremen, die ihn schließlich zu einem Ultranationalismus geführt haben und er ist bekannt wegen seines ungewöhnlichen Todes. Nach einem spektakulären, aber missglückten Umsturzversuch in seiner Heimat beging er Selbstmord.

Yukio Mishima wuchs in einer sozial hochstehenden Familie auf und besuchte eine entsprechende Schule. Dort war er ein gelehriger Schüler, fühlte sich aber auch eingeengt. Entgegen seiner späteren Größenphantasien war er als Junge klein und schmächtig. Mishima musste aufgrund einer Erkrankung nicht am Zweiten Weltkrieg teilnehmen. Es ist umstritten, ob er die Krankheit gezielt einsetzte oder gar übertrieb, um nicht am Krieg teilnehmen zu müssen. Mishima erlebte den Krieg auf den japanischen Inseln als intensives Bombardement auf die japanischen Städte.

Mishima bei der Einschulung 1931


Familiär hatte Mishima das "Problem", dass er einen unterkühlten und in gewisser Weise todessehnsüchtigen Vater hatte, der in der Administration entsprechend seiner Herkunft Karriere machte. Der Vater soll ihn als kleinen Jungen dicht an einen fahrenden Schnellzug gehalten haben, damit er den Hauch des Todes wahrnehmen konnte. Zu seiner Mutter hatte er eine engere Beziehung.
Einflussreich auf Mishimas Erziehung war aber besonders seine Großmutter Natsu. Diese isolierte ihn geradezu von seiner Familie und potenziellen Spielkameraden und führte ihn in die Welt der Kunst und des Kabuki-Theaters ein. Dadurch wurde, wie er selber in autobiographischen Aussagen unterstrich, einerseits seine Kreativität gefördert, andererseits war Mishimas Großmutter weltfremd.

Mishima folgte zunächst pflichtbewusst dem Willen seines Vaters und studierte Jura. Den anschließenden Posten im Finanzministerium behielt er aber nicht einmal ein Jahr, weil er sich lieber dem Schreiben, der Fotographie und der Schauspielerei widmete.
Seine Werke waren einerseits traditionsorientiert, ja geradezu nationalistisch, andererseits übernahmen sie auch westliche Literatureinflüsse und einen frühen Körperkult der Populärkultur.
Mishimas Auftreten war geprägt von geistiger und körperlicher Kraftmeierei, der Darstellung von Neurosen, einem gewissen ästhetischen Bewusstsein und auch von seiner hervorkommenden Homosexualität.
Dabei verstrickte er sich auch in Widersprüche: Japanische Traditionsaffinität standen westlichen Einflüssen gegenüber, sein Kult der Stärke seiner körperlichen und vielleicht auch seelischen Schwäche und schließlich auch sein idealistischer vorgeblicher Anti-Materialismus seinem wachsenden Reichtum.

Besonders eskalierend wirkten in den 1960er-Jahren die Studentenunruhen. Diese traten in Japan sehr früh auf und verliefen sehr gewaltsam, was vielen Menschen in anderen Teilen der Welt vielleicht nicht bewusst ist.
Für Mishima waren dies jedoch katastrophale "Hundejahre", trat er doch für eine andere innere Ordnung und eine Aufrüstung nach außen auf.
So baute er die Tatenokai ("Schildgesellschaft") auf, eine kleine Privatarmee von wahrscheinlich noch nicht einmal 100 Mann. Mishima segelte gegen den Zeitgeist, aber immerhin bewiesen er und seine Kameraden, dass in den "roten Jahren" auch an den Universitäten nicht alle (jungen) Menschen links waren.

Nichts desto trotz endete Mishimas Lebensweg schon 1970 tödlich. Als er eine Armeekaserne stürmte, um die Soldaten von seinem Weg für Japan zu überzeugen, wurde er am Balkon stehend ausgebuht. Zum Tragen kam auch, dass der Coup schlecht geplant und die Lautsprecheranlage nicht ausreichend stark war. Schließlich beging er mit einem guten Freund rituellen Selbstmord.
Der theatralische Mishima leistete sich aber noch einen spektakulären Abgang: Da der designierte Masakatsu Morita auch nach mehreren Anläufen nicht in der Lage war, Yukio Mishimas Kopf abzuschlagen, nachdem sich dieser bereits den Bauch aufgeschlitzt hatte, musste ein anderer Kamerad, Hiroyasu Koga, diese Arbeit erledigen. Nach getaner Arbeit schlitzte sich auch Morita seinen Bauch auf und ließ sich wieder (wie Mishima) von Koga den Kopf abschlagen.


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/a/a2/MishimaCoupSpeech.jpg
Mishima beim versuchten Staatsstreich





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