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Sonntag, 3. März 2013

VIRGINIA "GINNY" GOOD

Anm.: Wikipedia hat diesen Artikel schon einmal gelöscht. Hier ist er gut gegen Löschnazis geschützt.

-> Sandra Good (Schwester, Manson Family)
-> Manson Family


Virginia "Ginny" Dixon Good ist eine US-amerikanische politische Aktivistin, Psychologin und Kulturikone der Hippiebewegung.

Virginia Good wurde am 5. März 1941 geboren. Sie war die zweite von drei Schwestern. Ihre ältere Schwester hiess Deborah Good, ihre jüngere Schwester Sandra "Sandy" Good. Letztere wurde berühmt durch ihr Wirken für die Manson Family um Charles Manson.


Virginia Good stammte aus einer gut situierten, aber innerlich zerrissenen Bankiersfamilie. Sie besuchte die Point Loma High School und schloss diese 1959 ab.
Das Familienleben der Schwestern war überschattet von der frühen Trennung ihrer Eltern. Der Vater war Banker und galt als sehr ruhige Persönlichkeit. Er verliess die Familie, als Virginia fünf Jahre alt war (wohl 1946, es gibt aber auch andere Angaben). Die Mutter neigte dagegen zu neurotischem Auftreten und kümmerte sich lieber um politische Vorträge als um die Erziehung ihrer Kinder. Die Erziehung oblag im wesentlichen dem lateinamerikanischen Kindermädchen.

Jill Clayburgh (Hanna K, Shy People, Ally McBeal, Nip/Tuc) 

Virginia Good galt als intelligent, aber sehr sprunghaft. Später musste sie deshalb auch in psychiatrische Behandlung gehen. Diese unstete Lebenshaltung zeigte sich auch in wechselnden Ausbildungsstätten, wechselnden Beziehungen und dem Konsum von Alkohol und Drogen. Good besuchte zunächst kurz das Sarah Lawrence College, wo sie Jill Clayburgh kannte und dann das San Francisco State College. Auch dort besuchte sie Veranstaltungen über Psychologie nur unregelmässig und konnte ihren Abschluss erst erhalten, nachdem die Anwälte ihres Vaters Druck gemacht hatten. Virginia Good interessierte sich aber seismographisch für die in den 1960er-Jahren aufkommenden Subkulturen in Kalifornien, die dann zur Hippiebewegung mit weltweiten Auswirkungen führten.

Streik an der SF State im Jahre 1968.

Die meisten Informationen über ihr Leben stammen aus dem biographischen Roman "Ginny Good. (A Mostly True Story)" ihres zeitweiligen Lebensgefährten Gerard Jones. Er behauptet auch, dass sie eine der ersten Personen war, die man "Hippie" nannte. Interessant sind auch Berichte über ihre wiederkehrenden Stimmungsschwankungen - besonders zur Weihnachtszeit - die er auf die Trennung von ihrem Vater zur selben Jahreszeit zurückführte. Auch berichtet er, dass eine ihrer frühen Beziehungen dadurch endete, dass sie ein Baustellenfahrzeug stahl, dafür von einem Polizisten vergewaltigt wurde und dann von ihrem Freund verlassen wurde, als dieser von der Vergewaltigung erfuhr.
Gerard Jones bezieht sich als Quellen neben eigenen Notizen und Erinnerungen auch auf die Hochschulzeitung "The Gater" des San Francisco State College, wo sie mit Text und Bild erwähnt wurde. Ein Photo von Virginia aus Highschool-Tagen kursiert inzwischen im Internet.

MatrixFillmore 2011 auf GoogleMaps.

Virginia Good war auch dafür bekannt, sich mit Bands zu treffen, von denen einige später sehr berühmt werden sollten. Dazu gehörten The Charlatans und Jefferson Airplane. Viele traten im damaligen Pizzaladen The Matrix auf, der später zu einem Musikclub umgebaut wurde. Virginia Good hatte auch Kontakte zu Samuel L. Lewis, der als "Sufi Sam" bekannt war, Dr. Henry Bieler, der sich über gesunde Ernährung ausliess und damit die Hippiebewegung beeinflusste, Hank Harrison, den Manager von The Warlocks/The Grateful Dead und Gründer von LSD-Rescue, auf dessen heute berühmte Tochter Courtney Love sie aufpasste und Ron Silverstein.
Die Schwester von Virginia Good, Sandra Good, ging die Strömungen der Zeit noch radikaler an: Sie schloss sich der Manson Family an, verübte Straftaten und ging ab Mitte der 70er-Jahre wegen Morddrohungen gegen vermeintliche Umweltverschmutzer sogar für rund ein Jahrzehnt ins Gefängnis. Ginny Good berichtete in der Szene von San Francisco des öfteren von den Abenteuern ihrer Schwester Sandy. Die Manson Family galt anfangs als interessantes Projekt der Gegenkultur, bis sich herausstellte, dass die Gruppe für zahlreiche Mordtaten verantwortlich war. Bis heute übt sie aber einen grossen Einfluss aus.


Sandra "Sandy" Good beim Garbage Run für Manson (Mitte)

Doch Virginia Good schaffte es nicht, ihre Begabungen und ihren Einfluss auf Menschen in geordnete Bahnen zu lenken. Immer wieder endeten ihre Beziehungen im Chaos und sie musste sich wegen Stimmungsschwankungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch in Behandlung begeben. Wenigstens erhielt sie wie ihre Schwester von ihrem Vater finanzielle Unterstützung.
In einem solchen Chaos endete auch ihre wechselvolle Beziehung zu Gerard Jones, dem späteren Autor ihrer Biographie. Aus diesem Grund ist uns ihr Lebenslauf ab Mitte der 1970er-Jahre nicht so gut bekannt.

Auf jeden Fall endete ihr Leben tragisch: 1982 starb Virginia Good an einer Überdosis Alkohol und Tabletten. Der Autor Gerard Jones meinte, dass sie zwar oft in suizidaler Absicht mit ihrem Leben spielte, es sich bei diesem Tod aber wohl eher um einen Unfall gehandelt haben musste.

ehem. Seite über Ginny Good an der PLHS
(mit Kommentar von Tom Mason)
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Quellen/Literatur:
Anarchopedia
Gerard Jones: Ginny Good. A Mostly True Story (2004)
www.eviliz.com (Die Autorin verfügt neben dem publizierten Material über weiteres, das durch unsere guten Beziehungen zu ihr hier eingeflossen ist.)

Ginny Good (Highschool Yearbooks; www.eviliz.com)

 
Ginny Good (Highschool Yearbook; www.mansonblog.com/www.eviliz.com)


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