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Samstag, 5. Januar 2013

KENDO



Kendo (剣術) ist der Begriff für eine versportete japanische Schwertkampfkunst. Kendo heisst "Weg des Schwertes".
Die Kombattanten kämpfen im Wettkampf nicht mit Schwertern aus Metall oder Holz, sondern mit dem Shinai genannten Bambusschwert. Dieses ist sehr leicht und flexibel.
Im Training können aber durchaus Holzschwerter und selten Metallschwerter eingesetzt werden. Ausserdem gibt es zur Muskelstärkung besonders schwere Übungsschwerter aus Holz.
Das Shinai besteht aus gespaltenem Bambus und liegt in unterschiedlichen Griffarten und Schwerpunkten vor. Man unterscheidet besonders zwischen kopflastigen (sehr viele) und grifflastigen Shinais.

Die möglichen Trefferflächen wurden im Kendo sehr eingeschränkt. Man darf nur Hiebe zur Stirn (Men), den Flanken des Bauches (Do) und zu den Unterarm-Handschuhen (Kote) durchführen. Stiche sind nur zur verstärkten Kinnplatte (Tsuki) erlaubt. Manchmal werden auch diese eingeschränkt.

Eine koreanische Spielart des Kendo ist das Kumdo.


Geschichte

Die japanische Geschichte des Schwertkampfes ist sehr lang. Der Begriff "Kendo" stammt aber aus dem 18. Jhd. Und die moderne Form des Kendo entstand im 19. Jhd. und wurde im 20. Jhd. mehrmals modifiziert.

Als Vorläufer gilt Kenjutsu, also die Kunst des Schwertkampfes, in der es aber viele verschiedene Schulen gab. Erste längere Schriften darüber sind aus dem frühen 16. Jhd. bekannt. Besonders der Zen-Mönch Takuan Sóhó und seine Schüler Yagyú Munenori und Miyamoto Musashi waren hier einflussreich. Takuan Soho beeinflusste die Schwertkampflehre mit 3 Aufsätzen. Yagyu Munenori schrieb 1632 "Der Weg des Samurai" (Heihó kaden sho) und 1645 erschien das berühmte "Buch der Fünf Ringe" (Gorin no Sho) von Miyamoto Musashi. Damit waren bis zur Jahrhundertmitte die literarischen Grundlagen gelegt.

Beim Kendo scheint das weichere Bambusschwert Shinai (im Vergleich zu Holz oder Metall) schon im frühen 18. Jhd. erfunden worden zu sein. Ebenso verhält es sich mit einfachen Schutzausrüstungen, die sich immer mehr dem heutigen Bogu annäherten. Diese Innovationen werden Naganuma Shirozaemon zugeschrieben. Um die Jahrhundertmitte entstand das Vier-Segment-Shinai.
Nach dem Ende des Togugawa-Shogunats 1867 wurde Kendo immer weniger von den Samurai und immer stärker von Polizeikräften ausgeübt. Es kam dabei zu einer Systematisierung.
Im Jahre 1911 wurde Kendo in japanischen Schulen als Pflichtfach eingeführt und somit verbreitet. Während heute Kendo überwiegend positiv als körperliches und geistiges Training geschätzt wird, kann man seine Verwendung in damaliger Zeit auch als Militarisierung der Bevölkerung sehen.
Schon 1912 wurde die Dai-Nippon Teikoku Kendó Kata entwickelt, die der heutigen Nihon Kendó Kata ähnelt.
Kendo wurde auch in von Japan besetzten Gebieten wie Korea praktiziert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kendo in Japan verboten, weil es den Militarismus gefördert haben soll (in Deutschland gab es z. B. auch Einschränkungen der Kampfkünste). Das Verbot wurde aber 1952 wieder aufgehoben. Es kam zur Gründung des Alljapanischen Kendoverbandes (Zen Nihon Kendó Renmei).
In Japan ist Kendo seitdem wieder auf dem Vormarsch und etablierte sich an Schulen, Hochschulen, Sportvereinen, Firmen und Polizeischulen. Kendo ist neben Judo, Sumo oder Baseball eine der beliebtesten Sportarten in Japan.
In der Folge wurde Kendo auch in anderen Teilen der Welt bekannt. In Deutschland wurde es z. B. Mitte der 60er-Jahre bekannt und etabliert. 1974 fand die erste Europäische Meisterschaft in Grossbritannien (Bletchley) statt.

Literatur:
Meyers Grosses Taschenlexikon
Wikipedia


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