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Montag, 30. Juli 2012


KELTISCHE SPRACHEN



Das keltische Sprachgebiet war in den Jahrhunderten vor Christus über weite Teile Europas verbreitet.
Heute ist es dagegen nur noch in den Randgebieten der Britischen Inseln und der Bretagne zu finden.

Archäologisch werden die Kelten mit der Latène-Kultur in Verbindung gebracht, die sich im 5. Jhd. v. Chr. aus der westlichen Hallstadtkultur entwickelte. Geographisch kann sie damit grob im Ober- und Mittelrheingebiet verortet werden. Damals herrschte in Europa die jüngere vorrömische Eisenzeit. (La Tène liegt in der Westschweiz.)

Die moderne Sprachwissenschaft unterteilt die keltischen Sprachen in festlandskeltische (kontinentalkeltische) Sprachen und inselkeltische Sprachen. Die ersteren sind alle ausgestorben. Das Bretonische (s. u.) ist auch eine inselkeltische Sprache, weil die Bretagne von Grossbritannien aus keltisch rückbesiedelt wurde.

Festlandskeltischen Sprachen sind:
Gallisch, Lepontisch (Oberitalien), Norisch (östlicher Alpenraum), Keltiberisch, Galatisch (Anatolien).
Von diesen Sprachen ist besonders das Gallische interessant und relevant. Das liegt nicht nur an seiner weiten Verbreitung und der Bekanntheit durch diverse Comichelden, sondern auch daran, dass es die am besten überlieferte antike keltische Sprache ist.

Inselkeltische Sprachen sind:
Walisisch, Kornisch (Cornwall), Bretonisch; Manx, Irisch(-Gälisch), Schottisch-Gälisch.
Die ersten Sprachen werden als britannische Sprachen zusammengefasst, die zweiten als goidelische.
Kornisch (um 1800) und Manx (1974) sind ausgestorben. Es gibt aber kleine Wiederbelebungsversuche.
Einige Forscher sehen das ebenfalls ausgestorbene Kumbrisch als eigene, nordbritannische Sprache.

Unterschieden werden die keltischen Sprachen auch in P-keltisch und Q-keltisch, wobei zu letzteren dann alle goidelischen Sprachen und Keltiberisch gehören. Diese Unterscheidung ist aber umstritten.

Die inselkeltischen Sprachen haben sich selbstverständlich über die Jahrhunderte von antiken keltischen Sprachen deutlich differenziert. Das sieht man z. B. am Wegfall der Endungen wie -os/-us und an den mehr oder weniger starken Anlautmutationen (in Ansätzen schon in der Antike).
Inselkeltische Sprachen fallen auch durch die Satzstellung VSO und konjugierbare Präpositionen auf.

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Antike keltische Sprachen wie das Gallische haben gewisse Ähnlichkeiten mit dem Italischen:

Gallische Sprache, Bsp.: o-Deklination

Nom. -os
Gen.  -o
Dat.   -ui
Akk. -om




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