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Montag, 26. August 2013

ERICH FROMM



* 1900 in Frankfurt/Main
+ 1980 in Muralto

Erich Fromm ist ein aus Deutschland stammender Sozial-Psychoanalytiker, Philosoph und Gesellschaftskritiker, der in die USA und nach Mexiko emigrierte.
Fromm wurde auch vom Judentum geprägt. Er vertrat Positionen des Demokratischen Sozialismus und der Frankfurter Schule und verband wie andere "Frankfurter" Positionen des Marxismus und des Freudianismus (sog. Freudo-Marxismus).   



Erich Fromm wurde in Frankfurt am Main als Sohn des jüdischen Weinhändlers Naphtali Fromm und dessen Frau Rosa (geb. Krause) geboren. Fromm beschäftigt sich schon früh mit Talmudstudien und mit den Werken von Ernst Bloch. Aus der religiösen Familie sind viele Rabbiner hervorgegangen.
Nach seinem Abitur 1918 fing er zunächst ein Jurastudium an, wechselte dann aber zur Soziologie nach Heidelberg und promovierte 1922 bei Alfred Weber ("Das jüdische Gesetz"). Erich Fromm war anfangs im Kartell Jüdischer Verbindungen aktiv und es dauerte eine Weile, bis er sich vom orthodoxen Judentum entfernte. 1926 heiratete er die Psychoanalytikerin Frieda Reichmann (1931 Trennung, 1942 Scheidung). Ende der 20er-Jahre machte Fromm in Berlin bei dem Juristen Hanns Sachs (Nicht-Mediziner) eine psychoanalytische Ausbildung.
Ab 1930 arbeitete Erich Fromm auf Einladung Max Horkheimers am Frankfurter Institut für Sozialforschung als Leiter der Sozialpsychologischen Abteilung. In Berlin arbeitete er mit Wilhelm Reich und Otto Fenichel arbeitete er an der freudomarxistischen Theoriebildung.
1932 musste Fromm wegen einer Tuberkulose-Erkrankung nach Davos (Schweiz).
Durch die Machtübernahme der Nazis 1933 gerät das Institut für Sozialforschung unter Druck und muss 1934 nach New York emigrieren. Fromm eröffnet dort auch eine psychoanalytische Praxis und bewahrt seine Unabhängigkeit. Bis 1939 hält er auch Vorlesungen an der New Yorker Columbia-Universität.
1939 trat Fromm aus dem Institut für Sozialforschung wieder aus, weil er mit dem gewachsenen Einfluss Adornos nicht einverstanden war.
1940 erhielt Fromm die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.
1941 veröffentlichte Fromm das Werk "Die Furcht vor der Freiheit". Darin entwickelte er die Ideen Sigmund Freuds weiter. Fromm vertritt eine andere Triebtheorie und bezieht gesellschaftliche Faktoren stärker ein.
Einige sprechen von Neo-Psychoanalyse, der Neuansatz geht aber auf Vorarbeiten der frühen 30er-Jahre zurück, als Fromm eine analytischer Sozialpsychologie basierend auf den Ideen von Marx und Freud entwickelte.
Von 1941 bis 1950 war Fromm Professor für Psychologie in Vermont. 1944 heiratete er Henny Gurland (+ 1952).
1947 veröffentlichte Fromm "Psychoanalyse und Ethik". 1949 siedelte er nach Mexiko über, wo er eine neue Praxis eröffnete. Fromm nahm auch wieder Lehrtätigkeiten auf und erhielt eine ausserordentliche Professur für Psychoanalyse an der Staatsuniversität in Mexico City. 1953 heiratete Fromm Annis Freeman und zog mit ihr nach Cuernavaca (nahe Mexico City).
1956 landete Fromm mit "Die Kunst des Liebens" wieder einen publizistischen Erfolg.
Erich Fromm leitete aus seiner psychoanalytischen Arbeit auch politische Konsequenzen ab und engagierte sich in den folgenden Jahren gegen die Atomwaffenpolitik der USA.
1963 eröffnete er das Mexikanische Psychoanalytische Institut.
Im Jahre 1965 wurde Fromm dann emeritiert. Im selben Jahr gab er mit Herbert Marcuse und Ernst Bloch das Werk "Humanist Socialism" heraus.
Doch Fromms Gesundheit war angegriffen. 1968 erlitt er einen ersten Herzinfarkt, 1977 einen weiteren.
1974 siedelte Fromm nach Muralto im Tessin über, wo er sich vorher schön öfter aufgehalten hatte.
1976 konnte er noch sein berühmtes Werk "Haben oder Sein" veröffentlichen.
Im Jahre 1980 starb Fromm in Muralto an einem weiteren Herzinfarkt. Kurz danach erschien die Gesamtausgabe seiner Werke.
Im darauffolgenden Jahr wurde ihm posthum in Frankfurt die Goethe-Plakette verliehen.


QUELLEN UND LITERATUR:

Wikipedia
DHM.de
-
Funk, Rainer: Erich Fromm. Liebe zum Leben. Eine Bildbiografie; München 2011



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