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Sonntag, 24. Januar 2016

BIOLOGIE-LEXIKON

Hier entsteht ein Kurzlexikon zu den Themen Biologie, Biochemie und Heilkunde.


BAKTERIEN

Bakterienarten (Morphologie)


Bakterien (griech. βακτήριον - Stäbchen) sind einzellige Organismen, die sich ungeschlechtlich durch einfache Zellteilung fortpflanzen können.
Bakterien grenzen sich als Prokaryoten von den Eukaryoten dadurch ab, dass sich die DNA bei ihnen nicht in einem vom Zellplasma (Zytoplasma) durch eine Doppelmembran abgegrenzten Zellkern befindet.

Bakterien können unterschiedlich klassifiziert werden:

z. B. nach Größe
- Kugelbakterien (Kokken)
- Stäbchenbakterien (Bazillen, volkstümlich auch für alle B.)
- spiralförmige Bakterien (Spirillen)
- fadenförmige Bakterien
- knospende Bakterien
- Andere/Mischformen

z. B. nach Temperaturabhängigkeit
- Psychrophile (psychrophile B.) - kälteliebend
- Mesophile (mesophile B.) - "mittel", mäßige Verhältnisse liebend 
- Thermophile (thermophile B.) - wärme- oder hitzeliebend


Bakterien können, müssen aber nicht als Krankheitserreger wirken. In der Menschheitsgeschichte führten schon viele durch Bakterien ausgelöste Epidemien zu Massensterben. Die moderne Medizin konnte durch Impfungen (aktive und passive Immunisierung), Antibiotika und allgemeine Hygieneratschläge die Gefahr durch Bakterien stark reduzieren. In der 2. Hälfte des 20. Jhd.s galten Bakterien im Gegensatz zu anderen Erregern eher als "schwindende Gefahr". Inzwischen ist die Bedrohung durch Resistenzen und wachsende internationale Mobilität wieder gestiegen.


KREBS (lat. cancer - gemeint ist auch der Krebs als Tier [Aussehen])

Krebs ist eine Erkrankung, bei der des Zellwachstum außer Kontrolle gerät.
Krebs ist neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen und den bekannten Infektionskrankheiten eine der häufigsten Todesursachen.
Einige Krebsarten treten bei den Geschlechtern stark unterschiedlich auf. Geschlechtsspezifische Krebsarten sind z. B. Prostatakrebs bei Männern und Brustkrebs bei Frauen. Die Krebsarten können sich auch regional sehr stark unterscheiden. Darmkrebs tritt z. B. in Westlichen Industrieländern (Nordamerika, Europa) besonders häufig auf.

Therapieformen sind:
- chirurgische Entfernung von Tumoren
- Chemotherapie 
- Strahlentherapie (Ionisierung)
- Behandlung mit Fresszellen der Immunabwehr

Die Diskussion um die Ursachen von Krebserkrankungen dauert an. Es sind aber etliche krebserregene (cancerogene) Substanzen und Strahlen bekannt. Entsprechend können Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise deutlich reduziert werden.


MITOSE

Mitose (griech. μίτος/mitos ‚Faden‘; auch Karyokinese oder [indirekte] Kernteilung) ist die Zellkernteilung bei eukaryotischen Lebewesen.
Bei einer Mitose wird das ganze Erbmaterial einer Zelle erbgleich an zwei Tochterzellen (Tochterkerne) weitergegeben.
(Diese sind dann also genetisch identisch; im Gegensatz zu einer Meiose, bei der aus diploiden Zellen haploide Keimzellen entstehen.)

Durch eine solche Teilung kann der Organismus durch Zellvermehrung wachsen oder zugrunde gegangene Zellen ersetzen.

Im Anschluss an die Kernteilung erfolgt i. d. R. die Teilung des Zellleibs (Zytokinese). Es ist aber wichtig zu wissen, dass Mitose und Zellteilung oft, aber nicht immer zeitlich parallel (zeitgleich) verlaufen.
Auf der Chromosomenebene entstehen die beiden identischen Tochterkerne dadurch, dass die Schwesterchromatiden der 2-Chromatid-Chromosomen voneinander getrennt werden (1 Chromatid-Chromosomen in den Tochterzellen). 
Mitose und Zytokinese wurden früher als M-Phase (Mitose-Phase) zusammengefasst. Zwischen den M-Phasen liegen die Interphasen (z. B. S-Phase). So entsteht der Zellzyklus.

Die Mitose verläuft in 4 Phasen:
1. Prophase
2. Metaphase
3. Anaphase
4. Telophase
Es ist auch noch eine weitere Einteilung in Stadien möglich.


VIREN

HIV-1 (grün) an Lymphozyte


Viren (Virus, n - Saft, giftiger Schleim) sind infektiöse Partikel, die sich als Virionen außerhalb von Zellen (extrazellulär) durch Übertragung verbreiten, sich aber nur innerhalb der Wirtszellen als Viren (intrazellulär) vermehren können. Viren bestehen selbst nicht aus einer Zelle. Es ist unter Forschern auch umstritten, ob sie als Lebewesen gelten können. Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel und können sich auch nicht ohne fremde Hilfe fortpflanzen (replizieren). Viren dringen - populär gesagt - in Zellen ein ("Zellpiraten") und programmieren diese um. Sie enthalten dazu ein Programm (z. T. noch weitere Komponenten) zu ihrer Vermehrung.
Viren haben eine geringe Größe: 20 - 300 nm. Sie konnten erst mit der Erfindung des Elektronenmikroskops sichtbar gemacht werden.



VIROIDE

Viroide gehören zu den kleinsten Krankheitserregern und bestehen as nur einer ringförmig geschlossenen, einzelsträngigen Ribonukleinsäure (RNA).
Im Ggs. zu Viren besitzen Viroide keine zusätzlichen Proteine oder Lipide in Form einer Hülle oder eines Kapsids (zur Verpackung des Virusgenoms).
Viroide können sich nur innerhalb lebender Zellen vermehren (obligat interzellulär), weshalb sie auch zusammen mit Viren, Virusoiden und Prionen die Gruppe der subzellulären Erreger bilden.

Viroide sind bislang nur als Krankheitserreger bei (Kultur-)Pflanzen bekannt (Pflanzenpathogen). Besonders bekannt ist die Spindelknollensucht bei Kartoffeln, die in den 20er-Jahren als infektiös erkannt wurde (vermutete Ursache: Virus) und für die erst in den 70er-Jahren ein Viroid als Verursacher identifiziert wurde: das Potato-Spindel-Tuber-Viroid (PSTVd). 

[Anm.: Die Darstellung zum Thema V. auf Wikipedia Anfang 2016 ist vorzüglich!]


ZIKA-VIRUS


Das Zika-Virus (ZIKV) gehört zur Gattung Flavivirus der Familie "Flaviviridae". Flaviviridae sind RNA-Viren (einsträngige RNA), zu denen als Typspezies auch das Gelbfieber-Virus gehört (→ flavus = gelb). Zur Familie der Flaviviridae gehören die Gattungen Flavivirus (z. B. Gelbfieber, Zika, FSME), Pestivirus (z. B. Klass. Schweinepest), Hepacivirus (z. B. Hepatitis C). 
Das Virus wurde erstmals 1947 aus einem Rhesusaffen isoliert , der im Zika Forest in Entebbe (Uganda) eigentlich als Markertier (sentinel monkey) für das Gelbfiebervirus gehalten wurde.
Das Zika-Virus kommt außer Afrika endemisch nur in Südostasien vor, seit 2015 sind aber gehäufte Infektionen aus Lateinamerika bekannt. Am 01.02.2016 erklärte die WHO den "Öffentlichen Gesundheitsnotstand internationalen Ausmaßes". Inzwischen sind auch Infektionsfälle in Nordamerika und Europa bekannt.

Das Zika-Virus wird hauptsächlich durch Insektenstiche übertragen. Hauptüberträger sind die Ägyptische Tigermücke (Ägyptische Gelbfiebermücke; Aedes aegypti) und die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus). Es sind auch weitere Übertragungswege wie Sexualkontakte denkbar.

Eine Zika-Infektion klingt normalerweise nach wenigen Tagen ab. Sie kann zu Hautausschlag und Fieber führen, aber auch völlig ohne Symptome ablaufen. In Ausnahmefällen kann eine Infektion aber auch zu schwereren Komplikationen bis hin zum Tode führen.
Besonders gefährlich ist eine Zika-Infektion aber für ungeborenes Leben. Föten und Neugeborene können an Mikrozephalie erkranken und bleiben dann ihr ganzes Leben lang schwerstbehindert.








 

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