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Montag, 9. Juli 2012

VOR DEM WWW...:
KOMMUNIKATION IN DEN 70ER- UND 80ER-JAHREN

Vor dem WWW gab es in Privathaushalten nicht nur passive Informationsempfänger wie Radio und Fernsehen oder aktive wie das Telefon.
In den 70er- und 80er-Jahren gab es auch schon Überlegungen, die grob in die Richtung der späteren Entwicklung gingen...

Amiga 500 mit RGB-Monitor 1084S, Maus und externem Diskettenlaufwerk A1010. Auf dem Bildschirm ist die Workbench zu sehen.
Der Feind der Schwarzfunker! (Funkmesswagen) - Heimcomputer (Amiga 500, Atari ST)

Die Menschen (i. e. kleine Bastlergruppen) hatten seit den 70ern CB-Funk und beschäftigten sich in der Zeit vor dem WWW schon mit Fragen wie Datenfunk via Packet Radio. Gleichzeitig begann man in den 80ern, die ersten Heimcomputer und kleine Terminals zu vernetzen. Die Stichworte aus der Zeit waren Bildschirmtext (Btx), Datex-J und Datex-P. Damals hatte allerdings die Post noch weitreichende Hoheitsrechte.

Der CB-Funk wurde 1975 auf 12 Kanälen AM im Bereich 27 MHz (vorher: Betriebsfunk) zugelassen und 1983 nach einem Intermezzo auf 40 Kanäle FM und 12 Kanäle AM erweitert. Erst 1996 gab es eine Erweiterung auf 80 Kanäle FM, die Modulationsart SSB und digitale Datenübertragung. Diese neuen Betriebsarten wurden aber von Funkern inoffiziell schon vorher ausgetestet.
Wer eine Lizenz hatte, konnte auch auf dem Amateurfunk setzen. Den gab es schon seit Jahrzehnten.



Bildschirmtext (Btx) wurde 1983 offiziell in Dienst genommen, konnte aber die hoch gesteckten Ziele nicht erreichen. 1993 wurde es an Datex-J gekoppelt. Doch da kam schon das WWW auf, so dass Btx Mitte der 90er im T-Online-Angebot aufging und 2001 (2007) eingestellt wurde. Btx ist aber nicht mit dem Videotext im Fernsehen zu verwechseln!
Btx und ähnliche Dienste liefen nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch in anderen Ländern Europas unter jeweils eigenem Namen. Besonders erfolgreich war das französische Minitel.
Einige Dienste liefen bis zur Jahrtausendwende weiter.

 
Bildschirmtext (Btx)

Damals investierte die Deutsche Bundespost und parallel die EG viel Geld in den Ausbau der Datenfernübertragung (DFÜ). Dafür wurden viele Netzwerke ausgebaut, die sich durch das plötzlich boomende WWW teilweise als Fehlinvestition erwiesen. Das WWW entstand in den späten 80er-Jahren und setzte sich dann zusammen mit dem Emailversand in den 90er-Jahren weltweit durch (wie der Name es versprach).

Der Bildschirmtext (Btx) basierte auf dem Netzwerk Datex-J. Es gab aber auch noch Datex-P (Paketvermittlung), Datex-L und Datex-M, die für andere Zwecke verwendet wurden. Wir reden hier von der Zeit der späten Fernschreiber (Telex; 30er- bis 80er-Jahre), als es primär um die Übertragung von Texten ging. Mit der Zeit würde auch die Bildübertragung möglich, später sogar die Übertragung von Software. Für viele "Sonderwünsche" musste noch zusätzliche Hardware eingesetzt werden. Schon vor dem WWW machte aber das Telefax den alten Standards Konkurrenz.



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