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Sonntag, 17. November 2013

PLOTIN

Datei:Plotinos.jpg
Plotin (Bildnis nicht gesichert; Museo Ostiense)

* 205
+ Minturnae (Kampanien) 270

Plotin war ein griechischer Philosoph und Schüler von Ammonios Sakkas. Er gründete 244 n. Chr. in Rom eine platonische Philosophenschule, die er 25 Jahre lang leitete. Heute gilt er als Begründer des Neuplatonismus. Damit bezeichnet man eine späte Form der platonischen Schule, die sich selber noch nicht so genannt hat. Die Vollständigkeit, Echtheit und Chronologie von Plotins Schriften sind durch seinen Schüler Porphyrios gesichert.

Das Kernstück von Plotins Philosophie ist die Ontologie. Er arbeitete erstmals eine Hypostasenlehre genau aus.
Das Eine (hén/τò ἕν, lat. unum) ist die 1. Hypostase und jenseits allen Seins und Denkens, unkörperlich und eigenschaftslos. Es ist zugleich die Ursache alles Seienden, es ist das Gute und das Göttliche.
Durch Ausstrahlung (Emanation) geht aus ihm die 2. Hypostase hervor.
Das Nus (nous/νοῦς, lat. intellectus) ist die 2. Hypostase und kann auch mit Vernunft oder Geist wiedergegeben werden. Es ist der Ort der Ideen.
Die Weltseele (psyché tou pantós/ψυχή τοῦ παντός, lat. anima mundi) ist die 3. Hypostase. Der Begriff geht auf den platonischen Dialog Timaios zurück. Sie regiert die Welt im Ganzen und ihren Teilen.
Danach folgen die unvollkommenen Hypostasen, die Körperwelt und die Materie, nach Plotin das Böse.

Der Mensch kann nur durch Loslösung von der sinnlichen Welt (Katharsis) zur Vollendung gelangen, die in dem überrationalen Einswerden mit dem Ur-Einen besteht.
Plotin beeinflusste über den Neuplatonismus hinaus nachhaltig die europäische Geistesgeschichte.


QUELLEN:

Wikipedia
Meyers Grosses Taschenlexikon
Brockhaus (Taschenlexikon)


LITERATUR:

Alt, Karin: Plotin; Bamberg 2005
Halfwassen, Jens: Plotin und der Neuplatonismus; München 2004
Möbuß, Susanne: Plotin zur Einführung; Hamburg 2000
Schubert, Venanz: Plotin. Einführung in sein Philosophieren; Freiburg 1973
Roloff, Dietrich: Plotin; Berlin, New York, 1970

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