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Sonntag, 19. Juni 2016

LINUX & BSD (PRAXIS): INSTALLATION

Wir haben bereits einen Überblick über wichtige Linux- und BSD-Distributionen gegeben. Die meisten von ihnen kann man auf DVD brennen oder auf Stick laden und damit recht einfach über ein Menü installieren.

Es gibt aber auch Ausnahmen und die betreffen v. a. BSD.

Wir lassen jetzt einmal komplizierte Linux-Distributionen wie Arch Linux oder Gentoo weg, die traditionell für "Meister" gedacht sind.

Noch eine Anmerkung: Die parallele Installation von Linux und BSD gestaltet sich oft schwierig, da die Installationsmanager Schwierigkeiten haben könne, beide Systeme zu erkennen. 


INSTALLATION VON BSD

Bei BSD gibt es nur wenig Distributionen, die sich einfach "von der Scheibe" installieren lassen. Darunter fällt PC-BSD.

Die anderen benötigen eine Installation "von Hand" über die Konsole (Terminal). Dabei sollte man sich zuerst einmal auf FreeBSD konzentrieren, weil es leichter und anwendungsfreundlicher ist als seine Konkurrenten OpenBSD, NetBSD und DragonFly BSD (mit wenigen Ausnahmen). 

Bei FreeBSD bietet die Grund-Installation zwar weniger Komfort als sein Abkömmling PC-BSD, ist aber machbar. Man muss dabei "einfach" dem Menü folgen, auch wenn dessen Aussehen etwas spartanisch anmutet. Doch das Problem: Auch wenn man die Installation geschafft hat, bleibt es bei der "DOS-Optik".

Richtig schwierig wird es also erst, wenn man noch Grafik dazu haben will. Hier gibt es verschiedene mögliche Routinen, um z. B. den Mate-Desktop zu installieren:


Methode "JP" (Jingjok Pairao):

pkg install xorg                        (Windowmanager installieren)
pkg install mate                       (Desktopumgebung installieren)
ee /etc/rc.conf

hostname="localhost"
ifconfig_em0="DHCP"
sshd_enable="YES"
dbus_enable="YES"
hald_enable="YES" 
avahi_daemon_enable="YES" 
avahi_dnsconfd_ enable="YES" 
mate_session_enable="YES" 
moused_enable="YES"
ntpd_enable="YES"
powerd_enable="YES"
dumpdev="NO"
← [Speichern]
ee .xinitrc


ck-launch-session mate-session
← [Speichern]
ee /etc/fstab

Device:          Mountpoint:    FSType:    Options:    Dump:     Pass#: 
/dev/ada0p2  /                        ufs            rw              1              1
/dev/ada0p3  none                 swap        sw              0              0
proc               /proc                procfs       rw              0              0

pkg install ... firefox libreoffice gimp thunderbird vlc rhythmbox
(Hier können Programme installiert werden, die man später braucht.)
reboot  


Methode "MS" (Marcelo Salvador):

pkg install nano                       (Editor)
pkg install xorg                        (Fenstermanager)
pkg install mate-desktop mate (Desktopumgebung)
pkg install slim                         (Displaymanager)
nano /etc/rc.conf

dbus_enable="YES"
hald_enable="YES"
slim_enable="YES"
← [Speichern]
nano .xinitrc
→ 
exec mate-session
← [Speichern]
nano /home/(youruser)/.xinitrc

exec mate-session
← [Speichern]
pkg install ... firefox libreoffice gimp thunderbird vlc rhythmbox ... 

Entscheidend ist zu verstehen, dass man mit einer gelungenen Installation von FreeBSD noch keine grafische Benutzeroberfläche (GUI) und speziell keine Desktopumgebung wie Gnome, Mate, KDE oder Xfce hat.
Deshalb muss der Fenstermanager Xorg nachinstalliert werden (mit pkg install) und dann noch die Desktopumgebung(en).
Das reicht aber noch nicht. Es müssen weitere Einträge in Konfigurationsdateien wie rc.conf und .xinitrc vorgenommen werden, um die installierten Programme auch ausführen zu können. Gegebenenfalls gilt das auch für untergeordnete userspezifischen Konfigurationsdateien wie .../user/.xinitrc. Dafür müssen diese Dateien zuerst in den Editor geladen werden (ee, nano usw.).
rc.conf ist eine Konfigurationsdatei, die Beschreibungen über den local host name, Netzwerkkonfigurationen und Bootinformationen für den Systemstart enthält.
.xinitrc ist eine Konfigurationsdatei, die "startx" (dem Startbefehl der GUI) mitteilt, welche Desktopumgebung sie nach bzw. neben dem Start des X-Servers und X-Clients starten soll. Es gibt .xinitrc auch userspezifisch (s. o.).


Das Login erfolgt in Grundeinstellung mit "root" und gesetztem Passwort. Später kann man weitere Anwender eintragen. Es ist auch nicht ratsam, sich immer mit root, also Spezialrechten, einzuloggen.
Wenn die grafische Benutzeroberfläche nicht von alleine startet (abhängig von den oben genannten Einstellungen), dann gebe man startx ein. Bei spezifischen Desktopumgebungen kann das variieren, z. B. startxfce(4) bei Xfce(4).

Neben dem Betriebssystem müssen aber noch einige Zusatzprogramme installiert werden, um effektiv damit arbeiten zu können. Viele kennt man schon von Linux, einige sogar von Windows.
Bei FreeBSD ist aber anders als bei vielen Linuxen (und PC-BSD) kein Softwarecenter vorhanden. Informationen über die installierbaren Programme können auf der FreeBSD-Homepage abgerufen werden. Man kann die Programme natürlich auch später (nach dem Start) installieren.
Zu den wichtigen Programmen gehören z. B. OpenOffice für die Textverarbeitung, Gimp für die Grafik oder VLC als Mediaplayer.


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