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Sonntag, 6. Januar 2013


DER GOLDGRUND

Als Goldgrund wird der Malgrund bezeichnet, der seit der Spätantike in der Kunst in West- und Osteuropa üblich war. Der Goldgrund bestand aus Blattgold, also einer goldenen Folie mit hohem Goldanteil.

Ursprünglich stammt die Technik des Goldgrundes von byzantinischen Mosaiken und wurde dann für die Malerei übernommen. In Westeuropa war er bis zum Ende des Mittelalters üblich und musste dann landschaftlichen (naturalistischen) Elementen weichen, bei Heiligenbildern in Italien war er vereinzelt noch länger üblich. Im Osten Europas blieb die Technik noch länger in Mode, auch hier besonders bei religiösen Darstellungen (vgl. byzantinisch-russische Ikonenmalerei).
Auch in der Neuzeit wird der Goldgrund noch und wieder verwendet (z. B. beim Dom zu Speyer).

Der Goldgrund hat den Vorteil, dass die dargestellten Figuren isolierter wirken bzw. die Darstellung durch den edlen metallischen Hintergrund erhabener wirkt. Die Vorgänge wirken dann stärker dem Irdischen entrückt, als bei einer naturalistischen Darstellung. Sie wirken im goldenen Eigenglanz idealisiert und transzendent.
Das Blattgold wurde auf einen mit Leimmischung oder Eiklar bestrichenen Polimentgrund (lat. polire – glätten) oder ohne Grundierung aufgetragen. Die Farben waren Leimfarben, Temperafarben (Wasser-Öl-Emulsion) und Ölfarben.


Datei:Masaccio-crucifixion.jpg
Masaccio: Kreuzigung Christi; 1436; Blattgold und Öl auf Holz

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