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Montag, 14. Mai 2012

AUGUSTINUS

* 13.11.354 in T(h)agaste, Numidien
+ 28.08.430 in Hippo Regius, Numidien

Augustinus gilt als abendländischer Kirchenvater.
Sein manchmal genannter Vorname Aurelius ist unsicher. 



Seine neurotische Mutter Monika (Monnika) erzog ihn im christlichen Glauben. Auf Betreiben von ihr trennte er sich 385 von seiner Frau, mit der er einen Sohn, Adeodatus, hatte. Vom Christentum war er zunächst enttäuscht. Er wandte sich erst dem Manichäismus und dann der akademischen Skepsis zu.
Augustinus war als Lehrer der Rhetorik in Tagaste und dann in Karthago und Rom tätig, von wo er 384 nach Mailand berufen wurde. Dort kam die Wende, als er in Mailand Ambrosius begegnete, der ihn 387 taufte.
391 wurde er in Hippo zum Priester geweiht und gründete eine Gemeinschaft von Klerikern. 395 wurde er Bischof-Koadjutor, 396 Bischof von Hippo.
Seine Wirksamkeit erstreckte sich weit über die Grenzen seines Bistums hinaus. Augustinus' Leben ist uns v. a. durch das Zeugnis seiner "Confessiones" (Bekenntnisse; verfasst 397-398) erhalten.


CONFESSIONES

Die Confessiones (Bekenntnisse) entstanden um 400 in 13 Büchern. Damals war Augustinus Bischof von Hippo Regius (Numidien). Es handelt sich bei dem Werk um autobiographische Betrachtungen und Offenlegung von inneren Überlegungen vor dem Hintergrund der damaligen Zeitereignisse. Schwerpunkt bildet aber die Entwicklung seines eigenen Denkens.
Augustinus will sie als "Confessio peccati" und "Confessio fidei" verstanden wissen.
Die Bücher 1 - 9 enthalten rückwirkende Betrachtungen bis ins Jahr 387. Das 10. Buch erhält Gemütsbeschreibungen der damaligen Gegenwart. Das 11. Buch setzt diese ins Philosophische fort.
Die Bücher 12 und 13 interpretieren die biblische Schöpfungsgeschichte als Lobpreis der Herrlichkeit Gottes.
Augustinus' eigene Positionsbestimmung sieht so aus, dass er zuerst zwischen den Ideen seines heidnischen Vaters und seiner christlichen Mutter hin- und hergerissen ist, sich dann zum christlichen Glauben hin entwickelt und schliesslich in innerchristliche Auseinandersetzungen (z. B. Manichäismus) und Kämpfe mit dem Neuplatonismus gerät.


DE CIVITATE DEI

Der Civitas Dei (Gottesstaat) wurde von 413 n. bis 426 in 22 Büchern verfasst. Er entstand nach der Eroberung Roms durch die Westgoten 410. Damals bekamen heidnische Positionen wieder Auftrieb, die sich dagegen wehrten, dass das christianisierte Römische Reich mit dem im NT verkündeten Reich Gottes gleichgesetzt wurde.

Augustinus entwickelt daraufhin die Idee, dass das Reich Gottes ("civitas dei") dem irdischen Staat ("civitas caelestis") in einem bleibenden Gegensatz entgegenstehe. Der irdische Staat sei eine zeitliche Ordnungsmacht, die teilweise im Einklang mit dem Willen Gottes sei und teilweise ihm entgegengesetzt, also böse.

Augustinus sieht die Welt also dialektisch. Auf dieser Grundidee entwirft er dann eine umfassende Welt- und Heilsgeschichte. Einige Interpreten sehen sein Werk auch als Übergang ins Mittelalter, weil das Christentum nach seinen Vorstellungen unabhängig vom Römischen Reich als antikem Staat bestehen könne.


QUELLEN UND LITERATUR:

Wikipedia
Meyers Großes Taschenlexikon
-
Johann Kreuzer: Augustinus. Zur Einführung; Hamburg 2013



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