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Donnerstag, 6. Dezember 2012

KANTHAROS


L 09: Lob des Agesilaos

Was ist würdiger der Lobreden (Laudationes) als die glänzendsten Siege und die ruhmreichsten Taten?
Agesilaos verehrte nämlich das Göttliche so sehr, dass sogar seine Feinde seine Eide für verlässlicher hielten als die Freundschaft gegenüber (mit) den eigenen Leuten. Von seinen Freunden schätzte er nicht die mächtigsten am meisten, sondern die fleissigsten. Er machte (auch) gerne die Gerechten reicher, weil er wollte, dass Gerechtigkeit sich mehr lohne als Ungerechtigkeit.
(Und) zu seinen Freunden war er sehr milde, seinen Feinden gegenüber war er aber (dagegen) wahrhaft/wirklich furchteinflössend. Die Hochmütigen verachtete er, er war aber (selbst) bescheidener als die Massvollen.  



L 10: Staatliche Wachhunde

Sokrates: Wir wollen uns jetzt anschauen, wie ein Wächter sein muss und was die Aufgabe der Wächter ist.
Die Wächter müssen den eigenen Leuten gegenüber freundlich sein, den Feinden gegenüber aber/dagegen unfreundlich. Anders (auf andere Weise) gibt es keinen guten Wächter.
Glaukon: Wir können also mit den Wächtern die Hunde vergleichen; denn auch von den Hunden sind die besseren (...) ganz freundlich zu denen, die sie kennen (...), das Gegenteil aber gegenüber denen, die sie nicht kennen.
Sokrates: Genau so! Und es ist dem Wächter nicht gestattet, sich (so) zu betrinken, dass er nicht mehr weiss, wo auf der Erde er ist (freiere Übersetzungen möglich).
Glaukon: Es wäre ja auch lächerlich, wenn ausgerechnet der Wächter (noch) einen Wächter bräuchte.


L 11: Warnung

Die Leiden (Erlebnisse) sind mir Lehren.
Denn wenn du unsterblich zu sein scheinst und ein unsterbliches Heer anzuführen, dann lohnt es sich nicht, dass ich dir meine Meinung darlege;
denn wenn du erkannt hast, dass sowohl du nur ein Mensch bist als auch über andere derartige herrschst, dann lerne zuerst jenes, dass/wie der Kreis(lauf) der Menschlichen Taten (Schicksal) ist, der es nicht zulässt, dass sie (dieselben) immer Glück haben.
Ich habe nun über die über die vorliegende Sache eine gegenteilige (εναντιαν) Meinung als die Perserfürsten.

Kümmer dich lieber um Wissen als um Besitz;
denn das Wissen schafft den Besitz.


L 12: Die Erziehung des jüngeren Kyros

Kyros war wahrhaft königlich (Verstärkung) und wert zu herrschen, wie es von allen übereinstimmend berichtet wird. Denn zuerst, als er (noch) ein Kind war und mit seinem Bruder und den anderen Knaben erzogen wurde, sagte man, er sei der Stärkste/Tüchtigste von allen in allen Dingen. Denn alle der vornehmsten Kinder der Perser werden am Hof des Grosskönigs erzogen; dort lernen sie grosse Selbstbeherrschung.
Die Kinder sehen (wahrnehmen) und hören nämlich, dass einige vom König geehrt und andere herabgewürdigt werden, so dass sie vom Knabenalter (von klein auf) lernen, zu herrschen und beherrscht zu werden.
Damals schien Kyros allen der grösste Pferdenarr (Verstärkung) zu sein.
...
Als er alt genug war (dem Alter entsprechend war), liebte er auch sehr die Jagd und war den wilden Tieren gegenüber äusserst wagemutig/draufgängerisch. Und als einmal eine Bärin auf ihn losstürmte, hatte er keine Angst vor ihr, sondern tötete sie. Dem ersten aber, der ihm Half, erwies er grossen Dank (reichlich belohnen).


L 13: Ausgeliefert

Mit dir ist jeder Weg gangbar, jeder Fluss überschreitbar und an Lebensmitteln herrscht kein Mangel;
ohne dich aber führt der ganze Weg durch eine Finsternis, denn wir wissen nichts von ihm, jeder Fluss ist unüberquerbar, jede Menschenmenge/-ansammlung erschreckend, am schrecklichsten aber ist die Einsamkeit, denn sie ist erfüllt von grossem Mangel.

Glück und Glas

Das Glück ist freigebig, aber unzuverlässig.

Dienst am Staat

Königswürde ist ruhmreicher Sklavendienst.


L 14: Tischsitten bei den Kelten

Poseidonios von der Stoa/der Stoiker Poseidonios sagt in seinen Abhandlungen/Forschungen, in denen/indem er viele Sitten und Gebräuche bei vielen (Völkern) aufschreibt:
"Die Kelten servieren ihre Nahrung, indem/wobei sie darunter Gras ausbreiten, auf hölzernen Tischen, die ein wenig vom Boden erhöht sind. Die Nahrung besteht aus wenig Brot, dafür/aber/stattdessen viel Fleisch.
Sie führen es zu Munde wie die Löwen, indem sie ganze Fleischstücke mit den Händen anheben, (etwas) abbeissen und schwer abzubeissende Stücke mit einem Messer zurechtschneiden.

Sie sitzen in einem Kreis, in der Mitte (sitzt) der Stärkste, der sich von den anderen entweder/sei es durch seine Tapferkeit im Kriege oder durch (seinen) Reichtum auszeichnet.


L 15: Männliche und weibliche Tugend

Sokrates: Scheint es dir, dass es nur mit der Tüchtigkeit so bestellt ist, Menon, oder auch mit der Gesundheit, der Stärke oder den anderen Dingen/Sachen? Scheint dir die Gesundheit des Mannes die eine (Sache) zu sein und die Gesundheit der Frau eine andere oder (ist sie) ein- und dasselbe, egal ob bei einem Mann oder einer Frau?
Menon: Für mich scheint die Gesundheit eines Mannes und einer Frau dasselbe zu sein.
Sokrates: Die Tugend ist aber irgendwie (in irgendetwas) unterschiedlich, sei es bei einem Kind oder einem Greisen (Älteren), bei einer Frau oder einem Mann?
Menon: Mir wenigstens, (o) Sokrates, scheint das nicht mehr genauso gelagert zu sein wie bei den anderen Dingen.
Sokrates: Worin denn? Sagtest du nicht, dass es eine männliche Stärkte ist, eine Stadt gut zu regieren und eine weibliche, ein Haus gut zu versorgen?
Menon: Ja, das sagte ich.
Sokrates: Ist es denn Männern oder Frauen möglich, eine Stadt (oder) ein Haus oder etwas anderes gut zu regieren/verwalten, wenn nicht besonnen und gerecht?
Menon: Natürlich nicht.
Sokrates: Wenn sie gerecht und besonnen regieren, regieren sie dann nicht mit Gerechtigkeit und Besonnenheit?
Menon: Zwangsläufig.
Sokrates: Beide brauchen also dasselbe, wenn sie tüchtig sein wollen, sowohl die Frau, als auch der Mann, nämlich Gerechtigkeit und Besonnenheit.
Menon: So scheint es. (So denke ich.)
Sokrates: Alle Menschen sind also auf dieselbe Weise tüchtig.



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